Beschäftigung als Minijob oder Gleitzone hinsichtlich der Krankenversicherung besser?

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Hallo,

wenn die Arbeitnehmertätigkeit nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beträgt, bleibt man weiter in der privaten Krankenversicherung. Es fallen bei Beschäftigungen für mehr als 450 Euro brutto Arbeitnehmeranteile zur Rentenversicherung an. Beitragshöhe zur Rentenversicherung kann man hier errechnen (bei brutto unter 850 Euro Gleitzone markieren):

http://www.sueddeutsche.de/app/jobkarriere/gehaltsrechner/

Nach Abschluss des Studiums (Abschlussprüfung, Urkundenübergabe) wird man bei einer Arbeitnehmertätigkeit für mehr als 450 Euro brutto sofort versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung (nach derzeitiger Rechtslage).

Beim Studententarif in der Privatversicherung sollte man auf folgende Punkte achten:

  • Begrenzung des erstattungsfähigen Honorars? Ärzte berechnen den 2,3 bis 3,5-fachen Satz der GOÄ. Bei einem niedrigeren Erstattungssatz kann es sehr schwer werden, einen Arzt zu finden, der diesen niedrigen Satz akzeptiert.

  • Psychotherapie (z.B. Unfallfolge, Burnout): teilweise nur Erstattung für maximal 10 Sitzungen

  • Hilfsmittel (z.B. Sehhilfen, Hörhilfen, Einlagen) teilweise nur Erstattung zu 50% für viele andere Hilfsmittel (z.B. Rollstuhl, Schlaf-Apnoe-Gerät, Blutzuckermessgerät, Blindenhund): keine Erstattung

  • Heilmittel: oft begrenzter Erstattungssatz (bei Sprach- oder Ergotherapie und Fußpflege bei Diabetikern: oft gar keine Erstattung)- mögliche Gesundheitsfragen zu 100% genau beantworten

  • teilweise sind Studententarife in der privaten Krankenversicherung ausgeschlossen, wenn man eigenes Einkommen hat (ggf. auch Minijob)

Auf jeden Fall das Kleingedruckte des möglichen Tarifs sehr genau lesen und sich von verschiedenen Experten (Versicherungskaufleute bzw. Kaufleute für Versicherungen und Fnanzen) ausführlich beraten lassen. Wenn man nach dem Studium Beamter bzw. Existenzgründer wird oder arbeitslos ist, endet der Studententarif.

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

Danke für den Stern!

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Hallo,

Vermutlich wird der Debeka-Beitrag beim Mini-Job die Rechnung in Richtung Gleitzone verschieben. Wenn die Debeka aber für Studenten besondere KV-Beiträge hat, würde ich das vorziehen, auch wenn dann vielleicht ein paar Euro weniger übrig bleiben. Man sollte allerdings auch überlegen, wie sicher die Aufnahme einer Beschäftigung nach dem Studium ist. Unangenehm ist es nämlich, wenn man nach dem Studium keinen Job hat und dann volle PKV Beiträge zahlen muß.

Dann wäre der Übertritt in die GKV tatsächlich zu überlegen.

Gruß

dervagabund

Vielen Dank für die rasche Antwort.

D. h. ein Wechsel in die GKV wäre im Falle einer Gleitzonenbeschäftigung möglich?

Gruß

Mokmokmokmok

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@Mokmokmokmok

Laut studis-online.de müssen zwei Voraussetzungen vorliegen:

"Du musst eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nachgehen. Diese muss jedoch während des Studiums folgende Kriterien erfüllen.

  1. mehr als 450 Euro/Monat
  2. mehr als 20h/Woche, um den Studentenstatus für die Krankenkasse zu verlieren."

Quelle: http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?4,1701311

Bei mir wäre ja der zweite Punkt nicht erfüllt, was heißen würde, dass ich nicht von der PKV in die GKV wechseln kann, oder?

Gruß

Mokmokmokmok

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@Mokmokmokmok

Nicht ganz. Du könntest auf dein Sozialversicherungsprivileg verzichten, das Du als Student hast und Dich bei der Sozialversicherung anmelden lassen, wenn Du mehr als 450 € im Monat verdienst.Das betrifft dann aber nicht nur die Krankenversicherung.

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@dervagabund

Um ein Anmelden bei der Sozialversicherung zu erreichen, müsste ich also meinen Arbeitgeber fragen ober er mich anstatt als Werkstudent, als "normalen" Angestellen beschäftigt der im Entgeldbereich der Gleitzone entlohnt wird, richtig?

Sowohl er als auch ich hätten dann höhere Abgaben, dafür würde mich der AG dann bei einer GKV anmelden.

Angenommen das Beschäftigungsverhältnis würde nur 6 Monate dauern, müsste ich dann nach Beendigung zurück in die PKV?

MfG

Mokmokmokmok

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@Mokmokmokmok

Vorsicht: dies würde dann aber bedeuten, dass Du den vollen GKV-Satz zahlen müsstest, zuzüglich Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung.

Der Studentenbeitrag der GKV greift nicht, da Du ja bei Beginn deines Studiums einen Befreiungsantrag gestellt hast.

Erst nach einer durchgänigen Mindestdauer von 12 Monaten würde dann die Möglichkeit bestehen in der GKV zu bleiben.

Bei Aufgabe des Arbeitsverhältnisses und weiterem Studium müsste dann der Mindestbeitrag als freiwilliges GKV-Mitglied gezahlt werden - und zwar ca. 165,00 €

Dies dürfte allerdings über eine PKV mit Ausbildungstarif günstiger und leistungsstärker sein.

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@dervagabund

Aber der Beitrag wäre auf jeden Fall höher als bei der PKV, und die Leistung schlechter.

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Unangenehm ist es nämlich, wenn man nach dem Studium keinen Job hat und dann volle PKV Beiträge zahlen muß.

Wobei der Beitrag dann in der PKV mit vergleichbaren Leistungen der GKV bestimmt nicht teurer wäre als in der GKV selbst.

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@Apolon

Apolon, auch dir vielen Dank für die Antworten.

Ich werde meinen Studentenstatus in der SV beibehalten und mich über die DEBEKA für den Rest meines Studiums selbst versichern. Bin noch am überlegen, ob ich den Studententarif (ca. 100€/Monat), der mehreren Foren zu Folge mit Vorsicht zu genießen ist, oder den "vollständigen" Tarif (ca. 150€/Monat) wähle. Muss ich mit nem Angestellten mal abklären.

Soweit ich es verstanden habe, verliere ich nach meinem Studium ja den Studentenprivileg in der KV. D. h. wenn ich im Zeitraum zwischen Abschluss und "vollständigem" Job einen Midijob annehme (oder den jetztigen fortführe), kann ich mich auf diese Weise über den Arbeitgeber in der GKV versichern. Mir bliebe dann der volle PKV-Beitrag erspart. Wäre das möglich?

MfG

Mokmokmokmok

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