Beschneidung bei Jungen medizinisch wirklich sinnvoll?

12 Antworten

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hab ein paar info's von betroffenen Männer: Zuschriften Betroffener

Häufig wollen die unfreiwillig beschnittene Männer ihr Leid anderen nicht kundtun, weil sie sich schämen, die Demütigung und das Trauma durch die Operation und die dadurch entstandenen sexuellen Einschränkungen öffentlich zu diskutieren.

So entsteht in der Öffentlichkeit der falsche Eindruck, Beschneidung sei nur das Entfernen eines Stückchens "unnötiger" Haut mit unglaublichen Vorteilen. In Wirklichkeit verbirgt sich aber hinter der nichteinverständlichen Beschneidung von Minderjährigen oft stilles, lebenslanges Leid. Wir tragen dem Wunsch der Geschädigten, unerkannt zu bleiben, Rechnung und haben wann auch immer vom Autor verlangt seine Identität unkenntlich gemacht. mehr unter link :

www.beschneidung-von-jungen.de/home/zuschriften-an-uns/name-verborgen-i.html

"Ich danke euch so sehr für eure Seite...wieso ist dieser gesunde Menschenverstand nicht bei allen vorhanden?

Ich wurde als 10jähriger verstümmelt. Das Ergebnis ist schrecklich...Ich bin mein ganzes Leben lang stark depressiv und die Selbstmordgedanken sind wieder so stark wie bei meinem ersten Versuch.... Ich weiß nicht ob ich es irgendwann durchführen werde um die Gefühle des Missbrauchs und der Verstümmlung nicht mehr zu fühlen...

Mein Penis ist stark vernarbt und es gibt Verwachsungen. Er ist hässlich und verstümmelt. Der Anblick eines intakten und meines eigenen Penis löst Panikattacken aus. Ich bin so hilflos..." Name verborgen I - (jedoch der Redaktion bekannt) Bitte geben Sie nicht meinen richtigen Namen an.. Da ich ja nicht Sascha oder Paul heisse, sondern einen sehr seltenen Namen habe.

Ein Bericht von mir: Im Alter von 13/14 Jahren wurde ich beschnitten. Die Schmerzen waren unerträglich, als würde mir jemand meine Gliedmaßen abschneiden. Selbst damals hatte ich mich vor dieser Maßnahme versteckt und mich dagegen ausgesprochen, wollte von meinem Recht der „Selbstbestimmung“ Gebrauch machen.

Bei mir hatte sich 1-2 später sogar eine gefährliche Entzündung gebildet mit Eiterung. Meine Vorhaut wurde nach den 1-2 Wochen ohne Narkose wieder aufgeschnitten bzw. meine Wunde. Das waren Höllenqualen! Ich hab durch die ganze Praxis geschrien und ich erinnere mich wieder genau daran.

Ich liebe meine Eltern keine Frage.. es ist schon lange her und ich verzeihe Ihnen. Fehler kann man machen, aber sollten Sie es bei meinem kleineren Bruder versuchen, kenne ich keinen Spass. Da werde ich mich voll und ganz einsetzen. Dieses Leid und diese Schmerzen möchte ich ihm ersparen.

Grüsse

Die Beschneidung hat unter zivilisierten, hygienischen Bedingungen definitiv keine medizinischen Vorteile.

  • Die Vorhaut schützt die als zarte, empfindsame, feuchte Schleimhaut ausgeführte Eichel.
  • Der Beschneidung wurden in den letzten 150 Jahren alle möglichen Vorteile zugesprochen, sie sollte je nach Zeitgeist von Schwindsucht über psychische Störungen bis hin zu HIV immer gut für irgendwas sein und ALLE diese Studien haben sich als falsch erwiesen.
  • Auch die Hinweise auf die Vermeidung von HIV sind erwiesenermaßen falsch und durch irreführende, fachlich unqualifizierte Statistik verursacht.
  • Hygiene ist mit oder ohne Vorhaut möglich und nötig und unter zivilisierten Bedingungen problemlos.
  • Sexuelle Bedeutung: Die Vorhaut ist ein sehr sensibles Hautstück und trägt für viele Jungen und Männer erheblich zur sexuellen Stimulation und zum Lustgewinn bei. Fast alle unbeschnitten Männer masturbieren durch Hin- und Hergleitenlassen der Vorhaut und empfinden dies als die schönste Variante, obwohl andere Techniken auch funktionieren und ausprobiert werden. Diese Form der Masturbation kommt auch dem richtigen Sex am nächsten. Die natürlicherweise als zarte, feuchte, sensible Schleimhaut der Eichel würde nach Beschneidung freiliegen, austrocknen, verhornen und dadurch signifikant unempfindlicher werden. Dieses Abstumpfen mag zwar die Ausdauer erhöhen, reduziert jedoch den eigenen Lustgewinn.
  • Sehr viele unfreiwillig aber aus medizinischen Gründen nötigerweise im späten Jugend- oder Erwachsenenalter beschnittenen Männer leiden stark unter den Verlust der Vorhaut und den damit verbundenen Sensibilitätsverlust der Eichel, der fehlenden Stimulation der Vorhaut und der eingeschränkteren Masturbationsmöglichkeiten. Die entsprechenden Foren zu diesen seriösen medizinischen Themen sind voll davon.
  • Für Juden und Moslems gehört die männliche Beschneidung unabdingbar zu ihrer Religion hinzu. Vorallem für Juden, die ihre männlichen Nachkommen seit Jahrtausenden am achten Tag beschneiden, ist dieser Ritus nicht wegzudenken. Allerdings garantiert das deutsche Grundgesetz nur die persönliche Religionsfreiheit, also die Freiheit eines mündigen Bürgers, sich selbst für eine Religion zu entscheiden und selbst Handlungen und Riten zu vollziehen. Die Religionsfreiheit der Eltern, des Rabbis und der Gemeinde wird nicht dadurch eingeschränkt, dass sie nicht die Vorhaut eines Knaben beschneiden dürfen. Im Gegenteil wird durch Beschneidung die Religionsfreiheit des Knaben eingeschränkt, denn er wird sich später nicht mehr für oder gegen seine Vorhaut und für oder gegen ein äußeres Zeichen seiner Religionszugehörigkeit entscheiden können. Er wird für immer beschnitten sein, ob er nun will oder nicht.
  • Ich kann die Bedeutung der Beschneidung für Judentum oder Islam nicht wirklich beurteilen. Persönlich bin ich jedoch fest überzeugt, dass wahrer Glauben im Herzen und im Kopf stattfindet und nicht durch äußere Zeichen, die auch ohne wahre Überzeugung gezeigt werden könnten.
  • Riten wie Beschneidung sind archaisch und babarisch und inhaltlich schlichtweg auf dem Niveau von Regentänzen und Jungfrauenopfern. Sie haben in der modernen Welt nichts mehr verloren. Auch Religion muss sich weiterentwickeln und von archaischen Riten ablassen.
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ALLE diese Studien haben sich als falsch erwiesen.

Danke für diesen fundierten Beitrag. D.H.

Kannst Du mir für mein Archiv ein paar Quellen nennen zu solchen Studien?

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@realsausi2

Medizinische Fachartikel sind über pubmed.com erwerbbar, aber meistens nicht kostenlos im Internet verfügbar. Populärwissenschaftliche, journalistische Berichte wirst Du selbst leicht finden.

Es gibt natürlich etliche, vornehmlich amerikanische, Studien, die einen positiven Effekt auf HIV nachzuweisen meinen. Beschneidung ist in den USA immer noch der Standard und sie versuchen sich immer wieder dafür zu rechtfertigen, und sei es mit Entwicklungsländern und deren HIV-Problemen.

Der Kernpunkt, an dem diese Studien immer wieder wackeln, ist dass bei Beschneidung logischerweise keine doppelblinden Studien möglich sind, da sowohl der Arzt als auch der Patient wissen, ob nun beschnitten wurde oder nicht. Damit entfällt schon einmal das wesentliche Charakteristikum wirklich neutraler Untersuchungen.

Der zweite Kernpunkt ist, dass diese FREIWILLIGEN Beschneidungskampagnen an erwachsenen Männern natürlich voraussetzen, dass die Männer aus freien Stücken und freier Überlegung sich selbst dafür entscheiden. Sie sind sich also erstens des HIV-Risikos bewusst, sie sind bereit, dafür eine derartige Operation in Kauf zu nehmen und es darf angenommen werden, dass sie dieses Risikobewusstsein und die Handlungsbereitschaft auch nach der Operation behalten und entsprechend vorsichtig verkehren, also Kondome benutzen und Risikokontakte vermeiden. Eine zufällige Vergleichsgruppe wird also niemals wirklich gleich sein, sondern geradezu zwangsweise ein (scheinbar) höheres HIV-Infektionsrisiko haben -- nicht wegen der fehlenden Beschneidung, sondern wegen des statistisch im Mittel seltener vorhandenen Risikobewusstseins und Handlungsbereitschaft oder gar weil die Aufklärung doch gar nicht so weit vorgedrungen ist. Auch Kondomverfügbarkeit dürfte mit OP-Verfügbarkeit korrelieren.

Insofern leiden alle mir bekannten Studien daran, keine echte Vergleichs-Kohorte zu haben und sind zwangsläufig positiv, aber aussagelos.

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es ist richtig, dass es hygienischer ist, da es das waschen etc. vereinfacht. Außerdem wird die Feuchtigkeit nicht gehalten, sodass es für Bakterien weniger Ideal ist sich dort aufzuhalten. Bei einer Regelmäßigen hygiene, und keiner weiteren Gefahr vor Infektionen, sowie keiner verengung der Vorhaut, ist es jedoch nicht nötig, die Vorhaut zu entfernen.

Es gibt diverse Stellen am menschlichen Körper, wo sich Feuchtigkeit hält, oder? Gerade bei Kleinkindern: Kniekehlen, Armbeugen, Pofalte, unter dem Kinn, im Nacken und sogar hinter den Ohren. Und dort gibt es mitunter auch Entzündungen - wegen Bakterien, Schmutz, etc. Hatte ich bei meinen Kindern auch schon erlebt.

Aber niemand hat bisher gesagt: "Lass uns doch einfach die Ohren abscheiden! Das ist hygienischer, weil sich dann keine Feuchtigkeit dahinter sammeln kann. Und brauchen tut sie der Körper eh nicht, weil sich das Gehör schließlich im Innenohr befindet und nicht außen. Außerdem wird das waschen einfacher."

Sollte das Ohren entfernen nach der Geburt also erlaubt sein?

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