Bestellung eines Betreuers

7 Antworten

Nur der Betroffene selbst kann eine Betreuung beantragen - andere Personen können dies nur anregen - das Gericht kann gegen den freien Willen des Betroffenen keine Betreuung einrichten (§ 1896 BGB).

Wenn er sonst irgendwelche Hilfen braucht, sollte man sich an entsprechende Einrichtungen vor Ort wenden - auch hier gilt: der Betroffene muß das auch wollen...

Deine Annahme ist falsch. Ein gesetzlicher Betreuer wird nicht dafür bezahlt zwei Mal in der Woche nach dem Rechten zu sehen. Ein gesetzlicher Betreuer übernimmt Aufgaben welche die zu betreudende Person nicht selbst regeln kann. Zu diesen Aufgaben gehört nicht der Haushalt, die Ernährung, andere soziale Dinge.

Einem Süchtigen sollte unbedingt das Recht eingeräumt werden komplett auf die eigene Nase fallen zu dürfen. Dann vermüllt er halt, dann hungert er halt. Wenn Du nicht zusehen kannst dann gehe in eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken. Gehe auf die Seite der Landesstelle für Suchtgefahren Deines Bundeslandes und schaue nach wo die nächste Beratungsstelle ist. Und lasse Du Dir helfen.

Ich bin übrigens süchtig. Und dankbar dass ich die Möglichkeit hatte so tief fallen zu dürfen dass ich vor der Entscheidung stand entweder meine Suchterkrankung zum Stillstand bringen zu wollen oder zu verrecken. Das ist mittlerweile einige Jahrzehnte her. Ich habe mich also damals für das Leben entschieden.

Natürlich kannst Du zum Familiengericht gehen, falls vorhanden zum Betreuungsgericht - manche Städte weigern sich ein Betreuungsgericht zu haben - und da um eine entsprechend gesetzliche Betreuung für diese Person bitten. Sei Dir bitte bewusst dass Du bei Suchterkrankung das Gegenteil dessen bewirken kannst Was Du beabsichtigst. Suchterkrankung ist nicht mit irgendeiner anderen Erkrankung gleich zu setzen. Wir brauchen kein Helfersyndrom. Wir brauchen erst mal Ehrlichkeit. Also gehe zu der Person hin und sage ihr ehrlich und offen ins Gesicht Was Du empfindest. Dann bringe so viel Respekt auf die Entscheidung des Gegenübers zu respektieren. Da steckt dann auch Achtung der anderen Person gegenüber mit drin. Über einen toten Gegenstand magst Du hinterrücks entscheiden. Bei Menschen wäre ich ein wenig vorsichtiger.

§ 1896 BGB:

Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen. Soweit der Volljährige auf Grund einer körperlichen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen kann, darf der Betreuer nur auf Antrag des Volljährigen bestellt werden, es sei denn, dass dieser seinen Willen nicht kundtun kann.

(1a) Gegen den freien Willen des Volljährigen darf ein Betreuer nicht bestellt werden.

(2) Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, der nicht zu den in § 1897 Abs. 3 bezeichneten Personen gehört, oder durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können.

(3) Als Aufgabenkreis kann auch die Geltendmachung von Rechten des Betreuten gegenüber seinem Bevollmächtigten bestimmt werden.

(4) Die Entscheidung über den Fernmeldeverkehr des Betreuten und über die Entgegennahme, das Öffnen und das Anhalten seiner Post werden vom Aufgabenkreis des Betreuers nur dann erfasst, wenn das Gericht dies ausdrücklich angeordnet hat.

Eine Suchterkrankung ist aber keine der gesetzlich normierten Krankheitsvoraussetzungen. Es müsste dann zumindest noch eine Erkrankung dazu kommen und ärztlich attestiert werden; z.B. Korsakow-Syndrom, Psychose, Depression etc. Betreuer sind Fachleute, die durch den Dschungel lotsen, und sind durchaus wertvoll.

Das örtliche Amtsgericht ist zuständig und muss nur irgendwie verlässlich (ärztliches Attest) von der Notlage erfahren. Den Rest muss das Gericht selbst ermitteln.

Ein solcher Betreuer kann stellvertretend für den Betroffenen handeln, also z.B. Anträge stellen, das Geld verwalten, eine häusliche Versorgung organisieren, etc. Halt alles veranlassen, was notwendig ist und zumindest Aussicht auf Erfolg hat. Aber die Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Berufsmäßige Betreuer sind Fachleute, die sich sowohl mit der Erkankung als auch mit den rechtlichen Gegebenheiten auskennen und einen Weg aus dem Abgrund mit professionellen Hilfen aufzeigen können. Gerade bei solchen Erkrankungen sind Laien fast ausnahmslos hoffnungslos überfordert. Ob und wann der Betroffene den Weg aus dem Abgrund mitgeht, muss er jedoch letztlich selbst entscheiden. Es kann niemand einen Suchtkranken zwingen von Heute auf Morgen die Suchtmittel wegzulassen.

darf eine Klinik einfach so einen Betreuer bestellen?

Hallo hier suche ich wieder mal einen guten Rat : Und zwar bin ich seit 4 Wochen Ptient in einer psychiatrischen Klinik (Ohrgeräusche traten erneut auf nun geht es mir aber wieder sehr gut, da diese jetzt wieder weg sind.)

Die Klinik hat einfach so gegen meinen Willen einen Betreuer bestellt für die Aufgaben Gesundheit & Finanzen obwohl ich gar keine Betreuung möchte. Ich habe einen Verwandten angegeben daß er ggf die Angelegenheiten für mich macht, doch dieses scheiterte so bekam ich einen Fremden.

Kann die Klinik einfach so ohne meinem Willen einen Betreuer bestellen ? Kann ich mich noch wehren ?????? Ü-morgen, Montag 10.11. kommt der Betreuer in die Klinik zu mir und stellt sich vor. Sowas geht doch gerichtlich ab. Der Richter entscheidet normal ob eine Betreuung erforderlich ist oder nicht und der Betreute kann sich ja auch wehren denke ich.

Was soll ich tun wenn die Ärzte gegen meinen Willen einen Betreuer bestellen ? Dürfen die das überhaupt ?????? Bei mir wurde Psychose festgestellt, aber diese ist mittlerweile recht gut eingestellt dank Medikamenten. Sowas kann man behandeln... aber deshalb gleich einen Betreuer ???? Wie gehe ich dagegen an und was soll ich machen ???? Geht das wirklich so schnell einen Betreuer zu bekommen ohne erst im Amtsgericht vorzusprechen ????

Kann ich was tun ????? Bitte verzweifelt um Hilfe. Krankenhäuser dürfen nicht einfach so eine Betreuung anregen

lg eipick

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Ich bin aufgrund meiner Alkoholkrankheit auf richterlichen Beschluss für 6 Monate in eine geschlossene Einrichtung verbracht worden. Ich stehe unter Betreuung. Ich wollte diese Zeit nutzen um körperlich wieder auf die Höhe zu kommen. Bei Einlieferung (zuvor 4 wöchige Entgiftung im KH) war ich aufgrund meiner körperlichen Verfassung auf einen Rollstuhl angewiesen (extreme Rückenschmerzen / Lähmungserscheinungen in den Füßen. Die zuständige Ärztin diagnostizierte das ich an Polyneuropathie (Alkoholbedingte Schädigung meiner Rückennerven) leide. Ich bekomme seit dem starke Schmerzmittel und Ergo sowie Physiotherapie. Nach 3 Monaten (9 Therapeuten einer Praxis die Koop. Partner fungiert) war ich von Rollator über Gehstock zu eigenständigen gehen fortgeschritten. 9 Therap. weil alle in diesen 3 Mo. gekündigt hatten. Auf einmal wurde meine Th. Sitzungen unregelmäßiger (Rezepte vorh.) bis sie ganz eingestellt wurden. Ergebnis, ich sitze wieder im Rollstuhl. Alle Bemühungen meinerseits die Therapien wieder aufnehmen zu dürfen waren vergeblich. Ich habe meine Betreuerin aufgefordert mir zu helfen, die Leitung der Einrichtung gebeten mir zu helfen, kein Ergebnis obwohl in dem Heimvertrag festgehalten ist das die Einrichtung verantwortlich für die Durchführung aller Therapien ist. Telefonate, Emails, Faxe und postalische Aufforderungen meinerseits an alle Beteiligten führten zu keinem Ergebnis. Ich war immer noch in dieser Einrichtung da mein Beschluss noch nicht ausgelaufen war. Ich habe mich auch an den Zuständigen Amtsrichter angeschrieben (Einschreiben Rückschein), keine Antwort. Aufgrund meiner körperlichen Einschränkungen (inzw. Wohnung weg) habe ich es auch nicht geschafft mir eine neue Wohnung zu suchen. Nach 6 Monaten war der Beschluss aufgehoben und ich war ein freier Mensch, theoretisch. Da ich aber keine Wohnung hatte blieb mir nur der weitere Aufenthalt in der Einrichtung (2.500 € monatlich). Nach 8 Monaten hatte ich endlich ein Hostel gefunden in dem ich mich einmieten konnte. Nun sitze ich in einem winzigen Zimmer in dem ich mich nicht mit einem (geliehenen) Rollator bewegen kann (ca. 6 qm), einen Rollstuhl habe ich nicht. Ich bin 51 Jahre alt, aufgrund meiner Alkoholkrankheit verrentet und denke über die denkbarst schlechteste Lösung nach. Abgesehen davon das ich finanziell am Ende bin geht mein körperlicher Verfall immer weiter. Ich weiß nicht mal ob ich noch Krankenversichert bin da es Probleme mit der Krankenkasse gibt um die sich meine Betreuerin kümmern wollte. Die habe ich seit Monaten nicht mehr gesehen. Auf Emails, Anrufe (nur Mailbox) oder Briefe keine Reaktion. Bei meinem Letzten Zusammentreffen mit Ihr (vor ca. 3 Monaten) teilte Sie mir mit Sie habe Probleme mit Ihrer Telefonanlage daher keine Anrufe oder Faxe auf dem Festnetz. Rufe ich selbst bei der Krankenkasse an um mich nach dem Sachstand zu erkundigen werde ich abgewiesen da ich ja unter Betreuung stehe. Was kann ich noch tun?? ich weil nicht mehr weiter?

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