Beste Freundin magersüchtig. Was tun?

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3 Antworten

Wenn Sie schon einmal in der Magersucht drin war, dann sollte Sie das eigentlich erkennen und wissen. Aber leider ist das meist so, dass man einen Rückfall als Erkrankte selbst erst spät wahr nimmt oder auch gar nicht. Ich spreche da aus Erfahrung...

Einreden auf die Freundin bring meisten wenig. Du sagst ja selbst sie sieht es nicht. Man kann ihr 100 mal sagen, dass sie schlank ist und es ändert sich nichts. Das ist einfach eine verzerrte Wahrnehmung. Essen anbieten bringt genauso wenig, genauso wie sie darauf anzusprechen, dass sie nichts isst. Bei mir hat man das auch gemacht. Mich hat das immer mehr genervt. Ich habe mich damals ganz isoliert und von Freunden entfernt. Das ist bei den Meisten auch der Fall. Für mich war das so "Die wollen mich mästen, noch fetter werden lassen... wollen nicht, dass ich schlank werde wie sie (obwohl ich schon viel dünner war, das sah ich aber nicht...)" Meine Freunde wollten mir gefühlt einfach was Böses und gönnten mir nichts. Den gleichen Gedanken habe ich von vielen in den Gruppentherapien in den Kliniken gehört.

Was ich dir empfehlen kann. Behandel das Thema nicht mit deine Freundin direkt. Sprich sie nicht darauf an und überrede sie zu nichts. Was sie erst mal braucht ist jemand der bei ihr bleibt und für sie da ist. Am besten tut ihr "Normalität" sprich, behandel sie so wie jeden auch, bzw wie deine beste Freundin bevor sie krank wurde. Das gibt ihr Halt und hält das Vertrauen aufrecht. Das gibt ihr Halt und sie ist nicht alleine, weil alleine sein macht alles nur noch schlimmer. Wenn sie dich auf das Thema anspricht, dann sag ihr ruhig, ich finde nicht, dass du abnehmen brauchst. Du bist schon schlank und du sollst nicht dürr werden. Aber sprich sie nicht von dir aus an.

Dann kann ich dir empfehlen rede mit jemanden. So doof es auch klingt. Ihre Eltern sind zur Zeit die einzigen die ihr helfen können. Und wenn diese noch nicht ganz versagt haben, dann machen die das auch. Auch wenn der Vater brüllt hoffe ich doch, dass er sie trotzdem liebt und hilft. Du kannst direkt mit Ihren Eltern reden. Ansonsten bitte deine Eltern mit ihren Eltern zu reden. Wenn du das "anonym" halten willst, dann kannst du auch einen Lehrer bitten Kontakt mit den Eltern aufzunehmen ohne deinen Namen zu erwähnen. Wenn ihr mehrere seit, also auch andere davon wissen oder was ahnen, könnt ihr auch zusammen dahin gehen. 

Ansonsten gibt es auch Beratungsstellen in jeder näheren großen Stadt. Da kannst du auch erst einmal alleine hingehen und deine Bedenken ausdrücken. Auch dort können sie dir helfen.

Wichtig ist nur: Das ist kein Vertrauensbruch. Deine Freundin wird das zu Beginn vielleicht nicht so sehen. Aber mit dem Weg zur Heilung kommt auch die Einsicht und sie wird merken, wie wichtig dieser Schritt war und wie wichtig sie dir ist. Ich wünsche euch auf jeden Fall das Beste :)

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In vielen Städten gibt es Beratungsstellen für Essstörungen. Nimm sie dort mit hin, wenn sie mitkommt... Dort bekommt sie Adressen von Ärztinnen und Therapeutinnen, die ihr hoffentlich weiterhelfen.

Eine solche Beratungsstelle wird auch Idee haben, wie man das alles den Eltern beibringt: Vielleicht kommen diese einfach mal mit zur Beratung?!

Auf jeden Fall ist es zuviel für Dich, wenn Du die volle Verantwortung für sie übernehmen möchtest. Deshalb brauchst Du erwachsene Experten, die ihr weiterhelfen. Alles Gute für sie und für Dich.

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Immerhin verbirgt nicht in erster Linie der Wunsch, dünn zu sein, sondern ein tiefgründiges, psychologisches Problem, das unbedingt angepackt werden muss!

Der erste Schritt ist, dass deine Freundin ihre Krankheit erkennt, denn sonst ist jede Therapie umsonst. Dieser kann sehr lange dauern und bedarf großes Durchhaltevermögen. Ich habe meine Freundin, wie viele andere in der Familie und Freundeskreis auch, immer wieder drauf angesprochen und meine Sorge geäußert. So konnte sie sich nicht mehr vor ihrer Krankheit verstecken und musste einsehen, dass es jeder merkt. Du solltest auch mit ihren Eltern reden – das ist kein Vertrauensbruch! Magersucht ist eine schlimme Krankheit, deine Freundin braucht dringend Hilfe. Das schaffst du nicht alleine.
Du könntest deine Freundin auch zu einer Beratungsstelle begleiten. 
Aber zwing sie zu nichts :)
Viel glück

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Kommentar von Nini2
26.02.2016, 14:56

Danke für deine Antwort. Ich weiß aber wirklich nicht, wie ihre Eltern reagieren würden 😬 sie hasst ihre Eltern. Fändest du es einen Vertrauensbruch, wenn ich meinen Eltern das erzähle und Rat bei denen suche?
Und ich habe ihr schon gesagt, dass sie jemanden braucht der ihr hilft. dann meinte sie nur alles was sie brauch bin ich und mehr nicht...

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Kommentar von jumper121
26.02.2016, 15:00

ja mit deinen Eltern kannst du natürlich auch reden um rat zu holen aber wenn du meinst,dass es ihren Eltern egal ist und wenn sie nur angeschrien wird dann würde ich es lieber lassen. Aber vielleicht sagt sie sowas auch nur damit du nicht mit ihren Eltern redest.

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Kommentar von Nini2
26.02.2016, 15:03

ja ich glaube nicht, dass ihre Eltern so einfühlsam sind... Ich glaube, dass ich meine Eltern oder meine Schwester frage..  Danke für deine Antwort :)

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