Berufsunfähigkeitsversicherung: wie Gesundheitsfragen korrekt beantworten?

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Grundsätzlich ist immer die Frage, welche der Fragen in einem Antrag erheblich sind. Einige Vertreter beschwichtigen; dies und das ist nicht so wichtig. Vorsicht.

Erheblich ist alles, wonach die Versicherung im Antrag fragt.

Üblicherweise werden nach Krankenhausaufenthalten der letzen 10 Jahre gefragt und Krankheiten oder Beschwerden der letzten 5 Jahre.

Beantworte die Fragen, soweit Du Dich erinnern kannst genau und Präzise und gib die Hausärzte an, die evtl. einen Entlassungsbericht eines Krankenhausaufenthaltes erhalten haben könnten.

Am Ende Deiner Gesundheitsfragen schreibst Du: Das sind die Erkrankungen, an die ich mich erinnern kann. Für genauere Angaben auch zu den einzelnen Diagnosen ggfls. bei Ärzten oder Krankenkasse erfragen.

Diese Formulierung ist sauber und hält auch vor Gericht stand. Du gibts der Gesellschaft die Möglichkeit, notwendige Informationen von Ärzten selbst einzuholen, weil Du unmöglich alles im Kopf hast.

Die Versicherung hat nun 2 Möglichkeiten:

  1. Sie schreibt Krankenkasse und Ärzte an
  2. Sie verzichtet darauf

Jedes Gericht wird in einem Streitfall die Versicherung fragen:

Der Versicherungsnehmer konnte sich nicht vollständig erinnern, warum haben Sie dann die Erkundigungen nicht eingeholt sondern sind den Vertrag eingegangen?

Wichtig für Dich bei der ganzen Aktion ist insbesondere die Frage nach Beschwerden und Krankheiten. Wenn Du dauerhafte Beschwerden hast, oder Medikamente nehmen musst, weiss man das sehr genau, dabei gibts kein Vergessen.

Für Dich ist dann alles im grünen Bereich wenn der Antrag angenommen wird und der Vertrag zustande kommt.

Um mehr brauchst Du Dir keine Gedanken machen.

Wichtig noch die Frage: Ist ein ähnlich lautender Antrag bei einer anderen Gesellschaft abgelehnt, gestellt worden, oder nur zu erschwerten Bedingungen angenommen worden.

Übrigens: Selbst wenn Du vorsätzlich die Versicherung über Deinen wahren Gesundheitszustand täuschst, schützt Dich das BGB davor.

Anfechtung wegen Täuschung muss innerhalb von 1 Jahr nach bekannt werden geschehen. Anfechtungsfrist ist 10 Jahre. http://dejure.org/gesetze/BGB/124.html

Das heisst, nach 10 Jahren sind alle fehlerhaft oder vorsätzlich gemachten Angaben oder das Weglassen von Angaben nicht mehr relevant und spätestens ab da hast Du den vollen Versicherungsschutz.

DIES IST KEIN AUFRUF ZUM BETRUG!

Mit diesen Informationen kannst Du ruhig schlafen.

Auszug aus einem Urteil, wo die Krankenversicherung gekündigt wurde, die Kundin aber auf Fortbestehen des Vertrages geklagt hatte.

Dabei hatte sie ihres Wissens nach alle ihr bekannten Umstände angezeigt.

Die Klage hatte Erfolg. Klagebegründung war insbesondere folgende Passage:

Denn die Beklagte hat nichts vorgetragen, was auf ein mögliches arglistiges Verhalten der Klägerin hindeuten könnte. Ebenso kann offen bleiben, ob die hilfsweise erklärte Kündigung überhaupt zulässig war, weil nach § 206 VVG in der Fassung des Jahres 2009, dem Jahr, in dem die Kündigung ausgesprochen worden ist, jede Kündigung einer Krankenversicherung, die die Voraussetzung einer Pflichtversicherung erfüllt, durch den Versicherer ausgeschlossen ist.

http://www.ra-kotz.de/krankenversicherungvorvertraglicheanzeigepflicht.htm

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Im Versicherungsfall, der ja bei der BU sehr teuer werden kann, wir der Versicherer bei allen Krankheiten, die eine Vorgeschichte haben, nachforschen, ob evtl eine Anzeigepflicht verletzt wurde. Dazu ist sie sogar verpflichtet, das sie treuhänderisch die Beiträge der Versichertengemeinschaft verwaltet. Im Antrag entbindest du alle Ärzte und auch die Krankenkasse von der Schweigepflicht. Dies gilt sogar über den Tod hinaus. Und relevante Krankendaten werden 50 Jahre lang archiviert, und sind dann auch verfügbar.

Ich habe mal gehört, daß man als Vermerk dazuschreiben soll, daß man alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht und nichts absichtlich verschwiegen hat. (Ob das im Ernstfall wirklich was nützt, müssen vermutlich die Gerichte entscheiden.)

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