Besessen von Pünktlichkeit

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Das ist eine ganz vernünftige Einstellung. Pünktlichkeit ist ja eine Tugend. Und wenn andere sich verspäten, mag ich das auch nicht. Und es richtig, daß man ggf. rechtzeitig sich auf den Weg macht und auch einkalkuliert, daß etwas dazwischen kommen kann. Nur wenn du schon so rechtzeitig unterwegs bist, weil du planst 30 Minuten früher dort zu sein, dann bleib ruhig, wenn es zu Verzögerungen kommt. Du bist ja dann trotzdem noch pünktlich.

Entspann dich, ist ne normale Zwangsneurose. Wenn du glück hast wird die irgendwann so schlimm das du ärztliche hilfe brauchst. Is heut zutage aber ganz normal. Viele leute haben sowas. Behandelt wird sowas normal mit Konfrontationstherapie.

PS. das soll sarkastisch klingen, immerhin sagst du ja selber das dass für dich ein problem ist, daher ist die frage nicht ob das extrem ist sondern ob su es ändern willst, in dem fall solltest du dir wirklich hilfe suchen.

Auf der einen Seite steht die Pünktlichkeit und auf der Anderen die Gelassenheit.

Wenn beides im Einklang ist, wird es keinen Stress geben. Wer krankhaft versucht aus jeder Lebenssituation einen Termindruck herzustellen, kann einfach nicht mehr zwischen Arbeit und Privat unterscheiden. Es werden heutzutage Termine im Privatbereich aufgezwungen, die völlig nonsens sind. Es werden auch Terminzusagen vereinbart, nur damit der Gegenüber zufrieden ist. Somit ist alleine schon eine Terminvorgabe ein Stress, der oftmals völlig unnötig ist.

Eine schöne lehrreiche Situation hatte ich auf der Insel Samsö. Mit vier Personen kamen wir pünktlich am Hafen an und wollten unser gechartertes Boot abholen. Der Eigner war nicht da, so dass einer von uns sich telefonisch anmeldete. Die Antwort, die er mitbrachte lautete: "In 5 Minuten ist er Eigner da". Nun packte ein Kumpel und ich unsere Gelassenheit aus, suchten uns am Hafen eine sonnige Bank, köpften eine Flasche Bier und genossen die Ruhe. Zumindest wollten wir es, aber die beiden anderen Kumpels rannten unruhig hin und her, schauten zur Uhr und wollten, dass noch einmal angerufen werden soll um an den Termin zu erinnern. Sie konnten auch nach unserer Aufforderung nach Gelassenheit nicht begreifen, dass "5 Minuten" nicht nach unserer deutschen Leistungsgesellschaft zu bewerten ist, sondern es nur bedeutet, dass der Eigner uns nicht vergessen und bei nächster Gelegenheit erscheinen wird. Die Verzögerung hat wahrscheinlich mit wichtigeren Dingen zu tun und ist seine Privatangelegenheit.

Nach einer Stunde erschien der gute Mann. Zwei von uns waren ausgeruht und entspannt und die beiden anderen waren für den Rest des Tages völlig entnervt.

Die Geschichte hat mir gelehrt, niemals Termine zu vergeben, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

Ich finde das eigentlich normal. Eine halbe Stunde zu früh (das ist aber auch nicht pünktlich!) bin ich auch hin und wieder, ich plane halt beim Weg Reservezeit ein, damit auch auch ganz sicher nicht zu spät komme. Ich gehe auch lieber zu früh weg als noch irgendwie Zeit mit etwas verbringen zu müssen und dann womöglich doch nicht rechtzeitig da zu sein. Und falls ich dann warten muss, habe ich immer etwas Lesestoff mit. 15 Minuten zu spät kommen kann ich ohne Probleme akzeptieren, das kann durchaus schon mal passieren, weil nicht jede Verzögerung einplanbar ist. Darüber wird es für mich langsam bedenklich, wenn sich der Zuspätkommer nicht wenigstens kurz meldet, oder auch bei chronischen Zuspätkommern. Treffen mit letzteren meide ich dann, wenn es sich irgendwie machen lässt, beruflich/geschäftlich ist das ja leider nicht so einfach. Ist das Treffen privat, und liegt mir sehr an jemandem, warte ich auch mal eine Stunde, aber im Normalfall bin ich nach mehr als 30 Minuten dahin - ebenso wortlos, wie der andere zu spät kommt. (Mal selbst auch warten lassen habe ich schon probiert, die kamen dann so viel zu spät, dass ich noch immer dagesessen bin wie bestellt und nicht abgeholt).

Ganz so streng wie Du bin ich allerdings nicht, ob ich Zuspätkommen akzeptieren kann, hängt für mich sehr davon ab, ob das jemand regelmäßig tut oder nicht. Lockerer werden ist gerade wenn man bei sich selbst ein Pünktlichkeitsfanatiker ist nicht so einfach, das kann man nur üben, üben, üben.

Versuch dir klar zu machen, dass es um nichts geht. Es mag ja was anderes sein, wenn man seinen Zug bekommen will, aber ansonsten spielt es einfach überhaupt keine Rolle, ob man ein paar Minuten zu spät kommt. Allerdings hasse ich es auch mich zu verabreden und der andere kommt dann mehr als 10 Minuten zu spät, ohne sich zu melden (weil man da ja blöde rumsteht). Da muss man einfach mal drüber reden und seinen Freunden sagen, dass sie das bitte nicht mehr (bei dir) machen sollen.

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