Beste/r Bundeskanzler/in, der deutschen Geschichte?

Das Ergebnis basiert auf 29 Abstimmungen

Konrad Adenauer(CDU) 38%
Willy Brandt(SPD) 31%
Helmut Schmidt(SPD) 21%
Kurt Georg Kiesinger(CDU) 3%
Helmut Kohl(CDU) 3%
Gerhard Schröder(SPD) 3%
Ludwig Erhard(CDU) 0%

5 Antworten

Konrad Adenauer(CDU)

Meiner Meinung nach ganz klar Konrad Adenauer, denn er hat in ganz entscheidendem Maße dazu beigetragen, dass die Bundesrepublik eine sehr stabile Demokratie geworden ist. Unter ihm sind Leitlinien wie die soziale Marktwirtschaft oder die Westbindung eingebracht worden, die den wirtschaftlichen Erfolg Westdeutschlands und der vereinigten Bundesrepublik bis heute sicherstellen.

Adenauer war ein eher autoritärer Politiker, der heute wohl kaum eine Wahl gewinnen würde. Für die damalige Zeit, insbesondere mit der Erinnerung an die labile Weimarer Republik im Nacken, war er aber die richtige Person, um den Deutschen zu verdeutlichen, dass Demokratie weder Blockade noch Instabilität bedingt.

Konrad Adenauer(CDU)

Abgesehen davon, dass es immer noch Menschen, vorallem von tiefem Neid erfüllte Altstalinist/innen gibt, die es Adenauer in historischer Unkenntnis immer noch übel nehmen, dass er nicht die Macht hatte, auch den Menschen in der Ostzone unter stalinistisch-parteidiktatorischer Herrschaft die Freiheit und den Wohlstand zu bringen, der in Westdeutschland für die dortige Bevölkerung gesichert worden ist, wird Adenauer in der geschichtswissenschaftlichen Forschung als Politiker durchaus positiv gesehen. Denn er hat, wie es der damalige Bundestagspräsident Eugen Gerstenmeier beim Rücktritt Adenauers vom Amt des Bundeskanzlers formuliert hat, sich um das Vaterland verdient gemacht!

Nach dem Krieg hatten die vier Alliierten die Regierungsgewalt in Deutschland übernommen und das Land in Besatzungszonen aufgeteilt. Mit Fortschreiten des Kalten Krieges sicherten sich sowohl die westlichen Alliierten als auch die Sowjetunion die mehr oder minder freiwillig-gezwungene Unterstützung ihrer Besatzungszonen. Die Westmächte sorgten als Gegenleistung für die Gründung der Bundesrepublik in Westdeutschland, damit die dortigen Deutschen sich als freiheitlich-demokratische Gesellschaft bewähren konnten, während die Sowjetunion die sog. DDR als von Moskau gelenkte Parteidiktatur errichtete und ihre "Ostzone" noch weiter ausbeutete.

Adenauer war nach den furchtbaren Verbrechen der Nazizeit daran gelegen, den in der Welt beschädigten Ruf der Deutschen als eines zivilisierten Volkes wiederherzustellen. Zugleich musste er verhindern, dass wenigstens die Bundesrepublik, also Westdeutschland und seine Bevölkerung, der Sowjetdiktatur in die Hände fiel. Weil die Bundesrepublik keine militärische Macht war und sein konnte, brauchte er die Westmächte, um Westdeutschland gegen die sowjetische Bedrohung zu verteidigen. Verständlich war die Reaktion Adenauers, auch einen deutschen Militärbeitrag anzubieten, selbst wenn er nur unter internationalem Befehl akzeptiert werden würde. Denn die militärische Verteidigung allein den Westmächten zu überlassen, wäre von den Westdeutschen natürlich feige und als alleinige Aufgabe für die Westmächte eine Zumutung gewesen. Adenauers Anerbieten wurde angenommen, und weil sich die westdeutsche Demokratie als lebensfähig und zuverlässig erwiesen hatte, erhielt sie 1955 die Souveränitätsrechte zurück und zugleich die Pflicht, im Rahmen der Natomitgliedschaft der Bundesrepublik eine "Bundeswehr" aufzubauen.

Die Westintegration zur Sicherung der Freiheit und Demokratie in der Bundesrepublik war für Adenauer alternativlos. Einer stalinistischen Sowjetdiktatur, die zuvor mit dem Naziregime paktiert hatte, war in keinem Falle zu trauen! Das bedeutet nicht, dass Adenauer die Wiedervereinigung und die Befreiung der "Ostzone" bzw. der sog. DDR aufgegeben hätte. Doch ihm war angesichts der Blockbildung klar, dass dieses Ziel nur auf dem Weg umfassender Vertrauensbildung zu erreichen war. Adenauer hat dieses Vertrauen zu Westdeutschland bei den Westmächten durch seine verlässliche Politik hergestellt, durch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Sowjetunion hat er außerdem den Weg vorbereitet, den dann Willy Brandt als Kanzler gegangen ist, nämlich auch bei den Mächten des Ostblocks Vertrauen zur Bundesrepublik zu schaffen. Adenauer war klar, dass eine Vereinigung der beiden deutschen Staaten zu einem gemeinsamen Staatswesen nur auf dem einvernehmlichen Wege des Spannungsabbaus zwischen den gegnerischen Blöcken des Kalten Krieges und schließlich der Beendigung dieses Kalten Krieges möglich sein würde. Die Geschichte hat ihm Recht gegeben!

Adenauer war auch wichtig für die EU, weil er in dem Bewusstsein, dass Kriege zwischen engen Partnern in Wirtschaft und Politik nicht mehr geführt werden, die Gründung einer Gemeinschaft europäischer Länder begrüßte. Enge Partner bauen Vertrauen zueinander auf und kooperieren auf vielen Gebieten miteinander, was zum Abbau nationalistischer Verhärtungen beiträgt und letztlich zum Nutzen aller beteiligten Länder und Völker führt. Adenauer persönlich konnte auf die Erfahrungen zweier furchtbarer Weltkriege zurückgreifen und zog daraus seine Lehren. Besonders mit Frankreich wollte er eine jahrhundertealte "Erbfeindschaft" endlich beenden und sie zu Motoren der europäischen Einigung machen. Daher war es ihm wichtig, dass Frankreich und Deutschland, dann die ihnen benachbarten Beneluxstaaten und Italien zu einer Aussöhnung kamen und zusammenarbeiteten, nicht zuletzt auch, um dem Sowjetkommunismus geschlossen entgegenzutreten.

Gewiss sollte ebenso die deutsche Wirtschaft und das deutsche Volk davon profitieren, denn die Bundesrepublik brauchte Geld, um den Wiederaufbau nach dem verlorenen Krieg, die Wiedereingliederung der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen und die Entschädigungen für die Opfer der Naziverbrechen, aber auch seine Verpflichtungen aus der NATO-Mitgliedschaft (Aufbau der Bundeswehr) sowie ein Sozialsystem, das die positive Einstellung der Deutschen zur Demokratie förderte, zu finanzieren. Adenauer hatte also innen- wie außenpolitische Gründe, am Aufbau der EWG/EU führend mitzuwirken. Er unterstützte daher die Entstehung der EWG 1957 zusammen mit anderen, weitblickenden Politikern in Westeuropa. Wir profitieren daher heute von der Weitsicht dieser Politiker.

Bleibt gesund und vernünftig!

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Super geschrieben!

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@xxxJohannaxxx

Nur will er die Wahrheit ueber Adenauer, die nach Jahren unter Verschluss, von Spiegeljournalisten ausgegraben wurden, nicht lesen.

Layout 1

Somit ist der Bericht nicht ausgewogen und faengt auch gleich mit der Diffamierung anderer User an.

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Das lässt sich so nicht beantworten jede Zeit hat ihre politische Führung . Kontinuität ist ein Zeichen von Qualität aber zum Ende hin auch Stillstand.

So hat -

  • Konrad Adenauer den Grundstein legen können
  • Helmut Kohl durch schnelles handeln Deutschland zusammengeführt
  • Gerhard Schröder erkannt, dass die SPD Politik (siehe Rente und Wirtschaft) in die Sackgasse - ins wirtschaftliche Elend führt und nach einigem zögern die Wende durch seine Agenda 2010 eingeleitet
  • Angela Merkel hat davon profitiert und in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs regieren können.

Wir werden sehen, wer da zukünftig die richtigen Rezepte haben wird......

Willy Brandt(SPD)

So gerade noch vor Helmut Schmidt.

Ohne die Ostpolitik unter Brandt wäre es mit der Wiedervereinigung nichts leicht und schnell gegangen, unter seiner Regierungszeit wurden die Grundsteine dafür gelegt.

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