Beschlagenes Pferd.(kosten)

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Ich würde, wie einige meiner Vorredner auch zum Barhuf wechseln. Der kostet nicht so viel weniger, da braucht man sich keine Illusionen machen. Gut, ein bisschen schon. Statt 100 bis 120, die ich früher mit Beschlag alle 6 bis 8 Wochen bezahlt habe, zahle ich nun 40 alle 4 Wochen, aber mein Pferd hat so viel an Gesundheit hinzu gewonnen. Ich persönlich würde nie mehr ein Pferd beschlagen, denn alle Gründe, die ich mal gehabt haben könnte, haben sich als falsch herausgestellt:

... Abriebschutz: Ja, das stimmt. Aber das gilt für Pferde, die wirklich viele, viele Kilometer am Stück laufen müssen. Ein Distanzpferd, das gleich 80 bis 150 km am Stück galoppiert, braucht einen Abriebschutz, ein Fahrpferd, das wirklich lange Dienstzeiten verrichtet. Nicht umsonst wurde der Beschlag für Kurierpferde erfunden in einer Zeit, wo man nicht genug Pferde hatte, um oft zu wechseln, die wirklich täglich sehr, sehr viele Kilometer zurücklegen mussten. Ein normal gerittenes Pferd erfährt nur dann zu viel Abrieb, wenn der Huf schlecht bearbeitet ist.

... Fühligkeit: Naja, das ist so eine Sache. Der Mensch verwechselt ein fühliges Pferd mit einem fühlenden. Wir müssen uns echt mal überlegen, was uns für unser Pferd lieber ist: Dass es einen Stein spürt, auf den es seltsam auftritt und den Fuß schnell wieder runter nimmt, um seine Beine zu schonen oder dass es das nicht wahrnimmt und sich Sehnen und Gelenke schrottet, indem es gefühllos über alles drüber rumpelt. Fakt ist, dass der Beschlag und der mit ihm verbundene Nachteil der Durchblutungseinschränkung das Bein bis Karpal- bzw. Sprunggelenk hinauf betäubt. Muss man das haben? Also für Pferde, die ich reite, lehne ich persönlich das ab. Wenn das Pferd in seiner Bewegung ins Stocken gerät, weil es mit dem vielen, was es spürt, nicht mehr schnell genug reagieren kann, kann man ihm Schuhe anziehen. Das ist immer noch gesünder als 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr die Durchblutung einzuschränken. Die Schuhe schränken nichts ein, schützen nur die Sohle ein bisschen.

... Rutschsicherheit bei Springen, Geländeritten etc. auf Rasen. Tja, hier schlagen Erfahrungen mit schlecht bearbeiteten Barhufen zu Buche, die nicht mit dem Tragrand eingreifen in den Boden, die zu flach sind. Weil diese schlechten Hufe rutschen, sagt der Springreiter, das sei gefährlich. Ich persönlich weiß von einem Spring-Ausbildungsstall, der alle Klassen ausbildet und die Pferde nur annimmt, wenn er sie auf Barhuf umstellen darf, weil der Chefausbilder weiß, ein guter Barhuf ist wesentlich sicherer als ein Eisen mit den besten Stollen sein kann, grade auch, weil die Pferde mehr spüren und die Chance haben zu reagieren. Die gehen nämlich auch nicht gerne zu Boden.

... Hornqualität: Das ist eine faule Ausrede der Hufbearbeiter, die keine Huforthopädie gelernt haben, denn die Hornqualität leidet am wenigsten unter Fütterung, Pflege und sonstigem. Gut, wenn man die Hufe fettet oder ölt, leidet deren Oberfläche, also die ganze Hufwand wird etwas schlechter. Aber das Hauptproblem der Hufe, wo es heißt, die sind so schlecht, das Pferd wird nie barhuf laufen können, liegt darin, dass durch falsche Bearbeitung die Huflederhäute unter Zwang stehen und schlecht durchblutet werden und deshalb kein ordentliches Horn produzieren können. Ich hatte genau so ein Pferd und seit ich aufgehört habe, dem Schmied zu glauben und eine Huforthopädin am Pferd hab, hat ausgerechnet meiner die besten Hufe weit und breit von der Hornqualität her. Von der Stellung her waren sie leider so sehr versaut, dass man mit 3 bis 5mal Durchwachsen rechnen muss, bis sie wieder vernünftig sind.

Was beim Schmied, Hufpfleger und Huftechniker auch noch kritisch ist. Der kommt alle 6 bis 8 Wochen und schneidet den Huf in die Sollform zurecht. Nach und nach läuft sich das Pferd wieder die alte. schlechte Form an, weil es so schnell seine Bewegungen gar nicht umstellen kann, wie geschnitten wird, im Gegenteil. Jedes Zurechtschneiden stellt das Pferd sehr plötzlich anders. Bumm - die Gelenke bekommen die volle Ladung Stellungsänderung ab. Der Huforthopäde verfolgt da einen anderen Ansatz: Der macht am Tragrand, auf dem das Pferd läuft, nahezu nichts, sondern nimmt aus der Sohle das, was drückt, und bearbeitet den unteren Teil der Hufwand von außen so, dass der Huf sich im Laufe der Zeit ganz sanft und langsam in die richtige Richtung läuft. Er regt also nur mit kleinen Maßnahmen an, dass der Huf sich selbst helfen kann anstatt da großartig zurechtzustutzen. Dadurch, dass er den Tragrand in Ruhe lässt, haben diese Pferde keine solchen Probleme mit der Fühligkeit und MÜSSEN idealerweise viel auf abriebintensivem Boden gehen (z.B. Asphalt und Schotter oder auch im Auslauf mal auf Betonpflaster, wo man das hat oder so), weil das das Wachstum anregt und damit die Veränderungen schneller gehen.

Also rechne 40 bis maximal 50 Euro alle vier Wochen und Du hast ein glückliches, zufriedenes und vor allem gesundes Pferd.

Bei uns kostet nur vorne Beschlagen 70€ und alle 4 Hufe Beschlagen 140€ 

Also halt das doppelte. der Schmeid kommt alle 8 wochen, habe 2 Dressurpferde die alle 4 Hufe Beschlagen haben. Er macht die eisen runter schneidet den huf aus und dann bekommen die pferde die eisen wieder drunter. Jedes 2x bekommen sie neue eisen und die alten kommen weg, da die pferde die dann abgelaufen haben :-) 

Manchmal kommt der schmeid aber nur alle 9 wochen zb. im winter

Und im winter bekommen die pferde dann noch grips und stollenlöcher da kostet ein Pferd dann 210€ bei uns. 

also je Grip 10€ und stollenlöcher auch noch mal 10€extra pro eisen :) ist halt weil meine pferde auch jeden tag ihre 8 stunde auf der koppel stehen und sie dann weniger rutschen :)!

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Nur weil du ein beschlagenes Pferd kaufst heißt es ja aber auch nicht gleich, dass es immer beschlagen rumlaufen muss. Wenn du viel auf der Straße oder auf Stein reitest kann es ganz hilfreich sein, ansonsten können die meisten Pferde aber auch ohne Probleme barfuß laufen. Wenn dein Pferd aber wirklich Eisen tragen soll sollten diese Wachstum des Hufes alle 8-10 Wochen neu beschlagen werden. Wenn du viel auf hartem Boden mit dem Pferd unterwegs bist kann es auch sein, dass die Hufeisen nach 2-4 Wochen durchgelaufen sind. Der Preis des Schmiedes hängt von verschiedenen Faktoren ab. 1. Welche Leistungen vollbringt er 2. was für Eisen bekommt dein Pferd 3. eventuelle Fehlstellung der Hufe 4. Anfahrt 5. wie verhält sich das Pferd 6. Pferd oder Pony. Das sind die Hauptfaktoren. Natürlich hat zudem auch noch jeder Hufschmied andere Preise! Für normale Eisen, Hufpflege und Anfahrt kann man pro Pferd ca. 60-120 Euro einrechnen. Wenn dein Pferd nun aber spezielle Hufeisen benötigt können das schon leicht bis zu 200 Euro pro beschlagen werden.

Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen. Lg

Die speziellen Hufeisen sind ja auch immer nur Augenwischerei, weil davon nicht das Problem behoben wird, sondern nur die akuten Symptome niedergebügelt. Das Problem aber weitet sich mit diesen Dingern erst recht aus. Es ist beeindruckend, mal ein paar Wochen zu Studiengründen einem Huforthopäden zuzusehen, wenn er diese Pferde umstellt und plötzlich laufen Rehepferde und Spater und was sonst noch der Grund für Spezialbeschläge war, viel, viel besser ... und der Orthopäde nimmt dennoch nur seine Pauschale von 40 bis maximal 50 Euro pro Bearbeitung, während es beim Schmied immer teurer wird.

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@Baroque

Natürlich gibt es auch viele Menschen, die Spezialhufeisen falsch benutzen! Meiner Meinung sind sie dazu da, den Huf für einen gewissen Zeitraum zu unterstützen sich wieder richtig zu bilden und vernünftig nachzuwachsen, damit man das Pferd nach dieser Zeit wieder Barfuß laufen lassen kann oder auf normale Eisen umsteigen kann. Von allem anderen Halte ich sowie so nichts. Davon abgesehen sind alle meine Pferde barhufläufer und werden wirklich nur beschlagen, wenn ich viel auf hartem Boden mit ihnen unterwegs bin. Aber man kann ja überall schummeln, nicht wahr!? Wenn ein Pferd stumpf im Maul ist kann man ein schärferes Gebiss nehmen, wenn es nicht richtig reagiert gibt es Sporen etc.... es gibt immer für alles eine "Lösung" die frage ist nur ob dies die richtige ist, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden!

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