Beschäftigungsverbot während eines befristeten Arbeitsvertrags?

3 Antworten

Auch bei einem befristeten Arbeitsvertrag greift das Mutterschutzgesetz.

Ein individuelles Beschäftigungsverbot spricht der behandelnde Facharzt ganz oder teilweise per Attest aus und ist auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen (§ 3 Abs. 1 MuSchG). Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz, anhaltende Rückenschmerzen oder auch bei Übelkeit und Erbrechen zu.

Das Attest beim individuelles BV ist klar abzufassen. Es muss neben der Rechtsgrundlage die voraussichtliche Geltungsdauer („zunächst bis ...“) enthalten.

Der Facharzt kann auch den Umfang, d.h. die begrenzte Arbeitsmenge („nicht mehr als ... Arbeitsstunden pro Tag“) bzw. die Art der untersagten Tätigkeit möglichst genau und mit allgemein verständlichen Angaben darstellen. Es ist auch möglich, darzustellen, welche Art von Tätigkeit die Schwangere ausüben darf (Positivliste).

Wird ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen, hat die werdende Mutter gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Zahlung des vollen Arbeitsentgelts (Mutterschutzlohn) nach § 11 Absatz 1 Satz 1 MuSchG. Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag über das Umlageverfahren 2 (U2-Verfahren) von der Krankenkasse der werdenden Mutter erstattet.

Darüber hinaus ist auch dein Arbeitgeber ab dem Zeitpunkt der Kenntnis der Schwangerschaft verpflichtet, die notwendigen Schutzmaßnahmen einzuleiten und für ein angemessenes Arbeitsumfeld Sorge zu tragen oder in Absprache mit der aufsichtführenden Behörde gegebenenfalls selbst ein generelles Beschäftigungsverbot auszusprechen.

Alles Gute für dich!


Hallo,

§ 3 Beschäftigungsverbote für werdende Mütter

(1) Werdende Mütter

dürfen nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben

oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung

gefährdet ist.

(2) Werdende Mütter dürfen in

den letzten sechs Wochen vor der Entbindung nicht beschäftigt werden,

es sei denn, dass sie sich zur Arbeitsleistung ausdrücklich bereit

erklären; die Erklärung kann jederzeit widerrufen werden.

Quelle: Mutterschutzgesetz

Wenn der befristete Vertrag zeitlich begrenzt ist, dann wird der Vertrag mit einer hohen Sicherheit einfach zum Ende auslaufen.

Grüße

Wenn der Arzt eine Gefährung des Kindes sieht ja klar.

Lg

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