Berufswunsch: Lehrer. Fächer, Arbeitszeit, Gehalt?

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2 Antworten

Hallo Coryn,

ein paar Infos:

Man studiert in der Regel zwei Fächer, manchmal drei, nicht mehr. Da sollte ein Hauptfach dabei sein.

Es kommt auf das Bundesland an, wie die Schularten heißen. Du musst dich entscheiden, welche Schulart du möchtest, daraus ergibt sich dann Studium/Ort. Das ist in jedem Bundesland anders geregelt.

Es gibt vier Stufen - Primar (Grundschule), Sekundarstufe 1 (Unter- und Mittelstufe) und Sekundarstufe 2 (Oberstufe) sowie Sonderpädagogik an Förderschulen. Je höher die unterrichtete Stufe, umso vertiefter muss dein Fachwissen sein. In Primar und Sek 1 muss man auch fachfremd unterrichten, das macht aber ab der Mittelstufe wenig Freude, wenn man von dem Fach eigentlich keine Ahnung hat.

Nach dem Studium absolvierst du ein Referendariat, das heute in den meisten Bundesländern 1.5 Jahre dauert. Zunächst hospitierst du im Unterricht anderer Lehrer, nach einem halben Jahr unterrichtest du dann ein Schuljahr lang ca. 12 Schulstunden in der Woche, hinzu kommen 1-2 ganze Seminartage. Das Ref ist eine der härtesten Ausbildungen, hier absolvierst du auch deine Lehrproben und deine Examensarbeit. Wochenarbeitszeiten von über 50 Stunden sind keine Seltenheit.

Während der Schulwochen kannst du mit einer Arbeitsbelastung von 40-45 Stunden pro Woche rechnen. In Korrekturhochphasen sind es mehr. Neben 24-28 Schulstunden, die du je nach Bula und Schulart halten musst, kommen Anwesenheitszeiten/Orgazeiten (Aufsichten, Sprechzeiten, Konferenzen) hinzu, zu Hause musst du den Unterricht vorbereiten, Prüfungen entwerfen und korrigieren und verwalten - Entschuldigungen, Klassenfahrten, Medientage, Ausflüge, etc.... darüber hinaus musst du pädagogisch arbeiten - Eltern/Schülergespräche, Gespräche mit Jugendamt und anderen Partnern etc.

Ein wichtiger und sich verstärkender Punkt auf der Arbeitsliste ist die schulische Entwicklungsarbeit. Hier hat jeder Lehrer einen Zusatzjob wie z.B. Schulbuchverwaltung, EDV, Verwaltung, Schulentwicklung etc. Manchmal gibt es dafür Schulstunden, meistens aber nicht. Das kann sehr zeitraubend sein, z.B. Material für Methodentage zu entwickeln, ist aber inklusive und muss gemacht werden.

Das Gehalt ist je nach Bundesland und Schulart unterschiedlich, du musst auch darauf achten, dass manche Bundesländer nicht mehr verbeamten, das macht sich bei den Abzügen bemerkbar.

In den Schulferien ist bei mir Korrekturzeit angesagt, hier bereite ich den Großteil des Unterrichts vor. Urlaub habe ich etwa 3-4 Wochen in den Sommerferien und eine Woche zu Weihnachten - wie jeder andere Arbeitnehmer auch.

Anstrengend an dem Job als Lehrer ist, dass du im Unterricht ständig ganz konzentriert sein musst. Auch, wenn die Schüler Aufgaben erledigen. Nach acht Stunden Unterricht fühlen sich viele ausgelaugt und sind müde. Im Büro kannst du aufs Klo, wann du willst, trinken, wenn du magst und auch mal einen Moment abschweifen, wenn du es brauchst. Als Lehrer geht das nicht, man ist sehr fremdbestimmt und steht ständig im Mittelpunkt.

Positiv ist, dass man sich die Zeit zu Hause selbst einteilen kann. Das wird sich in Zukunft mit einem Anwachsen der Ganztagsschulen aber wandeln. Was das Lehrerleben auch aufwändiger macht, ist die nötige Differenzierung in allen Schularten, man arbeitet mit den Schülern viel individueller, muss aber auch das Material dafür anbieten.

Ein wenig unangenehm ist, dass man wenig Anerkennung und Feedback bekommt, man köchelt mit der Zeit sehr im eigenen Saft.

Schön ist, dass man mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat - die halten einen jung und das Hirn frisch. Und ich halte den Beruf immer noch für eine wichtige Aufgabe, es gibt die seltenen  Momente, in denen man merkt, dass die Schüler heute wirklich etwas Neues für sich hinzugewonnen haben.

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Coryn 02.12.2016, 22:31

Danke für deine Antwort, es hat mir sehr geholfen (:

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Die wichtigste Information fehlt: Welches Bundesland? Und welcher Schultyp soll es sein?

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