Beschränkt sich eine Patientenverfügung im Allgemeinen auf rein medizinische Aspekte?

5 Antworten

Eine Patientenverfügung sollte zum Ausdruck bringen, wann ich an einer Erkrankung natürlich versterben möchte, wenn ich nicht mehr kommunizieren kann. Das tue ich, indem ich konkrete medizinische Maßnahmen aufführe, die unterlassen werden sollen. Dann brauche ich aber noch mindestens eine Person, die mein Vertrauen und eine Vollmacht von mir hat, damit sie meinen dokumentierten Willen kommuniziert und auf dessen Beachtung wachen kann. Natürlich kann ich der Person noch weitergehende Wünsche nennen und/oder separat aufschreiben. Dann kommt es darauf an, wo ich am Ende gepflegt/behandelt werde. Mein Bevollmächtigter muss dann meine Wünsche dem Personal mitteilen und ihr müsst darauf hoffen, dass die das dann beachten (können). Eine 100 %ige Garantie kann mir aber keiner geben. Fest steht jedoch, dass Personen, die nicht bevollmächtigt sind, kein Entscheidungsrecht haben und Ärzte ihnen gegenüber nicht von der Schweigepflicht entbunden sind. Für Deinen inneren Frieden wäre es sicher sinnvoller, sich mit den Personen vorher zu verständigen und zu befrieden, dann musst Du Dir weniger sorgen machen.

Die größte Schwierigkeit ist i. d. R. eine qualifizierte Patientenverfügung aufzusetzen, die am Ende Deine Wünsche klar zum Ausdruck bringt. Kostenlose Beratung dafür kannst Du z. B. von der Zentralstelle Patientenverfügung des Humanistischen Verbands bekommen: www.patientenverfuegung.de

Viele Patientenverfügungsformulare bieten Dir nicht an, wirklich weitreichende Festlegungen zu treffen. Das zu erkennen, ist leider nicht trivial.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Inwieweit man die Patientenverfügung dafür benutzen kann? Deren Sinn ist es mal nicht.

Zumal eine Nicht Ansprechbarkeit bzw.Äußerung des eigenen Willens nicht zwingend an eine Intensivstation gekoppelt ist. Du kannst auch ein häuslicher Pflegefall werden, der nicht sprechen kann.

Sinnvoller Weise teilt man so einen Wunsch dann eher einer Bezugsperson mit, zu der man das Vertrauen hat, dass sie deinen Willen respektiert und umsetzt.

Wie soll die Person entscheiden, wenn du zB im Wachkoma liegst und deine zerstrittene Verwandtschaft will sich zB bei dir entschuldigen? Auch wenn nicht sicher ist, ob du es mitbekommst, aber weil es ihnen wichtig ist.

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Wenn es dazu kommen sollte:

Das hätte der Verwandtschaft im Zweifel auch viele Jahre vorher einfallen können.

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@Alexander1188

es gibt Menschen, die können sehr lange stur sein, oder können sich einfach nicht entschuldigen. Vielleicht fällt das leichter, wenn sie sicher sind, dass das Streitthema nicht mehr aufgerührt wird.

Es gibt übrigens auch Menschen, die erstellen ihre Patientenverfügung beim Notar. Das ist ein Thema mit dem man sich ernsthaft auseinander setzen sollte und daher nicht nach Tageslaune ändert.

Abgesehen davon ist die Vorsorgevollmacht wichtiger oder genauso wichtig.

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@kabbes69

Es gibt übrigens auch Menschen, die erstellen ihre Patientenverfügung beim Hausarzt, der einen idealerweise schon etliche Jahre begleitet und auch die Wünsche des Patienten besser kennt, als ein weitgehend unbekannter Notar, und so beim Ausfüllen dergleichen eine große Hilfe ist, da er auch die medizinischen Hintergründe seines Patienten einschätzen kann.

Denkst du, ein gewissenhafter Hausarzt wird sich nicht mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzen, zumal er dieses als Privatleistung auch noch mächtig gut bezahlt bekommt.

Du kannst meine Beweggründe, einige Verwandtschaft auszuschließen, nicht einmal ansatzweise. Also solltest du dich mit Aussagen wie "nicht nach Tageslaune ändern" hüten!

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@Alexander1188
Im Übrigen: Eine Patientenverfügung ist nie "in Stein gemeißelt", das bedeutet in diesem Fall, dass du jeder Zeit die betreffenden Personen austauschen kannst.

Wenn du dich angesprochen fühlst? Stimmt ich kenne deine Beweggründe nicht, ich will sie auch nicht wissen.

Und ja, der Hausarzt setzt sich damit auseinander. Meiner hat dafür noch nicht mal Geld verlangt.

Die Menschen, die dies beim Notar erledigen, haben andere Beweggründe..

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@kabbes69

Mein Hausarzt wird sich bedanken, wenn er eine DIN A4 Urkunde sicher verwahren soll. Dafür ist er nicht da.

Für solche Fälle habe ich Personen denen ich vertraue.

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@Lukas220999

nicht verwahren :-) nur erstellen, damit der medizinische Laie die Begriffe richtig einordnet.

Egal, ob Notar oder Arzt: es wird zur Umsetzung das Orginal mit deiner Unterschrift benötigt.

Beim Notar geht es nur darum, dass später keine Zweifel an deiner Geschäftsfähigkeit aufkommen. Der Notar beglaubigt in dem Moment deine Unterschrift und hat sich von deiner Geschäftfähigkeit überzeugt. Mit dem medizinischen Fachchinesisch setzt der Notar sich nicht auseinander.

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26
@kabbes69

Da mache ich die Patientenverfügung lieber beim Notar, der weiß was da drin stehen muss. Da gibt es einiges zu beachten und das weiß kein Arzt.

Würde ja auch nicht zu einem Notar gehen, wenn ich eine Blinddarmentzündung habe.

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@Lukas220999

In der Tat ist es aber meistens so, dass der Hausarzt, wenn er die Patientenverfügung erstellt, eine Kopie in der Patientenakte hinterlegt.

Als mir mein Arzt bei der Verfügung behilflich war, hat er sich sogar selbst als Ansprechpartner miteintragen lassen.

Der Arzt weiß auch, was in einer Patientenakte stehen sollte und was dem Patienten wichtig erscheint - also speziell auch auf evtl. Vorerkrankungen ausgelegt. Und dieses sinnvolle medizinische Hintergrundwissen kann ein Notar nie haben, auch kennt er seinen Klienten nicht annähernd so genau, wie ein Hausarzt, der seinen Patienten in der Regel jahrelang bzw. jahrzehntelang begleitet.

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In dem Fall ist das das erste wonach die fragen. Es ist möglich, allerdings falls sich da mal etwas ändert, muß man das auch ändern... sonst bleibt der draußen!

Als Besucher muß man sich sowieso erstmal da anmelden und wenn da drin steht Herr x darf nicht....dann bleibt der draußen! völlig egal wer das nun genau ist.

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