Besonderheiten im Prüfungsrecht?

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7 Antworten

Das ist sehr fair und richtig. Denn Du als Nicht-Autist kannst dich in einer vollen Mensa konzentrieren. Der Autist kann das nicht, ihn lenkt in einem Einzelzimmer schon genug ab.

Wahrscheinlich hat er diesen Nachteilsausgleich genau deshalb bekommen, weil er mit einem Lehrer im Raum ungefähr so viel Stress hat, wie du mit 40 Mitschülern in einem Raum.

Anders gesagt: Gerade weil er ein Einzelzimmer hat, habt ihr beiden dieselben Chancen.

Wenn du Nachteilsausgleiche ungerecht findest, dann müsstest du logischerweise auch gegen Rollstuhlrampen sein, schließlich müssen alle Nicht-Rollstuhlfahrer auch die Treppe laufen. Du müsstest auch gegen Braille-Schrift sein, denn alle Nicht-Blinden müssen schließlich auch hingucken.

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Bitte was??? Ein Nachteilsausgleich für Behinderte ist unfair? Also auch Rampen und Extratoiletten für Rollstuhlfahrer? Können ja laufen- die wollen nur nicht- oder was?
Befasse Dich bitte damit, was Autismus ist... ich bin selbst Autistin und fassungslos und wütend über Deine Frage!

Dennoch will ich Dir mal etwas näher erklären, was es bedeutet, Autismus zu haben. Ich beschränke mich nur auf das, was man täglich wahrnimmt in einem vollen Klassenraum.
Vorab, Autisten können Sinneseindrücke nicht so verarbeiten wie nichtautistische Menschen. Dazu gehören z.B. akustische (Geräusche), optische (grelle Farben, Bewegungen, Neonlicht), chemische (Gerüche), mechanische Reize oder auch Temperaturreize. Jede Sekunde prasseln auf das menschliche Gehirn Millionen von Reizen. Damit man aber konzentriert das tun kann, was man eben gerade macht, hat es einen "Filter", der alle unwichtigen Dinge herausfiltert. Stell es Dir als normale, handelsübliche Kaffeefiltertüte vor. Autisten haben auch so eine, nur sind deren Löcher so groß, als hätte man sie gelocht. Es prasseln mehr Reize auf sie herein. Das kann man nicht willentlich beeinflussen, so wie ein querschnittsgelähmter auch nicht mal eben aufstehen kann, wenn er will.
Du sitzt in dem Raum und kannst ohne weiteres Deine Prüfung schreiben. Gequatscht so wie im Unterricht wird ja sicher nicht- es ist also relativ still. Du riechst zwar, dass das Mädel vor Dir einen schlechten Geschmack hat, was die Art und Dosiermenge ihres Parfüms betrifft, aber schreibst weiter. Vielleicht niest einer und Du erschreckst Dich, kannst aber Sekunden später Deinen Gedanken wieder folgen. Die Wandfarbe mag vielleicht out sein in Deinen Augen, aber sie beeinträchtigt Deine Leistungen nicht. Vielleicht hörst Du nicht mal, wie die Füller, Feinliner und Kulis über das Papier deiner Mitschüler gleitet... und sicher hörst Du nicht ständig Dein Blut rauschen und Deinen Puls- wie Herzschlag. Menschen machen Geräusche, auch beim Atmen, beim blättern im Duden usw.
Starke Gerüche sind für mich kaum aushaltbar. Es verursacht stechende, starke Kopfschmerzen. Oft auch Würgereiz. Wenn jemand niest erschrecke ich und schreie manchmal dabei auf und es dauert sehr lange, bis ich wieder damit fortfahren kann, was ich mache. Jetzt, auf Arbeit (Akkord) verliere ich halt ein paar Minuten und etwas Geld am Monatsende- in einer Prüfung entscheidet es über die vielleicht bessere Note. Geräusche, die ohne Ankündigung auftauchen sind massiv belastend. Grelle Farben ob an Kleidung oder an den Wänden können ebenfalls die Konzentration massiv beeinträchtigen. Bei manchen Farben bekomme ich Kopfweh oder ein starkes Druckgefühl hinter den Augen. Das Geräusch, was andere beim Schreiben machen ist grausam. Da es ja stiller im Raum ist als sonst, wenn andere flüstern, ist das Geräusch noch schärfer, schneidend. Ich kann immer meinen Herzschlag hören, dazu das Blutrauschen und das pochen vom Puls. Es ist verdammt schwer, sich da zu konzentrieren. Wenn man alleine im Raum ist, fallen viele Dinge weg.

Das war ein minimaler Einblick. Es gibt ja noch bedeutend mehr an Sinneseindrücken in einem Raum voller Menschen, aber vielleicht verstehst du jetzt schon, was der Unterschied zwischen Dir und einem Autisten ist im Bezug auf die Wahrnehmung.

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Kommentar von Tom0601
25.05.2016, 11:47

Danke für diesen leicht "sinnlosen" Roman. Diese Antwort war auch gar nicht unnötig... NEIN.... ----> erst Frage lesen, dann kannst du deine Meinung gern für dich behalten, es sei denn, sie gibt eine konkrete Antwort.

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das ist fair und sozial, denn NUR so hat dieser Schüler eine Chance auf einen Schulabschluss. Du solltest froh und glücklich darüber sein, dass du gesund bist und keine Ausnahme benötigst. Er wünscht ja nicht, eine Ausnahme zu sein, sondern er ist es..... das ist ein Unterschied

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Das nennt sich Nachteilsausgleich.

Aber du findest es vermutlich auch unfair, wenn ein Rollstuhl Fahrer keinen Sport mit machen muss.

Oder wenn ein gehörloser Mensch kein hören verstehen machen muss.

Nachdenken hilft ab und an.

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Genau, das ist ein Nachteilsausgleich. Habe heute auch diese Prüfung geschrieben, da ich auch in Thüringen lebe und 3 von 30 Schülern durften 30min länger schreiben.

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Nö, eigentlich nicht. Er soll genauso die Chance haben, was zu erreichen. Was hat es denn für nen Vorteil? Und Nachteil hat es für euch auch keinen, ich bin mir sicher jeder hatte nen kleinen Tisch fürs Schreiben.

Kümmer dich lieber um deine Probleme, als Autist hat er schon genug!

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Das nennt man Nachteilsausgleich. Die Leistungsbedingungen verändern sich ja dadurch nicht.

Gegenfrage an Dich: Möchtest Du mit einer solchen gesundheitlichen Einschränkung leben?


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