Beruhigungsmittel gegen Panikattacken?

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8 Antworten

Panikattacken treten meist "grundlos" auf und überfallen einem wie unaufhaltsame Wellen. Der absolute Horror (bin selbst betroffen).

Gegen richtige Panikattacken helfen leider keine pflanzlichen Mittel mehr, nur noch Chemie. Ich weiss, das klingt hart, aber so ist es nun mal.

Das mit den Beruhigungsmittel hat einen Hacken. Beruhigungsmittel sind Medikamente aus der Klasse der Benzodiazepine ( http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/ ). Diese haben sehr wenig Nebenwirkungen und wirken enorm zuverlässig gegen Ängste bzw. Panikattacken. Es ist wie ein Wunder. Schmeisst man ein solches Ding ein, sind nach 20-30 Minuten die Panikattacken wie weggeblasen und man ist total ruhig. Zudem können sie einfach bei Bedarf eingenommen werden (man muss sie also nicht täglich nehmen).

Klingt fast zu gut um wahr zu sein, nicht? So ist es auch. Benzodiazepine sind als Notfallmedikamente ein Segen, doch man muss aufpassen, dass diese Medikamente nicht zum Fluch werden. Denn alle Benzodiazepine (z.B. Lorazepam, Alprazolam etc.) machen bei längerem und regelmässigem Gebrauch stark körperlich und psychisch Abhängig (nach ca. 4-8 Wochen).

Zudem ergibt sich eine Toleranzentwicklung. Toleranzentwicklung heisst, dass man eine immer höhre Dosis braucht um den gleichen Effekt wie zu Beginn der Einnahme zu erzielen. In extremen Fällen kommt es soweit, dass diese Medikamente gar nicht mehr wirken.

Desshalb werden gegen Panikattacken vor allem Antidepressiva der SS(N)RI-Klasse verordnet ( http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/ ). Antidepressiva wirken gegen Ängste bzw. Panikattacken ironischerweise besser als gegen Depressionen.

Von Antidepressiva wird man nicht abhängig und es ergibt sich auch keine Toleranzentwicklung. Dennoch gibt es diverse negative Punkte. Antidepressiva sind mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden (welche mit der Zeit jedoch nachlassen). Zudem wirken sie nicht beruhigend, sondern "nur" Angstlösend. Sie müssen täglich eingenommen werden (also nicht nur bei Bedarf) und die Wirkung tritt erst nach 4-5 Wochen auf.

In den ersten 4-5 Wochen können sich die Ängste sogar verschlimmern, bis das Medikament anschliessend angstlösend wirkt. Desshalb werden in den ersten Wochen oft auch Benzodiazepine als Begleitmedikation verordnet, welche im extremen Notfall konsumiert werden können.

Schlussendlich musst du -so hart es klingt- eine Kosten/Nutzen-Abrechnung machen. Was ist schlimmer? Die Beschwerden oder die Nebenwirkungen der Medikamente?

Noch zur Info:

Die am häufigsten eingesetzten Benzodiazepine bei Panikattacken sind Lorazepam und Alprazolam.

Die am häufigsten eingesetzen Antidepressiva bei Panikattacken sind Sertralin, Citalopram, Escitalopram, Paroxetin und Venlafaxin.

Das mit dem Arzt ist sehr einfach. Gehe einfach hin und erzähle ihm von deinen Beschwerden. Wenn er gut ist, wird er dich an einen Facharzt (Psychiater) überweisen. Ev. wird er dir bis zum Zeitpunkt deines ersten Termins auch schon Medikamente verschreiben. Meist ist dies relativ einfach. Ärzte sind ja eher bekannt dafür, dass sie zu schnell und nicht zu langsam ein Scheinchen ausstellen ;-)

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Ob das wirklich so einfach ist, entscheidet einzig und alleine Dein behandelnder Arzt. Nicht jeder Arzt verschreibt einfach mal eben so ein Medikament gegen Panikattacken. Es gibt durchaus Ärzte, die darauf bestehen, dass auch eine begleitende Psychotherapie erfolgt.

Es gibt aber durchaus gut wirksame Medikamente gegen Panik- und Angststörungen. Bedenke aber bitte, dass die Wirkung dieser Medikamente nicht sofort einsetzt, sondern erst so nach 4-6 Wochen. Mach also bitte nicht den Fehler, die Medikamente nach zwei Wochen wieder abzusetzen mit der Erkenntnis, dass sie nicht helfen. Es braucht einfach seine Zeit.

Ich bekomme jetzt seit 3 Wochen ein neues Medikament gegen Panikattacken und jetzt so langsam bemerke ich eine Verbesserung der Symptome. Ich bin schwer krank und hatte in letzter Zeit immer panische Angst davor, aufgrund meiner Erkrankung zu versterben bzw. zusammenzubrechen, wenn niemand in der Nähe ist. Okay, diese Gefahr besteht und es ist keine unbegründete Angst, aber diese Angst war teilweise so stark, dass sie Zusammenbrüche hervorgerufen hat und Symptome hervorgerufen hat, die eigentlich gar nicht vorhanden waren. Jetzt merke ich schon, dass es langsam besser wird und vielleicht verhelfen mir diese Medikamente ja dabei, doch noch eine Weile etwas Lebensqualität zu erhalten.

Gehe zum Arzt ... mehr als "nein" sagen kann er nicht.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück auf Deinem Weg

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Zunächst einmal wird der Arzt eine saubere Diagnose stellen müssen. Dazu ist ein längeres Gespräch und meistens auch eine körperliche Untersuchung notwendig.

Es kann ja auch dabei herauskommen, dass es erst einmal oder aber langfristig notwendig oder sinnvoll ist, therapeutische Gespräche zu führen, verhaltenstherapeutische Maßnahmen (oftmals ein Training nach bestimmten Regeln) oder anderweitige Maßnahmen - wie z. B. Entspannungstrainings zu machen.

An Medikamenten kommen u. a. Beruhigungsmittel und Antidepressiva in Frage. Bei den Beruhigungsmitteln sind Benzodiazepine sehr wirksam. Diese führen aber schon bei relativ kurzer Anwendung leicht zu Gewöhnung und Abhängigkeit. Sie sind daher trotz guter Wirkung sehr problematisch. (Bei der Entwöhnung von Benzodiazepinen verstärken sich evtl. Angstzustände, zu denen man neigt, es treten Schlafstörungen und Unruhe auf.)

Am besten kann das ein Psychiater mit psychotherapeutischer Ausbildung untersuchen. Ein Psychologe könnte das meiste auch machen. Psychologen dürfen aber keine Medikamente verschreiben.

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Hallo Tim

Ein schlechter Arzt verschreibt dir soffort Medikamente. Ein guter Arzt rät dir zur Therapie denn was möchtest du ? Wohl das Problem lösen. Nun Medikamente sind in deinem Fall Symptombehandlung. Eine vernünftige Therapie die Lösung. Hast du bei Beginn einer Attacke schon einmal einen innerlichen Stop gerissen und zu dir selber gesagt das du klar denken sollst, das die Panik komplett Grundlos und nicht real ist? Probiere das mal und konzentriere dich ganz stark darauf klare Gedanken zu haben und zwar warum jetzt und hier es ist ja alles in Ordnung.  Ich würde dir vorschlagen auf harte Medikamente zu verzichten und einen guten Therapeuten zu besuchen.

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......pflanzliche Mittel kannst du total vergessen.

Geh`zum Psychiater (=zuständiger Facharzt), der wird dir helfen.

Kenne im Bekanntenkreis eine Frau die diese Panikattacken schon etliche

Jahre hat. Durch die Medikamte des Arztes hat sie derzeit alles im Griff !

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Hört sich nach Depression an. Du gehst zum Arzt und dort bekommst du weitere Hilfe; das ist wirklich so einfach.

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Was für Panikattacken sind das denn?

Es gibt ein rein pflanzliches Medikament das nennt sich Baldrian, gibts im DM und in sonst jeder Drogerie frei erwerblich zu kaufen dies ist gut verträglich. Falls deine Nerven durchdrehen ist das am besten und hilft u. A bei Schlafproblemen

Alles gute.

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