Beschwerde? Grund oder nicht?

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20 Antworten

Natürlich kannst du auch ohne Kirche an Gott glauben, aber dann ist es eben nicht mehr der evangelische Glaube mit allem was dazugehört. Und dann solltest du halt auf die Konfirmation verzichten. Deine Freundin hat völlig recht: Es besteht kein Grund zur Beschwerde.

Klar kannst Du Dich beschweren. Änderen wird sich dadurch aber eher nichts. Die Sache mit den Stempeln hat ihren Grund, wie Du schon selbst schriebst, darin, dass Konfirmanden dazu angehalten werden, regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen und keiner schummeln soll. 35 mal heißt bei 52 Wochen im Jahr, dass dass Du 17mal klemmen und ausschlafen kannst (bzw. krank oder mit Deinen Eltern im Urlaub sein – wobei ich mal nachfragen würde, ob auch Stempel von Gemeinden außerhalb anerkannt werden. Käme dem Sinn der Sache m.E. entgegen).

Womit wir beim Sinn der Sache wären: Im Konfirmendenunterricht soll man ja an das Gesamt christlichen Lebens herangeführt werden. Und dazu gehören nunmal auch die Gottesdienste, eigentlich als zentraler Bestandteil. Ob diese Aussage gegenwärtig noch sinnvoll durchzuhalten ist, ist eine andere Frage, ebenso wie die, ob es gut und zielführend ist, auf die Konfirmanden durch die Stempel einen gewissen Zwang auszuüben (ist eigentlich nicht der Sinn des Christentums und dient mehr oder weniger bloß als Ersatz dafür, dass es früher selbstverständlich war, sonntags vormittags in der Kirche zu sein, und heute nicht mehr. Ist quasi ein typisch deutscher Ansatz, kulturelle Gegebenheiten durch Verwaltungsakte zu ersetzen. Idealerweise hätte der Pfarrer es geschafft, Euch auch ohne Stempel auf den Gottesdienst neugierig zu machen), wesentlich bleibt aber, dass es sich um eine spezifisch christliche Kulturform handelt, in der des Christusereignisses gedacht, dafür gedankt, gebetet und mit der Predigt unterwiesen und anzuwenden versucht wird. Betrachte es als Feldstudie. Beobachte, was im Gottesdienst regelmäßig passiert, was sich im Laufe der Zeit ändert, versuch, es zu verstehen, und (falls Dich was interessiert oder Du dem Pfarrer auf die Nerven gehen möchtest – was er nat. nie zugeben wird, selbst wenn Du damit erfolgreich bist) frag nach, was die Bedeutung der einzelnen Bestandteile ist. Damit wärst Du dem Sinn der Sache ziemlich dicht auf den Fersen, herauszufinden, wie es Dir mit dem Christentum und mit der Gemeinde, in der Du gerade bist, geht.

Und ach ja: Demnächst ist ja Ostern, da müsste man ganz gut ein paar sammeln könen: Gründonnerstag, Krafreitag, Ostersonntag (mit etwas Glück zweimal: einmal ganz früh, einmal normal um 10) und Ostermontag. Das waren dann schon fünf.

martin7812 01.02.2014, 10:34

zielführend ist, auf die Konfirmanden durch die Stempel einen gewissen Zwang auszuüben

Korrekte Erkenntnis.

Die jungen Leute sollten sich zunächst einmal überlegen, wie ihr Verhältnis zur Kirche eigentlich aussieht:

Wenn es sich um engagierte, gläubige Christen handelt, ist der Gottesdienstbesuch sowieso normal. Für manche in der evangelischen Kirche nur alle 2-3 Wochen, da müssen die halt ein Jahr lang etwas häufiger gehen. (Bei uns Katholiken ist so etwas eher untypisch - diejenigen, die regelmäßig zum Gottesdienst gehen, sind meistens jeden Sonntag da).

Wenn es sich aber um junge Menschen handelt, die ohnehin nichts mit dem Gemeindeleben zu tun haben, sollten die sich erstmal überlegen, ob sie überhaupt zur Konfirmation gehen wollen.

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nemoUnfound 01.02.2014, 13:26
@martin7812

Korrekte Erkenntnis.

Dankeschön! :-)

Die jungen Leute sollten sich zunächst einmal überlegen, wie ihr Verhältnis zur Kirche eigentlich aussieht:

Das sollte, denke ich, jeder einmal im Jahr machen.

Wenn es sich um engagierte, gläubige Christen handelt, ist der Gottesdienstbesuch sowieso normal.

Nicht unbedingt. Kann sein, dass das an den Unterschieden zwischen Kath. und Prot. liegt, das Engagement kann sich ja auch in der Jungen Gemeinde und anderen Aktivitäten äußern (mal so als Beispiel: In meiner Heimatgemeinde hat der Jugendmitarbeiter es wirklich geschafft, die Jungschen im besten Sinne des Wortes "einzufangen", u.a. durch seine Gestaltung der Andachten (warum auch immer die nicht "Gottesdienst" heißen dürfen; aber das ist ein anderes Thema). Erwachsene und Jugendliche leben und empfinden nunmal unterschiedlich. Nicht jeden spricht jede Form des Gottesdienstes an, und wenn man Zwang ausschließen will, muss man die Sache halt für die Zielgruppen interessant machen).

Wenn es sich aber um junge Menschen handelt, die ohnehin nichts mit dem Gemeindeleben zu tun haben, sollten die sich erstmal überlegen, ob sie überhaupt zur Konfirmation gehen wollen.

"...sollten es sich erstmal überlegen..." – Ja! Genau darum geht es ja bei der Konfirmation: Jeder soll es sich überlegen. Nachgeholter Taufunterricht und Ergänzung der Taufe durch die diesmal bewusste Bestätigung des Getauften. Das Ding ist aber auch: Wie viel man in Kindheit und Jugend mit dem Gemeindeleben zu tun hat, hängt erstmal davon ab, was die Eltern mit dem Gemeindeleben zu tun haben. Ich habe lange Zeit gar nicht gewusst, was es (außer den Sonntagsgottesdiensten noch) so alles gibt. Und viele kommen erst durch den Konfiunterricht das erste Mal damit in Berührung und müssen dann – und das auch noch in relativ kurzer Zeit, wenn man die Maßstäbe der Charakterentwicklung anlegt – herausfinden, ob und was sie damit anfangen können und wollen. Wie schon geschrieben, wird man idealerweise neugierig darauf, im schlimmsten Fall, z.B. durch diverse "Zwangs"-Maßnahmen, abgestoßen. Und dann ist da noch der Unterschied zwischen Kirche allgemein und der Gemeinde, auf die man vor Ort trifft. Wenn eine Kirchengemeinde mit einem Kopf zusammenstößt, und es klingt hohl, liegt das nicht immer am Menschen ;-)

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Es ist mehr als traurig das man solche Methoden heute einführen muss. Das ist aber dem Verhalten der Jugendlichen geschuldet. Dann beschert man sich noch über das Vorgehen des Pfarrers.

Charlyweisswas 31.01.2014, 10:50

Genau: die böse, böse Jugend von heute. Total verdorben. Als ich vor 30 Jahren konfirmiert wurde war das merkwürdigerweise nicht anders. Wir hatten auch eine Anwesenheitsliste: einer ging in die Kirche und trug fünf Leute ein.

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Ohne dir dessen bewußt zu sein, offenbarst du ein großes Dilemma der Kirchen, deren Geistlichkeit um Lohn tätig ist. Sie tun es wegen Geld, und ihr laßt euch (nicht alle, aber vielleicht die Mehrheit?) konfirmieren wegen Geld von der Verwandschaft.

Diese KOnfirmation ist eine üble Angelegenheit. Da würde man doch besser eine Art "Mannbarkeitsritus" oder was weiß ich feiern und dazu Geld geben.

Es ist nämlich eine Sünde Gott gegenüber und eine Verhöhnung. Ihr gebt ihm ein Versprechen, euer Leben in seinen Dienst zu stellen und denkt im Traum nicht daran, dieses Versprechen je einzuhalten, viele glauben noch nicht einmal an die Existenz Gottes, des Schöpfers. Meinst du, das wäre einfach nur eine Bagatelle? Denke mal darüber nach.

Meiner Meinung nach ist das alles eine Bankrotterklärung der Geistlichkeit. Warum machen sie sich keine Gedanken, ob die Konfirmation in dieser Form überhaupt zu verantworten ist, vor Gott?

nemoUnfound 01.02.2014, 13:33

Warum machen sie sich keine Gedanken, ob die Konfirmation in dieser Form überhaupt zu verantworten ist, vor Gott?

Darüber, und wie man den Unterricht gut gestaltet, zerbricht man sich im Studium in langen schlaflosen Wochen den Kopf. Im Pfarramt fehlt dann leider meistens die Zeit dazu.

Aber die Frage könnte man dahin gehend umformulieren: Bekommt die Geistlichkeit es auf die Reihe, sich immer mal wieder darüber klar zu werden, was sie im Amt eigentlich tut und wie sie ihrem Auftrag gerecht werden kann? Das geht dann aber wieder an die Einzelnen.

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Beschweren? Worüber denn? Dass Du Regeln einhalten sollst? Niemand zwingt Dich zur Konfirmation.

Beschwerst Du Dich auch, wenn Du beim Bäcker die Brötchen bezahlen musst? Wenn Du den Führerschein erst nach der Fahrprüfung bekommst? Wenn Du zur Schule gehen musst?

martin7812 01.02.2014, 10:09

Gute Antwort!

Wenn Du zur Schule gehen musst?

Der Satz passt nicht so ganz. Zur Schule muss man gehen, ob man will oder nicht. Beim Führerschein, den morgentlichen Brötchen und auch bei der Konfirmation muss man sich freiwillig entscheiden.

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Da Du Konfirmationsunterricht machst, denke ich mal Du bist in einem Alter, in dem du aus freien Stücken deine Religion bestätigen kannst, also 14+ jahre und damit Religionsmündig. (wenn nicht, warte mit der Konfirmation bis 14+)

Somit ist das ganze eine rein freiwillige Sache, Du machst das so, wie dein Pfarrer das will, oder du lässt es. Freier Wille. Er kann dich zu nichts zwingen.

martin7812 01.02.2014, 10:40

Die Konfirmation ist prinzipiell freiwillig und darf (auch unter 14 Jahren) nicht von den Eltern vorgeschrieben werden. (Die kirchlichen Regelungen erlauben nichts anderes.)

Ich glaube aber, dass genau aus diesem Grund die Konfirmation (bzw. die Firmung bei den Katholiken) prinzipiell in einem Alter statt findet, in dem man bereits religionsmündig ist.

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es soltle selbstverständlich sein, das man während dem konfimationsunterricht auch in die kriche geht.

es geht da nicht darum, den unterricht hinter sich zu bringen und dann zum abschluss geld von der familie zu kassieren.

es geht darum, das man den glauben kennenlernt und sich dafür oder dagegen entscheident.

im übrigen im judentum, ist man noch strenger.

wie hatten früher eine Anwesenheitskontrolle, also auch so eine "Art" Stempel, ich weiß nicht mehr genau, wie viel Mal wir anwesend sein mussten, um die Weihe zu bekommen, auf jeden Fall haben wir es so akzeptiert und hingenommen ohne uns zu beschweren, was soll das auch bringen?

Warum sollte es ungerecht sein, wenn ihr eure Seite des Vertrags erfüllt?

Es war doch von Anfang an klar, welche Anforderungen auf euch zukommen. Außerdem sollt ihr euch doch gerade auf das gemeindliche Leben einlassen und den Gottesdienst mit allen Teilen auch quer durch das Kirchenjahr kennenlernen.

Wie soll das funktionieren, wenn ihr bloß zehnmal hingeht?

Mir gefällt zwar, wie ihr die reformatorische Erkenntnis teilt, dass euch Gott auch ohne Leistung liebt, aber sicherlich hat Gott auch nichts dagegen, wenn ihr etwas lernt...

In diesem Falle musst du dich entscheiden: Entweder du gehst in die Kirche, oder du wirst nicht konfirmiert.

Zugegeben: Ich finde diese Methode, die Kirchen zu füllen, mehr als fragwürdig. Leute, die deshalb gehen, gehen ja nicht aus Überzeugung, sondern der Konfirmation halber. Und etwas, wozu man gezwungen wird, nimmt man eher negativ wahr. Wenn die Kirche damit also den Jugendlichen näher kommen will, dann ist diese Methode ziemlich kontraproduktiv.

Aber ändern kann man es auch nicht. Und jetzt mal nur so: Wenn du nie in die Kirche gehst, dann stehst du dieser wohl nicht allzu nahe, oder? Wenn das stimmen sollte: Warum willst du dich dann konfirmieren lassen? Nur wegen der Geschenke sollte man das nicht un.

geschoepf 31.01.2014, 14:25

Ich stimme deinen Ausführungen zu. Jedoch glaube ich gar nicht so sehr, dass die Jugendlichen so große Probleme damit hätten, auf die Geschenke zu verzichten. Vielmehr erfüllen sie die Erwartungshaltungen der Erwachsenen, um dem Stress eines Konfliktes zu entgehen.

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DeutscherIdiot 31.01.2014, 14:38
@geschoepf

Das kann natürlich auch sein. Hier muss man sich dann wohl einfach entscheiden, was man lieber in Kauf nimmt: Stress mit den Eltern, oder Kirchenbesuche.

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Schlimm, daß dein Pastor es nötig hat, Stempel einzuführen. Dabei liebt Gott doch gerade diejenigen, die ihm freiwillig, aus Liebe ergeben sind.

Meinst du, in Gottes Augen hat eure "Konfirmation" den geringsten Wert? Im Gegenteil, ihr fügt ihm eine Kränkung zu. Das würde ich mir aber überlegen, niemand zwingt euch, ein Versprechen abzugeben, was ihr mangels Interesse von vornherein nicht ehrlich meint.

An deiner Stelle wäre ich lieber konsequent und würde aus der Kirche austreten, in die ich per Zufall hineingeboren wurde und mit deren Inhalten ich weder richtig vertraut bin noch vertrete.

Ich würde sagen, sofort Beschwerde beim Bischof, Presseaussendung und gerichtliche Anzeige wegen Nötigung. ;-)

Hallo DiaryBook,

so offen hat es noch niemand zugegeben. Denn jeder kann - hinter Deinen Hilferufen an Gott und die Welt und an Deinen Anklagen gegen den "Erpresser-Pastor" - ganz klar Deine eigentliche Klage sehen und hören:

Jetzt müssen wir für unsere Konfirmationsgeschenke auch noch stempeln gehen

So wie Ihr jetzt seid, passt ihr zueinander. Also lass das mit dem Beschweren. Wie sagt man doch unter "Ehrenmännern"? Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Epheser 4:25 (EÜ) Legt deshalb die Lüge ab und redet untereinander die Wahrheit;

Da kannst nichts machen, musste ich auch durchmachen. An den 35 mal wirst du auch nicht sterben. Also mach es einfach, auch wenn du es ungerecht findest-

Wenn du nichts mit der Kirche zu tun hast, dann solltest du dich auch nicht Konfirmieren lassen. Und wenn du es wirklich willst, dann hast du auch kein Problem damit so oft in die Kirche zu gehen. Finde es echt traurig, wenn man es nur macht, um bei der Verwandtschaft möglichst viel Geld abzustauben.

Nordseefan 30.01.2014, 16:24

Stimmt, und WENN man es wie viele nur aus dem Grund macht - was echt traurig und schon fast armselig ist dann soll man dafür auch was tun.

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Vermutlich gehst du in den Konfirmationsunterricht, weil deine Eltern es erwarten. Die Herkunft entscheidet in großen Teilen über die Entwicklung in Sachen Religion und Weltanschauung.

Nun stehst du wahrscheinlich das erste Mal vor einer kleinen Gewissensentscheidung. Schweigen, mitmachen und Geschenke erwarten oder aufschieben, nachdenken und sich ggf. den Unmut der Eltern usw. aufladen. Geschenke bleiben dann ebenso aus.

So ist das Leben. Gewöhn´ dich dran!

Mach es einfach und danach sagst du die meinung, wenn du das ganze Geld eingesackt hast....

Beschwer dich, aber über das Übel der Welt.

Haha was ist das denn ?? xD zumindest bekommt er damit hin, dass ihr immer da seid. aber ich finde es schon übertrieben. :D

Geh einfach in die Kirche und gut ist. Warum solltest du dich Firmen lassen, wenn du nie in die Kirche gehst, das macht doch keinen Sinn.

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