Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement - Anschreiben - Bedeutung?

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4 Antworten

Hallo, vielleicht könnt Ihr auch mir helfen. Ich habe ähnliches P'roblem, nur habe ich damals das BEM abgelehnt, da ich nie wegen dem selben krank war. Auch ich arbeite im öffentlichen Dienst und habe sehr viel Kontakt mit Menschen. Dadurch habe ich sehr oft Bronchitis und Viruse bei nasskaltem Wetter im Winter eingefangen, was ich, bevor ich den Beruf gemacht habe niemals hatte. Nun hat mich eine typische Bürokrankheit in den letzten Wochen öfter ausgenockt und diese is mittlerweile auch chronisch geworden und schwupps bekomme ich wieder eine Einladung für dieses BEM. Mein allgemeines Problem ist, und ich denke deshalb spinnt auch mein Körper so rum, dass ich mich schon seit der Ausbildung total fehl-am-Platz in diesem Beruf fühle, da er nicht mit mir im Einklang steht. D.h. ich persönlich stehe absolut nicht hinter der Art wie diese Tätigkeit ausgeübt wird. Jahrelang wurde ich in der Ausbildung gestresst da ich zu schlecht war (mittendrin wurde die komplette Ausbildungsordnung umgeschmissen und es gab viele div. Veränderungen), dann wurde ich an eine Stelle gesetzt wo es überhaupt nicht ging und nun arbeite ich seit 2 Jahren bei der jetzigen Stelle. Doch auch dort bin ich nicht wirklich ausgeglichen, denn entweder haben wir so viel zu tun, dass man kaum noch tief durchatmen kann und dann gibt es dazwischen Tage wo man total unterfordert ist. Im allgemeinen ist man bei der Kundschaft nur der Schuhabtreter und wenn diese nicht meckert, dann sind es die Kollegen. Nach der Arbeit kann man bei diesem Beruf absolut nicht abschalten und die Geschichten der Menschen gehen einem auch sehr Nahe. Ich weiss das ich auf die Dauer nicht glücklich werde, aber ich will auch nicht arbeitslos sein, sondern erst etwas anderes finden. Die Frage ist nun, was sag ich bei diesem doofen BEM Gespräch? Denn meine Cheffin hat mich so mehr oder weniger gezwungen beim letzten Gespräch, dass ich dieses BEM machen soll. Ich bin mir sicher dass mein Gesundheitszustand allein durch die Arbeit so durcheinander ist, denn früher konnte ich genug um die Ohren haben und war trotzdem glücklich und gesund. Bitte helft mir !!!

Lolania 06.08.2011, 10:05

Nur in aller Kürze und Schnelle: Schreib deine Frage am besten als eigenes Thema, sonst bekommen die Experten von deiner Frage nichts mit, weil sie nicht aktuell ist und du bei einer Antwort keine Themen eingeben kannst, zu der die Experten benachrichtigt werden sollen. Alles Gute!

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Das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) basiert auf § 84 SGB IX (neuntes Sozialgesetzbuch=Nachfolger des Schwerbehindertengesetzes) und dient der Prävention. Der Arbeitgeber ist verpflichtet solche Gespräche anzubieten. Ich rate dir dringend ein Mitglied des Personalrates und auch die Schwerbehindertenvertretung als Zeugen hinzu zu ziehen. Die Teilnahme an diesem Gespräch ist für dich nicht verpflichtend. Der Arbeitgeber muss nur nachweisen, dass er dir dieses Gespräch angeboten hat (deswegen auch der Fragebogen). Diese BEM-Gespräche bekommen immer mehr Bedeutung, da Arbeitgeber, die ihre kranken (verschlissenen) Arbeitnehmer krankheitsbedingt entlassen wollten ohne diese Gespräche vor den Gerichten auf den Ars ch gefallen sind. Und um deine letzte Frage zu beantworten: Unterschreiben musst du diesen Bogen aus meiner Sicht schon. Wende dich doch an den Personalrat, die helfen dir weiter. http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbix/84.html

Lolania 13.07.2011, 21:23

Danke für die hilfreiche Antwort! Kann ich die Schwerbehindertenvertretung auch in Anspruch nehmen, wenn ich bislang keinen Schwerbehindertenausweis habe (aber evtl. würde ich den schon bekommen, wenn ich den Antrag stellen würde).

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Wishmaster69 13.07.2011, 21:29
@Lolania

Klar, das steht auch so im Gesetz. Den Status einer Schwerbehinderten, sprich Ausweis, brauchst du nicht.

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DonRamon 14.07.2011, 14:03
@Lolania

Den Antrag würde ich stellen! Selbst wenn du keinen SB-Ausweis bekommen solltest, kannst du einen Gleichstellungsantrag beim Arbeitsamt stellen. Den Ausweis bekommst du erst ab 50% oder mehr, Gleichstellungsantrag kannst du schon mit 30% beantragen.

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Das ist ganz schön viel auf einmal. Aber mal von hinten her aufgezäumt: Den Personal- bzw. Betriebsrat würde ich prinzipiell mitnehmen, die Person kannst du dir aussuchen. Ob du das Angebot des BEM annimmst, musst du wissen. Ist aber, wenns richtig gelebt/geführt wird nicht von Nachteil für dich. Du solltest nur deine Rechte kennen und dich ggf. bei der VERDI oder wer zuständig ist, über deine Rechte informieren. Das kannst du auch beim BR (Betriebsrat), wenn du denen vertraust. Normalerweise ist das BEM dafür gedacht, eventuell durch deinen Job verursachte Krankheiten künftig durch Verbesserungsmaßnahmen abzustellen. Zu deiner Krankheit MUSST du keine Angaben machen, ist aber u.U. von Vorteil. Je nach Krankheit würde ich dir raten das BEM Gespräch anzunehmen, wie gesagt mit dem BR. Dann hast du auch Zeugen, falls etwas aus dem Ruder laufen sollte.

Lolania 13.07.2011, 21:26

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort! BR und Personalrat bedeutet dasselbe, oder?

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Lolania 13.07.2011, 21:27

Ach und noch eine frage: Du schriebst, die Person könne ich mir aussuchen - aus dem Personalrat? Aber wenn ich da gar keinen kenne? Sollte ich mir jemanden aussuchen oder mich vorher informieren? Oder wird mir ansonsten irgendjemand zugeteilt?

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DonRamon 14.07.2011, 09:06
@Lolania

Sorry für die späte Antwort. Personal- und Betriebsrat sind wohl dasselbe, wird nur regional anders genannt. (Bei uns in BW ist es der BR) Das ist auf jeden Fall die Arbeitnehmervertretung. Die Person des BR die dich begleiten soll, kannst du bestimmen - oder auch drauf verzichten. Das würde ich persönlich aber nicht machen. Zugeteilt wird dir niemand und Vorabinfos haben noch nie geschadet, mit oder ohne BR...

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jetzt wundert mich gar nichts mehr beim öffentlichen Dienst. Wenn sogar die eigenen Leute die Formulare nicht verstehn, wie soll das ein normaler Bürger?

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