Beschäftigen sich die meisten Gläubige lieber nicht mit der Evolutionstheorie, weil sie wahr ist und z.b. der Bibel total widerspricht?

23 Antworten

Hallo Wahchintonka,

es stimmt, Evolutionstheorie und Bibel lassen sich nicht in Einklang miteinander bringen. Ist die Evolutionstheorie aber tatsächlich eine unumstößliche Wahrheit? Sehr viele sehen das so und vor allem Wissenschaftler sind von ihrer Richtigkeit überzeugt. Andererseits: Wenn die Evolutionslehre so gut bewiesen wäre wie der Erdumlauf um die Sonne, was nicht ein einziger Wissenschaftler, der bei Verstand ist, bestreitet, warum glauben dann eine ganze Reihe von Wissenschaftlern nicht an die Evolutionstheorie und scheuen sich nicht, dies auch in aller Öffentlichkeit kundzutun? Sind sie nur weltfremd oder haben sie sich von ihrer eigenen Weltanschauung verblenden lassen? Oder könnte es sein, dass sie das, was als Beweise vorgetragen wird, nicht so ganz überzeugen konnte?

Völlig unbestreitbar ist hingegen, dass eine Evolution stattgefunden hat und auch gegenwärtig noch stattfindet. Doch findet diese, soweit sich das nachprüfen lässt, nur innerhalb gewisser Artgrenzen statt (wobei festzulegen wäre, wie "Art" in diesem Zusammenhang zu definieren wäre). Beispielsweise wurde aus der Fruchtfliege "Drosophila" trotz jahrelanger Mutationsversuche nie etwas anderes als eine Fliege und auch die die "Darwinfinken" blieben immer Finken. Zu "Artüberschreitung" kommt es jedoch nur dann, wenn man den Begriff "Art" auf eine ganz bestimmte Weise definiert.

Wenngleich Evolution durch Mutationen in Verbindung mit veränderten Umweltbedingungen eindeutig stattfindet, muss man daraus nicht zwangsläufig schließen, dass sämtliche Tier- und Pflanzenarten durch einen evolutiven Prozess entstanden sind. Das ist zwar der Grundgedanke der Evolutionstheorie, doch ist dieser nicht mit eindeutigen Tatsachen zu begründen. Andererseits gibt es zahlreiche Belege, die sich in Richtung Evolutionstheorie deuten lassen, doch handelt es sich in jedem Fall um Rekonstruktionsversuche von vergangenen Geschehnissen, die heute nicht mehr exakt nachprüfbar sind. Wenn man unvoreingenommen und fair bleibt, müsste man zugeben: "Ja, es könnte zwar so gewesen sein, doch vielleicht war es aber auch ganz anders". Doch zu behaupten, die Tatsachen seien so eindeutig, dass sie keinen Spielraum mehr für den Gedanken an eine Schöpfung zuließen, geht an der Wirklichkeit vorbei und lässt sehr leicht einen wissenschaftlichen Dogmatismus entstehen.

Ein Beleg, der als "Säule" der Evolutionstheorie gilt, sind Mutationen. Sie gelten als der eigentliche Motor der Vorwärtsentwicklung. Es zeigt sich jedoch, dass eine genetische Variation über bestimmte Artgrenzen hinaus, nicht stattfindet. Alle Experimente beweisen, dass sich das Mutationsgeschehen nur innerhalb gewisser Artgrenzen abspielt. Beispielsweise bleiben die Mutanten von Drosophila stets Fliegen, die zur gleichen Drosophilaart gehören. Wenn ein Gen mutiert, dann ändert sich lediglich die Struktur oder Beschaffenheit dessen, was bereits schon zuvor vorhanden war.

Erklärend möchte ich hier einfügen, dass ich hier von "Art" nicht im geläufigen Sinne als von einer "Biospezies" spreche (diese können selbstverständlich durch natürliche Prozesse neue entstehen). Wenn ich hier von "Artgrenzen" spreche, dann fasse ich den Begriff "Art" etwas weiter im Sinne von "Grundtypen". Nach F.L. Marsh und S. Scherer sind damit "alle Arten, die durch Kreuzungen direkt oder indirekt miteinander verbunden sind, also miteinander Nachkommen hervorbringen können" gemeint ("Leben - woher?"S. 41 von Reinhard Junker).
Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Mutationen einen Organismus schädigen, indem sie z.B. zu einer Minderung der Überlebens- und Fortpflanzungschancen führen. Sogenannte "positive Mutationen" (z.B. die Sichelzellenanämie, die Insekten auf den Kerguelen-Inseln oder die Kormorane auf den Galapagosinseln) beweisen nichts über den Ursprung neuer Strukturen, da die o.g. Mutanten jeweils einen Strukturverlust aufweisen (Rückbildung von Flügeln bei Insekten, Verlust der Flugfähigkeit der Kormorane). Wie der Evolutionist Theodosius Dobzhansky im Hinblick auf die Mutationen der Taufliege zugab, "zeigen [diese] in der Regel eine Entartung, eine Verkümmerung oder gar das völlige Verschwinden bestimmter Organe .  .  . Manche Mutationen bringen für ihre Träger sogar den Tod mit sich. Mutanten, welche die gleiche Vitalität besitzen wie die normalen Fliegen, sind in der Minderzahl, und Mutanten, die zu einer bedeutenden Verbesserung des normalen Baues und der normalen Leistung in der üblichen Umgebung führen würden, sind überhaupt nicht bekannt."

Auch Mutationszüchtungen (z.B. hornlose Rinder, kurzbeinige Schafe, schlitzblättrige Bäume) beweisen keine Höherentwicklung, denn der Mensch bestimmt jeweils, was als "positiv" zu gelten hat. Außerdem findet jede Züchtung unter Anleitung und Planung statt. Zudem können Mutationen aus einer Züchtung in vielen Fällen im Daseinskampf nicht überleben, da die Mutanten immer schwächer sind als die jeweiligen Elterntypen.

Es wird seitens der Evolutionsbefürworter behauptet, dass viele kleinere Mutationen im Laufe von Jahrmillionen schließlich zu einer Höherentwicklung geführt haben. Was zeigt jedoch die Wahrscheinlichkeitsrechnung? Der Physiker W. Heitler berechnete dies in Bezug auf den Archäopterix und schrieb: "Wenn jeden Tag (!) eine solche Mutation stattfinden würde und die Population eine Milliarde wäre, müßte das Universum zehnmal seine ganze Entwicklungsgeschichte durchlaufen, bevor eine einziger Archäopterix entsteht" (Walter Heitler, "Evolution durch Physik?"). Wie allein dieses Beispiel zeigt, geht die Wahrscheinlichkeit einer Höherorganisation gegen Null! Ein anderes Beispiel ist das des Auges. Es besteht aus vielen Teilen, die im Falle einer evolutiven Höherentwicklung in der richtigen Reihenfolge und aufeinander abgestimmt entstehen müssten. Berechnungen der Wahrscheinlich eines solchen Geschehens zeigen: Die Wahrscheinlichkeit der zufälligen Entstehung des Auges ist, wie Berechnungen des Mutationsgenetikers W.E. Lönning ergeben haben, ebenfalls auf nahe Null herabgesetzt. Doch selbst wenn ein Auge durch Zufall entstanden wäre, könnte es nur dann brauchbar sein, wenn der gesamte Organismus des betreffenden Lebewesens darauf abgestimmt ist. Es braucht nicht erwähnt werden, dass die Wahrscheinlichkeit einer solche Entstehung durch Mutation noch viel weniger gegeben ist.

In der Encyclopedia Americana wird bzgl. Mutationen folgendes gesagt: "Die Tatsache, daß sich die meisten Mutationen auf den Organismus schädlich auswirken, scheint kaum mit der Ansicht vereinbar zu sein, Mutationen seien die Quelle des Rohmaterials für die Evolution. In der Tat stellen die Mutanten, die in Biologielehrbüchern abgebildet sind, eine Sammlung von Mißbildungen und Monstrositäten dar, und die Mutation scheint eher ein zerstörender als ein aufbauender Prozeß zu sein“ (1977, Band 10, Seite 742).

Seit einigen Jahrzehnten hat man sich darum bemüht, durch gezielte Auslese von Mutationen z.B. bessere und ertragreichere Pflanzenarten hervorzubringen. Der Mutationsforscher Wolf-Ekkehard Lönnig, der sich rund 30  Jahre mit Mutationsgenetik an Pflanzen beschäftigte, erklärt: „Es wurde eine Revolution der traditionellen Pflanzen- und Tierzucht erwartet. Man dachte, man würde durch Induktion und Selektion positiver Mutationen neue und bessere Pflanzen und Tiere erhalten.“ Man startete Forschungsprojekte und versuchte durch neue Methoden die Evolution zu beschleunigen.

Was haben 40 Jahre Forschung auf diesem Gebiet gebracht? „Der Versuch, durch Bestrahlung [die Mutationen hervorruft] ertragreichere Sorten zu züchten“, sagt der Forscher Peter von Sengbusch, „erwies sich trotz eines großen finanziellen Aufwands weitgehend als Fehlschlag.“ Lönnig führt dazu aus: „Spätestens in den 1980er-Jahren erwiesen sich die Hoffnungen und die Euphorie weltweit als Fehlschlag. Als separater Forschungszweig wurde die Mutationszüchtung in den westlichen Ländern eingestellt. Die allermeisten Mutanten .  .  . waren lebensunfähig oder anfälliger als Wildarten.“

Nach inzwischen etwa 100 Jahren Mutationsforschung kann man inzwischen Aussagen darüber treffen, ob durch Mutationen tatsächlich neue Arten entstehen können. Dazu noch einmal der Mutationsgenetiker Lönnig: „Durch Mutationen kann aus einer Art [einer Pflanze oder eines Tieres] keine völlig neue entstehen. Diese Schlussfolgerung stimmt sowohl mit der Summe aller Erfahrungen und Ergebnisse der Mutationsforschung des 20.  Jahrhunderts überein als auch mit den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung".

Wie am Beispiel der Mutationen klar geworden ist, ist nicht jeder Wissenschaftler davon überzeugt, dass durch sie eine Höherentwicklung der Lebewesen stattfinden konnte. Das ist nur ein Grund, warum auch in der heutigen Zeit etliche Wissenschaftler die Evolutionstheorie ablehnen. Es ist daher unzulässig, sie als absolute Wahrheit hinzustellen.

LG Philipp

Als absolute Wahrheit stellt sie auch niemand hin. Sie aber für völlig falsch zu erklären, wäre noch fataler. Sollte alles Unsinn sein, was Darwin herausgefunden hat? Unmöglich.

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@Wahchintonka

Hallo Wahchintonka,

zumindest ziehen die meisten Wissenschaftler sie nicht in Zweifel. Das hat in einer wissenschaftsgläubigen Zeit wie dieser dazu geführt, dass sie auch von vielen anderen für wahr angesehen wird. Die Evolutionstheorie hat außerdem etwas mit einem Weltbild zu tun, in der Gott keinen Platz hat. Sie begründet nämlich eine rein naturalistische Sichtweise, die dem Empfinden vieler entgegen kommt.

Natürlich ist es nicht alles Unsinn, was Darwin und auch viele andere Wissenschaftler nach ihm herausgefunden haben. Es wird nur der Fehler gemacht, aus der beobachtbaren und damit beweisbaren Evolution innerhalb der Arten (Mikroevolution) auf eine Entwicklung über die Artgrenzen hinaus (Makroevolution) zu schließen. Für die letztere werden zwar fossile Belege angeführt, die jedoch nicht unzweifelhaft und eindeutig genug sind, um damit die Richtigkeit der Theorie zu beweisen. Die Einzelfunde lassen auch eine Deutung in Richtung Schöpfung zu. Außerdem fehlt es weiterhin an den "Missing Links", die es bei der Entwicklung von einer Art in die nächste in großer Zahl gegeben haben müsste.

LG Philipp

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Warum sollte es für einen allmächtigen Gott ein Problem darstellen, die Welt in 6 Tagen zu erschaffen?

Es gibt Evolution innerhalb von Arten, die wir in der Zuchtforschung beobachten können (aus einem Wolf wurde z. B. ein Pudel und ein Schäferhund gezüchtet, die aber alle zu einer Art gehören). Dies kann man als Mikroevolution (Evolution innerhalb einer Art) bezeichnen. Mikroevolution ist beobachtbar und damit wissenschaftlich eindeutig beweisbar.

Makroevolution (der Übergang einer Art in eine andere) wurde bisher aber noch nicht beobachtet und bleibt deshalb eine Theorie. Darwin hat auf jeden Fall vorhergesagt, dass wir beobachten werden, dass Arten in andere übergehen. Dies hat sich als völlig falsch erwiesen. Auch im Labor sollten neue Arten künstlich gezüchtet werden. Fruchtfliegen, die eine hohe Fertilitätsrate (Fruchtbarkeit) aufweisen, wurden mit verschiedensten mutagenen Substanzen konfrontiert (Strahlung, chemischen Stoffen usw.). Das Ergebnis waren ganz verschiedene Fruchtfliegen (kleine, große, mit verschiedenen Farben und unterschiedlicher Anzahl der Beine, Flügel usw.) - doch keine neue Art ist entstanden. Die Fruchtfliegen blieben immer Fruchtfliegen einer Art.

Sehr interessant zu diesem Thema sind Ausarbeitung der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, von Prof. Dr. Werner Gitt und Dr. Roger Liebi.

Dogmatismus und Rechthaberei Ich diskutierte mit Fachkollegen über ein Problem der Evolution. Am Schluss sagten sie: „Wir können gegen Ihre Argumente nichts sagen, sie sind nicht zu widerlegen. Aber wir glauben lieber das andere.“ Das andere war die Evolutionshypothese. Um welches Problem ging es? Ich führte damals aus, dass die Biochemie einer Leberzelle mit einem riesigen Uhrwerk verglichen werden kann; die verschiedenen Zyklen greifen nämlich ineinander. Und was auf die Leberzelle zutrifft, gilt auch für ganze Organismen und Organe: der Stoffwechsel ist ein kompliziertes, rückgekoppeltes „Räderwerk“. Bleibt man bei diesem Vergleich, dann kann man sich vorstellen, was geschieht, wenn ein „Rad“ (durch willkürliche Mutation) verändert wird. Die Uhr könnte stehen bleiben! Um das zu vermeiden, müssten alle Räder im gleichen Sinne verändert werden. Das heißt, eine Mutation müsste eine Fülle von anderen Mutationen zur Folge haben, die alle in dem Sinne gerichtet und zur gleichen Zeit stattfinden müssen, damit das Uhrwerk des Lebens nicht still steht. Und hier liegt das Problem: Mutationen werden immer noch als Zufälle angesehen. Zufälle haben in der Summe keine Richtung. Was der eine Zufall verändert, kann der nächste zunichte machen. Eine „Richtung“ auf ein Endergebnis ist da nicht zu erkennen. Deshalb ist auch nicht zu erwarten, dass eine zufällige Mutation am Anfang eine Fülle von Mutationen zur Folge haben sollte, die alle in die gleiche Richtung zielen. Nun ist dieses Problem wieder aufgetaucht. Aus Berkeley kam von Jed Macosko ein Beitrag zur Irreduzibilitätshypothese (Michael J. Behe) (Irreduzibilität: Bedeutet Unzerlegbarkeit). Die Strukturaufklärung der RNA-Polymerase (Ein Enzym, das RNA synthetisiert, ist ein komplexes Eiweißmolekül, das aus vielen Aminosäuren besteht.) von E. coli (ein Darmbakterium) brachte die Erkenntnis, dass nicht eine Aminosäure im aktiven Zentrum ausgetauscht werden kann, ohne dass das Molekül seine Funktionalität einbüßt. Das ganze „Design“ des Moleküls ist zweckgerichtet und nicht zu „verbessern“; jede Veränderung kann für das Leben von E. coli fatal sein. Macosko schlussfolgerte, dass die RNA-Polymerase ein irreduzibles System darstellt. Michael J. Behe erklärt diese Irreduzibilität so: Irreduzible Komplexität besteht aus zwei Komponenten. 1.) In einem irreduzibel komplexen System muss jeder Bestandteil innerhalb der Ordnung des Systems arbeiten. Nehme ich auch nur ein einziges Baustück heraus, kollabiert das komplette System. 2.) Für sich allein machen die Funktionen seiner Bestandteile keinerlei Sinn. Auf Behe geht das Beispiel der Mausefalle zurück. Wir haben ihre Komponenten klar und deutlich vor uns: Spannfeder, Tritt, Auslöser etc. Entfernen wir auch nur eine einzige Komponente, funktioniert die komplette Falle nicht mehr. Behes Schluss: Nur intelligentes Design kann für ein solches Zusammenspiel verantwortlich sein. Diese Hypothese würde also einen intelligenten Schöpfer voraussetzen, wenn man sie auf die Entstehung des Lebens anwendet! Aber ich möchte hier nicht zu ausführlich werden. Was mich aber überraschte, war die Reaktion eines Fachmanns: `Da die Fachwelt diese Hypothese nicht akzeptiere, könne sie nicht stimmen`. Ist das nicht überraschend? Und wird man hier nicht an die Kritiker Galileis erinnert, die den Blick durch das Fernrohr auf die Jupitermonde mit dem Hinweis ablehnten, es könne sowie so nicht stimmen, weil es so etwas einfach nicht gäbe? Wer bisher glaubte, dass es in der Welt der Wissenschaft keine Dogmen gebe, sollte sich nun eines Besseren besinnen. Man lehnt ab, was nicht wahr sein darf, aber eine zufrieden stellende Erklärung der Irreduzibilität war von den Kritikern nicht zu hören. Und nun noch ein Gedanke zu den Mutationen: Sie werden immer noch als Motor der Evolution angesehen. Und M.L. hat schon Grundsätzliches dazu geschrieben. Lebewesen können mutieren; ihr genetischer Apparat ist willkürlich veränderbar, verwundbar. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass hier zwei Dinge vertauscht werden: 1.) Die von außen bewirkte Veränderung des Gens, und 2.) die dem Apparat innewohnende Fähigkeit, Veränderungen zuzulassen und sinnvoll einzusetzen. Das Erste sind genetische Unfälle, die für das Leben schädlich sind; das zweite sind Variationen, die von vornherein zulässig sind und eine gewisse Elastizität (Anpassungsfähigkeit) des Lebens an veränderte Bedingungen darstellen. Diese genetisch festgelegte Anpassungsfähigkeit über Mutationen ist auch genetisch begrenzt; wird die Grenze überschritten, stirbt in der Regel der Organismus. Es gibt aus der Immunologie ein gutes Beispiel für diesen Fall: Die Gene der V-Region (das ist der variable Teil des Immunglobulins) der Immunglobuline werden durch somatische Mutationen so verändert, dass eine möglichst genaue Passung möglich ist. (V-Region: Das ist die Region, mit der ein Antikörper an das zu ihm passende Antigen bindet; je besser diese Bindungsregion auf das Antigen passt, um so stärker ist die Bindung des Antikörpers an das Antigen und um so effektiver ist die Abwehr des Antigens.) Der Zweck dieser Mutationen ist also die optimale Anpassung eines Antikörpers an sein Antigen. Die Mutationsrate liegt für Plasmazellen (das sind die Zellen, welche Antikörper produzieren) bei 2 bis 4 %! So spielt also das Immunsystem viele Varianten durch, um am Ende zum optimalen Antikörper zu kommen. Die Mutationsrate ist bemerkenswert hoch, wenn man sie mit der anderer nichtimmunologischer Gene der Lymphozyten vergleicht. Hier liegt sie bei weniger als 0,0001 %! Dies ist ein Beispiel für Mutationen, die einem lebenserhaltenden Zweck dienen; sie sind genetisch festgelegt und haben eine Grenze, die nicht ohne üble Folgen überschritten wird. Das gilt vermutlich für jedes Lebewesen. Ich muss noch etwas los werden. Der Nobelpreisträger Manfred Eigen hat die Entstehung komplexer Biomoleküle zu erklären versucht. Er geht davon aus, dass Materie in der Evolution eine Art Selbstorganisation besitzt, um auf die Stufe des Lebens zu gelangen. Damit wurde aber auch ein neues (altes?) Problem aufgeworfen: Woher „wissen“ die Moleküle, in welche Richtung sie sich organisieren, entwickeln müssen? Bislang galt Materie als „dumm“; Absichten, Wünsche, Pläne und Überlegungen schrieb man ihr nicht zu. Dieses Problem führte dann zu neuen Hilfshypothesen: Der Materiebegriff müsste dahingehend erweitert werden, dass man der Materie von vornherein die Eigenschaft zuschreibt, sich zu Leben zu organisieren. Und man muss ein „Evolutionsfeld“, also eine von außen kommende Steuerung annehmen, wenn man die Entstehung des Lebens mit Hilfe evolutiver Mechanismen erklären möchte. Nun ist von außen kommende Steuerung der Entwicklung ein gefährlicher Gedanke, was vielleicht Friedrich Cramer schon ahnt. Dieser Kollege von M. Eigen glaubt übrigens selbst an einen Schöpfer. Vielleicht kommt von dieser Seite die Versöhnung der „Evolutionisten“ mit den „Kreationisten“. Die Evolutionstheorie ist immer noch eine ungeklärte Streitfrage der modernen Naturwissenschaft! Und denken Sie nur nicht, dass mit diesen beiden Einwänden von meiner Seite schon alle Ungereimtheiten, die der Theorie widersprechen, aufgezählt sind! Aber darüber macht man sich kaum Gedanken. Es scheint, dass der Glaube an diese Theorie ein einfacher und bequemer Ersatz für etwas anderes ist. Und um es noch einmal deutlich zu machen: Es geht in der ganzen Diskussion nicht um das Wie und den Weg, den das Leben genommen hat. Es geht um die erste Ursache, um den Beginn der Schöpfung. Und da geht man ganz bewusst einen Schritt zu weit, wenn geschlussfolgert wird, dass es keinen Schöpfer geben kann, weil die Evolution alles erkläre. Über einen Schöpfer kann die Wissenschaft schlichtweg nichts sagen.“

Die erste Ursache scheint mir Energie zu sein. Alles besteht letztendlich aus Energie - und Materie könnte, grob gesagt, als eine Art geronnene Energie angenommen werden. Daher, dass Energie nicht erzeugt aber auch nicht vernichtet werden kann, hat sie ewigen Bestand. So erübrigt sich auch die alte (philosophische) Frage, warum es überhaupt etwas gibt und nicht vielmehr Nichts.

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