Berufsunfähigkeitsversicherung nach Recherche mit oder ohne Makler?

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11 Antworten

Hallo,

da ich selbst Makler bin, empfehle ich folgendes:

  1. Ich versichere keinen Kunden mehr gegen Berufsunfähigkeit, wenn ich nicht sämtliche Arztunterlagen der letzten 5 Jahre in Kopie habe. Die Chance wegen einer sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung den Versicherungsschutz im Leistungsfall versagt zu bekommen, ist sonst zu hoch.

  2. Wir erhalten ca. 4% der Beitragssumme (die über die ganze Laufzeit gezahlt wird) als Courtage. Dafür stehen wir im Leistungsfall an der Seite des Kunden und vermittlen kompetente Anwälte oder Berater, die sich auf die Vertretung des Kunden spezialisiert haben, da sie ansonsten weitgehend der Willkür der Versicherer ausgesetzt sind.

  3. Ich empfehle vorher eine Rechtsschutzversicherung bei einer anderen Gesellschaft abzuschließen, die den sogenannten Versicherungsvertragsrechtschutz beinhaltet. Somit sind Prozesse für den Kunden im Leistungsfall auch finanzierbar. Es geht da ja nicht um kleine Summen, insofern sind die Anwalts- und Gerichtskosten auch nicht zu verachten.

  4. Der Antragsprozess, die Ausschreibung der Angebote, die Beratung und die Bearbeitung bei Diagnosen in den Arztunterlagen dauern im Normalfall zwischen 2 und 8 Wochen. Ich wende für solch einen Schutz viele Stunden Zeit auf. Wenn wir bei einem 29 jährigen über 50 EUR Beitrag reden, so verdiene ich dafür ca. 912 EUR Courtage brutto. Das kostet den Kunden aber keinen Euro extra, da die Nettotarife auch von den geeigneten Versicherern kaum oder garnicht angeboten werden. Und ich zahle über 1300 EUR im Jahr für eine Vermögensschadensversicherung, so dass wenn ich den Kunden falsch oder nicht korrekt berate, auch noch ein Haftungsanspruch gegen mich entsteht. Wer also sich den Makler sparen möchte, bitte sehr. Billiger wirds dadurch aber nicht.

Was mich aber noch interessiert ist, ob es sich lohnt auf den (freien) Makler zu verzichten und alles selbst zu beantragen?

Inwieweit sollte sich dass denn lohnen?

Sind die Beiträge bei Maklerangeboten höher durch die eingerechnete Provisionen oder wird das auf alle Versicherungsnhemer umgelegt, so dass ich die Beratung nicht extra zahlen muss?

Wenn du keine Nettopolicen hast kommt es kostentechnisch für dich auf das gleiche raus. Die an den Makler gezahlte Courtage verbleibt dann einfach beim gewählten Versicherer.

Es ist völlig egal ob du eine BU über einen Vermittler oder selbst im Internet abschließt, der Beitrag ist der gleiche.

Bei Direktabschluss trägst Du aber die Verantwortung selbst.

Und ohne die erforderliche Fachkenntnis, sollte man auf solch einen Unfug verzichten.

Gruß Apolon

Wow, interessant. Ich habe schon so viel über BU gehört, auch von Leuten die es (angeblich) echt wissen mussten. Das hat keiner gesagt und das ist ja nun wirklich nicht unwesentlich!

Wieder was gelernt.

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Auch ich bin freier Versicherungsmakler und habe die Erfahrung gemacht, dass in sehr vielen Fällen die Kunden ihre Situation völlig verzerrt einschätzen.

Da wird dann eben vergessen, dass man vor drei Jahren mal "nur ein paar Fango-Packungen und Massagen hatte". Wenn die verschrieben wurden, gibt's ärztliche Diagnosen und damit im Sinne der Anträge Vorerkrankungen. Normaler Weise darf der Versicherer bei den Antragsfragen vorwiegend zeitlich befristete Fragen stellen - also ambulant die letzten 5, stationär und Psyche die letzten 10 Jahre.

Da reicht eine Frage mit ja beantworten zu müssen, schon gibt's vom Versicherer weitere Fragen in diversen Fragebögen - und hier dann oft ohne zeitlicher Befristung.

Allein vorher Dinge zu wissen, die hinterher entscheidend werden können, dafür lohnt sich schon ein Makler. Und der Vertrag wird nicht günstiger ohne.

Beispiele was ohne Makler passiert, gibt es viele.

Hier mal 2 Fälle aus der Praxis:

Fall 1 - Student/-in Lehramt

Uni und zwei zeitnahe größere Prüfungen. Stress pur. Der Magen tut weh. Man kann kaum schlafen, weil man vom Lernen übermüdet ist. Nun gibt es glücklicher weise Nachschreibe-Termine - aber nur, wenn man krank war. Also muss ein ärztliches Attest vorgelegt werden.

Schreibt der Arzt "Übelkeit wegen Prüfungsstress" als Diagnose auf (natürlich würde er das medizinisch eleganter ausdrücken), dann kann es das schon für eine künftige BU gewesen sein. Gerade bei angehenden Lehrern ist die Psyche Grund Nr. 1 für eine spätere BU!

Das heißt für den Nachholtermin mal kurz die Chance auf eine BU für die nächsten Jahre verschossen.

Hätte der Arzt "Magen-Darm-Verstimmung" attestiert, wäre das problemlos gewesen.


Fall 2 - Testlauf wäre besser gewesen

Ein Kunde hat leichte Vorerkrankungen, die er verantwortungsbewusst, wie er hoffentlich ist, auch angeben hat. So ganz klar ist es dem Kunden nicht, ob der Vertrag so ohne Einschränkungen angenommen wird oder nicht.

Von normaler Annahme, über Risikozuschläge, einzelne Ausschlüsse bis hin zur kompletten Ablehnung wäre theoretisch alles möglich.

Was nun?

Wenn der Kunden den Antrag nun stellt, dann wird er nicht nur bei dem einen Anbieter mit dem Ergebnis leben müssen. Denn in nahezu allen Anträgen, die mit Gesundheitsfragen das Risiko einschätzen wollen (BU, EU, Grundfähigkeitsrenten, Pflege etc.) wird u.a. auch nach Verträgen gefragt, die seitens des Versicherers abgelehnt oder nur mit erschwerten Bedingungen angenommen wurden. Und diese Info ist eine Obliegenheitspflicht des Kunden. Hier Falschangaben zu machen, kann später trotz jahrelanger Beitragszahlung den Verlust des Versicherungsschutzes zur Folge haben. Denn im Leistungsfall wird genau geprüft und nachgeharkt.

Also Augen auf bei der Antragsstellung! Einmal eine Ablehnung - da kann es dann bei allen anderen gewesen sein.

Ein Makler kann eine Risikovoranfrage für den Kunden stellen. Also quasi anonym vortasten, ob ein solcher Gesundheitszustand bei dem jeweiligen Versicherer noch durch ginge. Extrem hilfreich kann ich nur sagen.

Also wende dich an einen freien VersicherungsMAKLER.

Der steht auf der Seite seines Kunden und vertritt eben nicht die Interessen eines einzelnen Versicherers.

Schau mal auf MT-Versicherungsmakler.de rein. Da gibt's zu den Unterschieden der vielen Vermittlerarten eine sehr gute Übersicht in wie weit sich ein freier Makler von anderen Formen des Vertriebs unterscheidet.

Und ja der Tipp vom Kollegen mit der Anzeigepflichtverletzung und der Rechtsschutz bei nem externen Anbieter mit Versicherungsvertragsrechtschutz ist extrem wichtig. Im Streitfall geht es da um sehr viel Geld. Da werden die Versicherer immer gerne im Zweifelsfall sich querstellen.

Viele Grüße


Du solltest auf keinen Fall eine BU in Eigenleistung abschließen.

Ein Makler HAFTET dir sogar dafür, dass er dich ausreichend (und korrekt) beraten hat.

Naja, das Haftungsargument ist da aber eher theoretisch. Sieht man sich mal entsprechende Statistiken an wird schnell deutlich, dass die Makler diverse Schlupflöcher haben und es nur in den seltensten Fällen zu einer praktisch durchgesetzten Maklerhaftung kommt.  

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@Samy795

Sowas ist Unfug. Wichtig ist das im Beratungsprotokoll die relevanten Fragen und Antworten entsprechend aufgeführt sind. Da gibt es dann keine Schlupflöcher oder Auswege. Der Makler haftet für eine nachweislich getroffene Aussage. Und wenn er nicht bereit ist seine Aussage schriftlich zu definieren dann würde ich mit einem solchen Makler keinen Vertrag schließen.

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@Samy795

Der Makler ist zusätzlich verpflichtet, eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung abzuschließen. Diese muss er der Aufsichtsbehörde laufend belegen.

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Ganz ehrlich: Deckst Du dein Dach selbst, hast das Haus ohne Maurer errichtet und und und?

Ja, vieles kann man sich anlesen, einiges recherchieren.... Aber alle erforderlichen Facetten bedenken, Solidität des Anbieters, Erfahrungen im Leistungsfall, jedwede Klausel?
Da der zu zahlende Beitrag immer gleich hoch ist - egal wo und wie Du den Vertrag mit dem von Dir gewählten Anbieter schliesst - was spricht gegen einen Makler?
Er sagt Dir ggf. das er Dir den Vertrag nur dann vermittelt (weil er Dir etwas besseres vorgeschlagen hat und Du dennoch auf deinem bestehst) wenn Du im Beratungspriotokoll unterschreibst das er Dir abgeraten hat.... An der Stelle solltest Du umdenken.

Er wird Dir zuvor viele Fragen stellen, wird Dir verschiedene Vorschläge machen, Dir zeigen warum Du welchen Anbieter nimmst und welchen nicht.

Ob Du seiner Empfehlung folgst bleibt Dir überlassen, aber ohne? Das wäre echt gewagt.
Und zudem haftet der Makler mit seinem Privatbesitz für die richtige Beratung....
Zu verlieren hast Du so nichts, zu gewinnen ne Menge. Allein wirst Du im Leistungsfall zu 90% auf der Verliererseite sein, auch wenn es ggf. nur n Formfehler ist...

Wenn Du ein Produkt ohne Makler abschließt, sieh zu dass es sich um ein sog. Nettoprodukt handelt, also ein BU Vertrag, bei dem die Maklerprovision bereits rausgerechnet ist. Dann rentiert sich das Ganze durchaus!

Und mal allgemein: Es ist zwar richtig, dass es insbesondere bei der BU auf das Kleingedruckte ankommt und ein Makler da durchaus wichtige Infos liefern kann, dazu muss man aber auch erstmal an einen kompetenten Makler geraten, dessen Informationen tatsächlich einen Mehrwert darstellen und nicht nur ein typisches Verkaufsgespräch mit dem Ziel, ein Maximum an Provision ruszuholen. Das ist leider schwerer als viele glauben...  

Welche Anbieter mit welcher Qualität bietet Nettotarife in den BU Versicherungen?

Wer so etwas empfiehlt, sollte das auch wissen, ansonsosten treibt er jemand in ganz empfindliche Fallgruben und, smile, er muss dafür nicht haften, aber der Makler.

Beste Grüße

Dickie59

Ich bin Makler

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Es gibt mittlerweile unzählige Nettotarif - Anbieter. Was davon für den Fragensteller interessant ist, kann ich so aus dem Stegreif nicht beantworten. Ein seriöser Makler kann das aber in der Bruttowelt mit den gemachten Angaben aber genauso wenig, insofern geht die Frage danach absolut ins Leere.

Und weil mal wieder das Thema Haftung herhalten muss: Ist der Makler nicht komplett auf den Kopf gefallen, hat er diverse Schlupflöcher, so dass dieses Argument der Haftung rein theoretischer Natur ist. Man braucht sich dabei nur mal die Statistiken der dahinter stehenden Haftpflichtversicherer ansehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man von einem Makler übers Ohr gehauen wird ist um ein Vielfaches höher als dass man tatsächlich Haftungsansprüche gegen ihn (nicht gegen die Versicherung selbst) geltend machen könnte.

Letztlich hat das alles hier aber überhaupt nichts mehr mit der Frage zu tun. Es ging dabei darum, wie man am besten eine BU OHNE Makler abschließt, und nicht darum, ob ein Makler notwendig ist oder nicht.  

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Nehmen wir an du habest eine mittel-komplexe Steuererklärung durchzuführen!  Dann könntest du dich in die ganze Thematik so hineinfuchsen, dass eine Erstellung ohne fremde, fachlich versierte Hilfe möglich wäre. Ob du die besten, aktuellsten Optionen ausschöpfst, weißt du allerdings nicht und musst ggf. auch dem Finanzamt Rede und Antwort stehen. Du haftest mit deiner Unterschrift für die Korrektheit.

Alternativ bietet dir ein Steuer-Hilfebüro, -berater o.ä. seine Hilfe/Kompetenz dahingehend, dass unter dem Strich keine Kosten für dich entstehen. All deine Fragen werden beantwortet, Tricks aufgezeigt, alles elektronisch ausgewertet und dokumentiert...

Frage dich: "WARUM wähle ich beim BU-Thema den ersten Weg!??" "Versuche ich mich bei Wehwehchen selbst zu diagnostizieren?", "Wohin gehe ich, wenn mein Motor stottert?"

Ich bin sicher, du findest die richtige Antwort.

Die Prämien sind die selben, egal auf welchem Vertriebsweg Du abschließt... Der Makler erhält die Provision vom Versicherer, bei Direktabschluss werden die gleichen Kosten beim Vertrag intern gebucht, nur bleiben sie dort beim Versicherer selbst.

Hallo kaubakka,

bei der Frage, ob mit oder ohne Makler, kommt es sehr darauf an, was dir lieber ist. Wenn du einen Makler kennst, dem du vertraust, dann fühlst du dich vielleicht wohler mit ihm gemeinsam den Abschluss einer BU zu machen.

Gehörst du aber zu denen, die das Thema Versicherung lieber selbst in die Hand nehmen, Preise im Internet vergleichen, eventuell sogar lieber alles online verwalten möchten, dann solltest du dir mal unsere Seite anschauen: www.communitylife.de

Wir haben Versicherungsbedingungen so geschrieben, dass du sie verstehen kannst ohne, dass sie dir jemand im Detail erklären muss. Du kannst bei uns deine Versicherung online abschließen und verwalten. Wenn du dann doch mal Hilfe brauchst, sind unsere Versicherungsspezialisten für dich per Chat, Telefon oder E-Mail gerne da.  

Um auf die vorherigen Antworten noch kurz einzugehen: Der Preis ist sicherlich nicht alles, aber ein wichtiger Faktor. Neben dem Nettopreis, mit dem oft geworben wird, sollte man auch den Bruttopreis berücksichtigen. Bis zu diesem können nämlich die Beiträge im Laufe der Zeit erhöht werden. Wer sich ganz vor Preiserhöhungen schützen möchte, entscheidet sich am besten dann doch für ein Produkt mit Festpreis.

Liebe Grüße,
Community Life

Ich hab auch alles gründlich selbst recherchiert und selbst abgeschlossen. Oftmals versucht der Makler dir noch was anderes aufzudrücken.

Ich hab auch alles gründlich selbst recherchiert und selbst abgeschlossen.

Dann wünsche ich heute schon viel Spass, wenn der Leistungsfall eintritt !

Oftmals versucht der Makler dir noch was anderes aufzudrücken.

Wobei sich mir hier die Frage stellt, ob diese Ergänzung nicht sinnvoll ist.

Allerdings sollte jeder in der Lage sein, dem Vermittler zu antworten "Nein, dies schließe ich nicht ab".

Wir haben es hier doch mit Erwachsenen zu tun !

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Ohne Dir zu nahe treten zu wollen:

Als Laie kannst Du gar nicht alles so gründlich recherchieren, wie ein Makler - Du kannst weder so intensive Bedingungsvergleiche machen, noch weißt Du, wo die Fallen im Kleingedruckten lauern können.

Und wenn ein Makler bei der Aufnahme Deiner Situation herausfindet, dass Du andere Bereiche vernachlässigt hast, dann ist er gesetzlich dazu verpflichtet, Dich darauf anzusprechen, denn er haftet schließlich, wenn Dir etwas passiert und er nicht nachweisen kann, dass Du Dich entschieden hast, das abzulehnen.

Wenn Deine Autowerkstatt Dir beim Reifenwechsel sagt, dass der Forstschutz im Kühler zu schlecht ist, dann würdest Du Dich dafür bedanken, weil ein Auffüllen möglicherweise einen Motorschaden verhindert. Lücken in Deinen Versicherungen können viel größeres Übel abwenden, aber die Hinweise darauf sind böse böse...

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@jsch1964

Es soll ja tatsächlich Makler geben die für solche Recherchen zuvor ein Studium als Fachwirt absolviert haben oder zumindest ein Diplom als Versicherungskaufmann haben

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