Bestrafungen in der KITA - Essen in der KITA

7 Antworten

Hallo,

ich versuche deine Fragen alle zu beantworten und gehe dazu absatzweise vor.

Ich denke, dass du etwas in dein Kind hineininterpretierst, was nicht vorhanden ist. Ich glaube nicht, dass es deinem Kind schwer fällt, über Strafen zu reden, sondern ich glaube, dass es nicht sagen will, ob es schon einmal bestraft worden ist. Es würde sich ja verraten und so schlau ist dein Kind, dass es lieber nichts dazu sagt. Du denkst, dass es von seiten der KIta nichts sagen darf. Kinder erzählen zu Hause viel oder gar nichts. Es ist mit Sicherheit nicht so, dass den Kindern verboten wird, zu Hause bestimmte Dinge nicht zu erzählen, das würde nämlich nicht klappen.

Wie sollen deiner Meinung nach Kinder schön essen lernen? Natürlich gemeinsam am Tisch mit anderen Kinder und mit den Erzieherinnen. Da kann es durchaus auch schon mal vorkommen, dass ein Kind ausgeschlossen wird, wenn es tatsächlich unmöglches Essverhalten zeigt und nicht bereit ist, anständig zu essen. Dann kann es auch schon mal sein, dass es das Essen kalt essen muss. Mit Sicherheit lernt es etwas aus dieser Erafhrung. Es ist nicht schlimm, wenn das Essen der Kinder mal kalt wird, das passiert zu Hause auch öfters, denn die Kinder essen langsamer, als wir. Kinde werden bei uns nicht angeschrien, aber öfters mal auf einen Stuhl an den Tisch gesetzt, so dass sie mit anderen nicht mehr spielen können. Das hat aber einen zwingenden Grund und diesem liegt ein grober Regelverstoß vor. Man hat ja sonst keine Handhabe, manche Kinder müssen eben mal separiert werden. Wir lassen Kinder auch manchmal alleine in der Küche frühstücken, wenn sie z.B. wie "die Schweine" essen, das kommt leider vor. Das hat aber nichts mit Überforderung der Erzieherin zu tun, sondern ist päd. begründbar.

Die Erzieherinnen müssen leider von dem Essen mitessen, obwohl sie glaube ich lieber ihr eigenes Essen essen würden. Das ist der sog. päd. Happen. Wir sollen Vorbild sein, also müssen wir mitessen. Die Kinder ahmen uns nach. Wir essen natürlich nicht den Kindern das Essen weg. Jedes Kind bekommt eine volle Mahlzeit, meistens wird es nicht aufgegessen und muss weggeworfen werden.

Oftmals ist es so, dass tatsächlich "kranke" Kinder in den Regelkindergärten sind, obwohl diese in spezielle Kindergärten untergebracht werden sollten. Es handelt sich dabei um autistische Kinder, geistig behinderte Kinder o.ä. und keineswegs um ADHS-Kinder, die sind harmlos. Leider wird erst im Kindergarten erkannt, dass Krankheiten, Verhaltensauffälligkeiten oder -störungen vorhanden sind. Diese Kinder müssen speziell gefördert werden, dafür gibt es sehr gute Einrichtungen, dem kann ein Regelkindergarten nicht gerecht werden, weil die anderen Kinder darunter leiden würden. Erzieherinnen dürfen aber in keinem Fall Eltern über andere Kinder berichten, es herrscht Schweigepflicht. Manchmal ist es eben auch so, das die Erzieherinnen von den Eltern angesprochen werden, das Kind tut das und jenes und hat meinem Kind das gemacht, die Eltern machen nichts, die Erziehr machen nichts - was soll man dazu sagen? Dann sagt man halt allgemein, dass manche Kinder nicht in diese Einrichtung gehören, aber niemals mit Namen o.ä.

Kinde werden bei uns nicht angeschrien, aber öfters mal auf einen Stuhl an den Tisch gesetzt, so dass sie mit anderen nicht mehr spielen können.

Das ist eine Maßnahme mit freiheitsentziehendem Charakter und damit schlicht und ergreifend verboten. Damit wird der Straftatbestand der Freiheitsberaubung erfüllt.

Wir lassen Kinder auch manchmal alleine in der Küche frühstücken, wenn sie z.B. wie "die Schweine" essen, das kommt leider vor.

Auch das ist schlicht verboten. Kinder dürfen nicht eingesperrt werden. Dazu genügt es, ihnen zu verbieten, den Raum zu verlassen, man muss ihn nicht zwingend abschließen. Auch hier wird ein Straftatbestand erfüllt. Aus pädagogischer Sicht ist das Isolieren von Kindern im Vorschulalter über einen Zeitraum von wenigen Minuten hinaus nicht zu vertreten.

Die Erzieherinnen müssen leider von dem Essen mitessen, obwohl sie glaube ich lieber ihr eigenes Essen essen würden.

Nicht, wenn sie dieses Essen nicht bezahlt haben. Essen die Erzieherinnen vom Essen, welches ausschließlich die Eltern bezahlt haben, begehen sie aus rechtlicher Sicht einen Diebstahl. Der Vorbildcharakter ist hier keine Entschuldigung, der ist auch anders umzusetzen.

Ihr solltet dringend über einige Veränderungen in eurer Einrichtung nachdenken, denn ihr verstoßt mehrfach gegen geltende Gesetze.

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Ich betreue als Fachvorgesetzte mehrere große Kindertagesstätten und wenn ich solche Dinge mitbekomme gibt es sofort ein Personalgespräch. Wir haben ein Konzept der gewaltfreien Erziehung und wenn Mitarbeiter überfordert sind, dieses umzusetzen, bekommen sie Unterstützung ihr Verhalten zu ändern oder nahegelegt, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen. Mitarbeiter mit einer solchen Haltung, die sich in der Probezeit befinden, übernehmen wir nicht

Hallo Laurentia,

ich habe leider ähnliche Erfahrungen in einer Kita sammeln müssen. Leider erscheinen nur mir die Methoden wie mit den Kindern (ab einem Alter von 1Jahr) umgegangen wird als grausam. Die Leitung schreitet nicht ein obwohl ihr einiges bekannt ist. Ich könnte kündigen aber den Kindern wäre damit nicht geholfen. Kann ich irgendwie mit Ihnen in Kontakt treten (ohne die Öffentlichkeit) um Ihnen den Fall etwas näher zu schildern? 

Viele Grüße Schneemann0597

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Ich habe zum Einen selbst ein KITA-Kind, welches ich dann und wann mal nebenbei darüber ausfrage, ob und wie in der KITA "böse" Kinder bestraft werden und ob es selbst schon mal bestraft wurde.

Was genau haben jetzt deine Erfahrungen mit dem Kita Kind zu tun? Vielleicht ist das KITA Kind auch nur von deinem Befragungsstil überfordert weil es vielleicht gar nichts zu befragen gibt!?! Auch ist fraglich in wievielen Kitas du diese umfangreichen Erfahrungen gemacht hast. Dadurch das auch soviel moralisiert wird wird es nicht nur für Eltern sondern auch für Erzieher immer schwieriger. Ein Kind zu erziehen ist ansich ja schon beinahe eine Straftat. Ich selbst hatte sehr strenge Eltern und ich verurteile das in keinster Weise. Auch in dem Kitaplatz den ich hatte gab es klare Regeln und bei Kindern die sich sehr daneben benommen haben war es auch "normal" das die in der Ecke standen oder mal nicht mitspielen durften. Lieber wachse ich so auf als mit einer antiauthoritären Erziehung wo Kindern keine Grenzen und entsprechende Konsequenzen mehr aufgezeit werden dürfen.

Geht es in der Kindererziehung nicht immer noch darum ein Kind auf das Leben vor zu bereiten? Auf ein Leben in dem die Anforderungen und der Leistungsdruck immer mehr werden. Aber auch auf gute Manieren und Umgangsformen Wert gelegt wird? Wie eignet sich das ein Kind an wenn man es nicht "erziehen" sondern nur "begleiten" soll ohne klare Regeln und ohne Konsequenzen?

Das Kindern die lebhaft sind mangels Wissen eine Erkrankung angedichtet wird ist genauso kontraproduktiv und natürlich auch sehr einfach so müssen sie sich mit diesen Kindern nicht auseinander setzen und auch nichts hinterfragen. Im Endeffekt muss jeder auf sich selbst gucken und abwägen und sich gut informieren.

Hallo Ostsee,

Ein Kind zu erziehen ist ansich ja schon beinahe eine Straftat.

Nein, das ist eindeutig falsch und kommt daher, dass ins uns wohl noch weit verbreitet die eigene Erziehung gefahrvoll lauert. Da haben wir nämlich gelernt, dass Gewalt das Mittel der Wahl bei der Erziehung ist. Und die ist seit dem 02.11.2000 bei uns in Deutschland zu Recht verboten! Weil es nämlich auch ohne Gewalt geht, und sogar viel besser!

Zugegeben, es ist nicht einfach die alten Zöpfe abzuschneiden und neues zu wagen. Dazu ist nämlich eine ganze Menge Arbeit und Disziplin notwendfig, und zu der sind unsere Zeitgenossen offenbar nicht so ganz fähig! Ich habe z.B. Pädagogik und Psychologie studiert, nicht mit dem Ziel einen Abschluss zu machen, sondern rein aus Interesse daran. Den Abschluss habe ich in Elektrotechnik! Und da habe ich die Grundlagen kennengelernt! Die Lerngesetze z.B.. Und dass wir am Vorbild sehr viel lernen. Und genau da liegt das Problem: Die meisten haben eine Erziehung nach altem Stil genossen, mit Gewalt. Und da liegt es halt nahe, wenn die Kinder die Erwachsenen ärgern, die alten Methoden anzuwenden, um das Kind zu disziplinieren! Ok, schlagen wird immer verpönter, aber an die Stelle der körperlichen Gewalt tritt die seelische Gewalt! Und die breitet sich immer weiter aus, in Form von Mobbing z.B.. Und seelische Gewalt lässt sich einfach schwerer nachweisen, denn meist kann sie ottonormalbürger gar nicht erkennen, weil er die Pöbeleien für normal hält! Und ja, die Kinder haben Heute ein Recht auf gewaltfreie Erziehung! Das ist gut so!

Das theoretische Wissen um eine vernünftige Erziehung hat mir geholfen, die Gewalt zu erkennen, die überall um uns herum herrscht! Und ich bin ganz einfach davon losgekommen: Bei meiner Erziehung habe ich auch Gewalterfahrungen gemacht. Zum Glück nur bei meinen Eltern und zum Glück wurde ich größtenteils von meinen großeltern erzogen! Auch meine Lehrer waren modern und aufgeschlossen, so dass die Gewalterfahrungen in der Schule sich in engen Grenzen hielt. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Lehrer, der mit Abstand den größten Respekt genoss, selbst acuh gewaltfrei war! Gewalt und Respekt schliesen sich in meinem Weltbild nämlich aus!

Als ich feststellte, dass ich mich über meine Kinder ärgern musste, habe ich einmal nachgedacht, und festgestellt, dass es eigentlich unwahrscheinlich ist, dass sie mich ärgern wollten. Auch war es Unsinn anzunehmen, dass meine Kinder mir immer zu Gefallen haben! Also stellte ich fest, dass es an mir lag, ob ich mich ärgere oder nicht. Also habe ich innerlich immer einen Standpunktwechsel vollzogen: Ich habe mir genau Gedanken über das Verhalten meiner Kinder gemacht, und mich gefragt, ob es da noch etwas zu lernen gibt. Konnte ich das bejahen, dann lag es an mir, dem Kind das beizubringen. Zuerst habe ich mir überlegt, warum das Kind das überhaupt können muss. Das war die Grundlage dafür, dem Kind das vernünftig zu erklären. Natürlich war es manchmal notwengi, da etwas länger darüber zu reden, denn manchmal war es für das Kind einfacher, das erst einmal abzulehen. Das ist aber leicht verständlich, denn Kinder haben oft nicht den Überblick, wofür das erwartete Verhalten gut sein soll. Aber nachdem ich es als meine Aufgabe angesehen habe, genau das dem Kind zu erklären, haben unsere Kinder das auch früher oder später verstanden und an der Umstzung mitgearbeitet. Gleichzeitig haben unsere Kinder erfahren, dass wir sie ernst nehmen und uns an ihrem Wohl liegt. Das hat vieles erleichtert! Auch war uns klar, nur weil die Kinder verstanden haben, warum welches Verhalten sinnvoll ist, haben sie sich natürlich nicht immer gleich so verhalten! Deshalb war es nötig das Verhalten zu üben! Das konnten wir mit Gelassenheit und Geduld dann leicht unterstützen!

Das Ergebnis ist heute bei unseren mittlerweile erwachsenen Kindern, dass sie eingesundes Selbstbewusstsein haben, und bei Kritik ohne Aufregung überlegen können, ob sie ihr Verhalten ändern wollen. Sie müssen nicht aggressiv auf jede Art von Kritik regieren und diese grundsätzlich erst einmal zurückweisen. Und das ist schon viel mehr, als die Genossen der autoritären Erziehung können. Würden die Mehrheit der im pädagogischen Bereich tätigen Menschen das erkennen (und damit meine ich auch die Eltern) wären wir heute viel weiter und könnten so manchen alten Zopf abschneiden! Stattdessen erleben wir Heute eine Renaissance der Gewalt in unserer Gesellschaft! Und ich sehe ganz selten, dass sich die Leute darüber überhaupt Gedanken machen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Es ist möglich, unsere Kinder gewaltfrei zu anständigen, nützlichen Mitgliedern unserer Gesellschaft zu erziehen und dann ist Erziehen keine Straftat!

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