Besteuerung Deutschland USA

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4 Antworten

Wie muss ich das in der Steuererklärung angeben?> Beispiel: der Kunde kauft eine Dienstleistung für 100€ netto / 119 € brutto ein.>

100€ kommen in Zeile 26, steuerpflichtige Umsätze zu 19% der Umsatzsteuervoranmeldung.

Diese Leistung vermittle ich in die USA woraufhin ich eine US Rechnung von 80€ bekomme. Bekomme ich dann für die 80€ die Ust. zurück? (s.h. Reverse Charge)>

Die Leistung ist grundsätzlich im deutschen Inland steuerbar und steuerpflichtig, da die Leistung an einen Unternehmer für dessen Unternehmen erbracht wird und der Leistungsempfänger, nämlich Du, sein Unternehmen vom deutschen Inland aus betreibt (§ 3a Abs. 2 UStG). Die Steuerschuld geht bei einer im deutschen Inland steuerbaren und steuerpflichtigen Leistung auf den im deutschen Inland ansässigen Leistungsempfänger – also auf Dich - über, da der Leistungserbringer (der Amerikaner) im Ausland ansässig ist (§ 13b Abs. 1 i.V.m. Abs. 5 Satz 1 UStG). Der ausländische Leistungserbringer erstellt eine Nettorechnung mit Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld z.B. durch Angabe "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers"in Deutschland. Du bist verpflichtet den Umsatz in Deiner Umsatzsteuervoranmeldung zu erklären und die Steuerschuld auszuweisen. Da Du offensichtlich vorsteuerabzugsberechtigt bist, machst Du gleichzeitig die Umsatzsteuer als Vorsteuer in Deiner Voranmeldung geltend:

80€ werden in Zeile 40, Kennziffer 60 (übrige steuerpflichtige Umsätze, für die der Leistungsempfänger die Steuer nach § 13b (5) schuldet eingetragen. Gleichzeitig trägst Du diesen Umsatz in Zeile 49, Kennziffer 52 ein.

Wobei ich Meandor recht gebe. § 13b UStG ist kompliziert. Es wäre schon hilfreich, wenn Du den Sachverhalt etwas genauer schildern würdest.

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Nein, die Rechnung aus den USA ist ja (vermutlich) netto ohne eine Deutsche oder EU-Mehrwertsteuer. Sollte sie eine VAT enthalten, können sie den Absender aufmerksam machen, dass er dazu im Ausland nicht berechtigt ist und die Rechnung noch einmal netto sendet.

Das Geschäft in Deutschland ist mehrwertsteuerpflichtig. Ihre Dienstleistung an Deutschen Kunden.

Man muss ja klar zwischen Geschäften in Deutschland bzw. der EU und Ländern ausserhalb der EU unterscheiden.

Vorsteuer kann man nur innerhalb der EU geltend machen. Würde also die Rechnung nicht aus den USA sondern aus Frankreich kommen, so könnte entweder der Absender die Mehrwertsteuer weglassen, da er ihre Umsatzsteuer-ID angibt, oder sie könnten die angegeben Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Sie muss aber auf der Rechnung ausgewiesen sein.

Ich hoffe damit geholfen zu haben.

Wer kauft bei wem und was bekommst Du? Rein von der Beschreibung Deiner Tätigkeit könnte es sogar eine Dienstleistungskommission sein. Das macht die Ortsbestimmung nicht einfacher. Wenn Du eine vernünftige Antwort willst, dann schildere einfach mal genau, was verkauft wird, wer die Leistung erbringt und wer in welchem Namen auftritt. Du musst ja nicht die echten Namen nehmen.

"Diese Leistung vermittle ich in die USA woraufhin ich eine US Rechnung von 80€ bekomme. Bekomme ich dann für die 80€ die Ust. zurück? (s.h. Reverse Charge)"

Das siehst du vollkommen richtig.

Das ist eine sonstige Leistung, die der Amerikaner dir erbringt. Die ist hier steuerbar, steuerpflichtig und aufgrund von reverse charge 13b von dir zu versteuern.

Diese Versteuerung ist Vorsteuer Inland und als solche abzugsfähig.

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