Bestellung eines Betreuers

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7 Antworten

Was du mit Betreuer beschreibst, ist wohl eher ein aufsuchender Pflegedienst, der sich um die "Alltagsbewältigung" kümmert. bzw. eine Hauswirtschaftshilfe.

Gerade im Bereich der Behindertenpflege gibt es sog. Sozialassistenten, die helfen bei Antragstellungen, Ämterangelegenheiten, bei Terminen begleiten, aber auch zum Arzt.

Der Begriff des Betreuers ist eher reserviert für den amtlich bestellten Betreuer, der allerdings auch ein Familienangehöriger sein kann.

Wenn du Familienmitglied bist, dann kannst du beim Amtsgericht einen Antrag stellen, dass du die Betreuerschaft für den Betreffenden übernehmen willst.

Dann wird sich ein Gutachter zuvor den Betreffenden, seine Wohn-und Lebensverhältnisse anschauen, inwieweit hier wirklich Bedarf besteht, bestimmte Bereiche des Lebens durch einen fremden Menschen übernehmen zu lassen.

Ob das notwendig ist, welche Bereiche es betrifft und welche Entscheidungsbefugnis dem Betreuer übertragen wird, das entscheidet letztlich ein Richter am Amtsgericht.

Wenn es um die Alltagshilfe geht, dann sollte man mit der Pflegekasse seiner Krankenkasse reden, was zu tun ist, um möglicherweise eine Pflegestufe zu erhalten.

Ob dieser Mensch seinen Alltag wirklich nicht bewältigt - intellektuell und körperlich - als Folge seiner Suchtproblematik oder ob es ihm einfach nur egal ist - das kann schon entscheidend sein, was externe Hilfen anbelangt. Denn die müssen ja bezahlt werden.

Ich vermute mal, dass die Person, die du meinst, das allein finanzieren könnte.

Wenn du allerdings jemanden hast, dem es - sicher aufgrund seiner Lebenssituation und der Suchterkrankung - einfach nur egal ist, wie er lebt, der aber ansonsten klar und orientiert ist - dann wird es schwer, da eingreifen zu können.

In manchen Fällen hast du nur - so schwer das ist - die Möglichkeit, zuzusehen, wie sich jemand zugrunde richtet.

Und der Begriff der Selbstgefährdung beinhaltet ja nicht die langfristige Schädigung durch Alkoholabusus - in physischen, mentalen und sozialen Bereich.

Falls derjenige aber jemand ist, mit dem du sonst nichts zu tun hast, kannst du dich auch an den Psychosozialen Dienst der Kommune wenden.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

FranzJohannes 19.09.2013, 14:12

In manchen Fällen hast du nur - so schwer das ist - die Möglichkeit, zuzusehen, wie sich jemand zugrunde richtet.

Und verbeamtete Mitarbeiter des Gerichts haben weniger Arbeit, oder was dieser Spruch bedeuten ohne wenigstens etwas versucht zu haben?

Und der Begriff der Selbstgefährdung beinhaltet ja nicht die langfristige Schädigung durch Alkoholabusus - in physischen, mentalen und sozialen Bereich.

Was beinhaltet denn der Begriff der Selbstgefährdung? Diese Antwort wäre doch wertvoll!

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§ 1896 BGB:

Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen. Soweit der Volljährige auf Grund einer körperlichen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen kann, darf der Betreuer nur auf Antrag des Volljährigen bestellt werden, es sei denn, dass dieser seinen Willen nicht kundtun kann.

(1a) Gegen den freien Willen des Volljährigen darf ein Betreuer nicht bestellt werden.

(2) Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, der nicht zu den in § 1897 Abs. 3 bezeichneten Personen gehört, oder durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können.

(3) Als Aufgabenkreis kann auch die Geltendmachung von Rechten des Betreuten gegenüber seinem Bevollmächtigten bestimmt werden.

(4) Die Entscheidung über den Fernmeldeverkehr des Betreuten und über die Entgegennahme, das Öffnen und das Anhalten seiner Post werden vom Aufgabenkreis des Betreuers nur dann erfasst, wenn das Gericht dies ausdrücklich angeordnet hat.

Eine Suchterkrankung ist aber keine der gesetzlich normierten Krankheitsvoraussetzungen. Es müsste dann zumindest noch eine Erkrankung dazu kommen und ärztlich attestiert werden; z.B. Korsakow-Syndrom, Psychose, Depression etc. Betreuer sind Fachleute, die durch den Dschungel lotsen, und sind durchaus wertvoll.

Das örtliche Amtsgericht ist zuständig und muss nur irgendwie verlässlich (ärztliches Attest) von der Notlage erfahren. Den Rest muss das Gericht selbst ermitteln.

Ein solcher Betreuer kann stellvertretend für den Betroffenen handeln, also z.B. Anträge stellen, das Geld verwalten, eine häusliche Versorgung organisieren, etc. Halt alles veranlassen, was notwendig ist und zumindest Aussicht auf Erfolg hat. Aber die Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Berufsmäßige Betreuer sind Fachleute, die sich sowohl mit der Erkankung als auch mit den rechtlichen Gegebenheiten auskennen und einen Weg aus dem Abgrund mit professionellen Hilfen aufzeigen können. Gerade bei solchen Erkrankungen sind Laien fast ausnahmslos hoffnungslos überfordert. Ob und wann der Betroffene den Weg aus dem Abgrund mitgeht, muss er jedoch letztlich selbst entscheiden. Es kann niemand einen Suchtkranken zwingen von Heute auf Morgen die Suchtmittel wegzulassen.

Deine Annahme ist falsch. Ein gesetzlicher Betreuer wird nicht dafür bezahlt zwei Mal in der Woche nach dem Rechten zu sehen. Ein gesetzlicher Betreuer übernimmt Aufgaben welche die zu betreudende Person nicht selbst regeln kann. Zu diesen Aufgaben gehört nicht der Haushalt, die Ernährung, andere soziale Dinge.

Einem Süchtigen sollte unbedingt das Recht eingeräumt werden komplett auf die eigene Nase fallen zu dürfen. Dann vermüllt er halt, dann hungert er halt. Wenn Du nicht zusehen kannst dann gehe in eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken. Gehe auf die Seite der Landesstelle für Suchtgefahren Deines Bundeslandes und schaue nach wo die nächste Beratungsstelle ist. Und lasse Du Dir helfen.

Ich bin übrigens süchtig. Und dankbar dass ich die Möglichkeit hatte so tief fallen zu dürfen dass ich vor der Entscheidung stand entweder meine Suchterkrankung zum Stillstand bringen zu wollen oder zu verrecken. Das ist mittlerweile einige Jahrzehnte her. Ich habe mich also damals für das Leben entschieden.

Natürlich kannst Du zum Familiengericht gehen, falls vorhanden zum Betreuungsgericht - manche Städte weigern sich ein Betreuungsgericht zu haben - und da um eine entsprechend gesetzliche Betreuung für diese Person bitten. Sei Dir bitte bewusst dass Du bei Suchterkrankung das Gegenteil dessen bewirken kannst Was Du beabsichtigst. Suchterkrankung ist nicht mit irgendeiner anderen Erkrankung gleich zu setzen. Wir brauchen kein Helfersyndrom. Wir brauchen erst mal Ehrlichkeit. Also gehe zu der Person hin und sage ihr ehrlich und offen ins Gesicht Was Du empfindest. Dann bringe so viel Respekt auf die Entscheidung des Gegenübers zu respektieren. Da steckt dann auch Achtung der anderen Person gegenüber mit drin. Über einen toten Gegenstand magst Du hinterrücks entscheiden. Bei Menschen wäre ich ein wenig vorsichtiger.

Nur der Betroffene selbst kann eine Betreuung beantragen - andere Personen können dies nur anregen - das Gericht kann gegen den freien Willen des Betroffenen keine Betreuung einrichten (§ 1896 BGB).

Wenn er sonst irgendwelche Hilfen braucht, sollte man sich an entsprechende Einrichtungen vor Ort wenden - auch hier gilt: der Betroffene muß das auch wollen...

Eine Betreuung kann gerichtlich angeordnet werden - auch ohne die Zustimmung des Betroffenen.

Ich denke es wäre sinnvoll sich da mit dem HA zusammen zu setzen , oder ein Angehöriger stellt den Antrag.

Diese Betreuer sind aber meist Berufsbetreuer -- die wohl nicht die Wohnung aufräumen aber vielleicht Essen auf Rädern bestellen, eine weitergehende Betreuung organisieren .... Nur ob er das Essen dann auch isst - bleibt dem Betreuten immer noch allein überlassen.

Vielleicht kannst du dich da mal an einen Betreuungsverein wenden - die können dir da sicher besser Auskunft geben.

bigsur 19.09.2013, 13:38

Hausärzte weden sich sicher nicht mit irgendjemandem zusammensetzen und über ihre Patienten sprechen. Das dürfen sie gar nicht. Und dafür haben sie auch nicht die Zeit, die kasse zahlt das nämlich nicht.

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edfider 19.09.2013, 13:53
@bigsur

Es gibt solche und solche , das kommt auf den Arzt drauf an.

Bei manchen geht das schon , das man wohlgemeinte Sorgen vortragen kann .

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Ich glaube, du verwechselst Betreung mit Pflege. Einen Betreuer, der nur mal schaut, gibt es nicht. Betreuung gibt es für Rechts- und Finanzgeschichten, bei Unterbringung in Heimen, wenn jemand geistig generell oder verübergehend sich nicht um seine Angelegenheiten kümmern kann. Betreuer sind meist Rechtsanwälte, aber auch Verwandte. Aber erkundige dich bei Behörden oder Sozialen Einrichtungen, vielleicht gibts bei letzteren Ehrenamtliche, die sowas machen.

Du bräuchtest aber eine Pflege, dafür brauchts ne Pflegestufe.

den antrag kann man beim gericht stellen,dann wird geprüft.aber wenn er sich nicht helfen lassen will,ist das seine sache

bigsur 19.09.2013, 12:58

den Antrag müßte der Betroffene selber stellen.

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puddingsuppe 19.09.2013, 12:59
@bigsur

nein,den antrag kann erstmal jeder stellen für den betroffenen

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FranzJohannes 19.09.2013, 13:20
@puddingsuppe

Es braucht grundsätzlich keinen Antrag. Das Gericht muss nur irgendwie und halbwegs zuverläsig (ärztliches Attest) von der Notlage erfahren.

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EstherNele 19.09.2013, 13:28
@FranzJohannes

Das wäre mir neu. Ich musste für die Betreuung meines behinderten Sohnes mit seinem 18. Geburtstag auch einen Antrag stellen beim zuständigen Amtsgericht, ebenso wie wir den Wechsel zu einem Berufsbetreuer beantragen mussten.

Und die Unfähigkeit, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können, kann man ohnehin nicht mit einem ärztlichen Attest bescheinigen.

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FranzJohannes 19.09.2013, 14:02
@EstherNele

Sie mussten es dem Gericht mitteilen. Woher sollte das Gericht sonst von Ihrem Sohn und/oder Ihrer Absicht zu einem Betreuerwechsel erfahren Eine Mitteilung ist aber kein Antrag im juristischen Sinne. Wenn Sie es aber umgangsprachlich "Antrag" nenen möchten, soll es halt ein "Antrag" sein. Unfähigkeiten im Alltag kann man sehr wohl ärztlich attestieren. Es wird auch täglich gemacht. Eine der bekanntesten Unfähigkeiten, die ärztlich festgestellt wird ist z.B. die Erwerbsunfähigkeit. Aus Krankheitsbildern gibt es immer Rückschlüsse auf die persönlichen Fähigkeiten, auch z.B. bei einem Beinbruch. Aber auch bei einer Psychose, Depression etc. Bei dem ärztlichen Attest zu Beginn geht es aber vor allem um die Zuverlässigkeit der Angaben, z.B. um zu vermeiden, dass sich jemand einen bösen Scherz erlaubt oder einfach nur die eigene Bequemlichkeit bedienen möchte.

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