Berufsunfähigkeitsversicherung: Konsequenzen bei Verletzung der Informationspflicht

4 Antworten

Hallo, wenn die Lebensstellung, wie vor der BU, durch die neue berufliche Tätigkeit wieder erreicht ist, wird die BU nicht weiter gezahlt. Eine Meldung mit Aufnahme der Tätigkeit muss erfolgen. Sollte der neue Beruf weniger Einkünfte haben, wir der Beruf vor der BU und diese mehr als 20% weniger Bruttogehalt haben, dann sollte die BU weiter zahlen. Bei einer Tätigkeit mit weniger Stunden und weniger Gehalt musst du auch die Versicherung informieren. Dabei aber immer von einer versuchten Tätigkeit, um seinen Lebensinhalt wieder zu finden, ausgehen, damit die Versicherung nicht einfach alles auf 0 setzt. Es gibt Rechtsanwälte die sich darauf spezialisiert haben, wenn wirklich weniger verdient wird, die Beratung unbedingt nutzen.Viel Glück. constein

Wichtig ist in den Bedingungen der BU nachzuschauen, welche Kriterien erfüllt sein müssen um den Rentenanspruch zu verlieren. Verdient er mehr als ca. 80 % des bisherigen Einkommens und entspricht das soziale Ansehen und die gesellschaftliche Stellung der bisherigen Tätigkeit, dann kann die Rentenzahlung eingestellt werden. Es gibt aber auch Bedingungen, bei denen die Zahlung schon eher eingestellt wird. In einem Fachvortrag zu diesem Thema wurde ein Urteil des BGH erwähnt, das eine einmal zugesprochene BU-Rente weiter gezahlt werden musste obwohl der Versicherte in seiner alten Tätigkeit wieder "voll" tätig war. Die Richter bezogen sich auf die medizinisch festgestellte Berufsunfähigkeit und meinten, dass es nicht zu verbieten sei seine Gesundheit endgültig zu ruinieren. Den Vertrag kann der Versicherer nicht aufheben. Endet die Rentenzahlung geht der Vertrag wieder in den ursprünglichen Zustand und die Prämie wird wieder fällig.

Hallo, habe in die Vers.bedingungen geschaut, dort steht: "Über die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit der versicherten Person während des Rentenbezugs haben Sie uns unverzüglich zu unterrichten." .......... und an anderer Stelle " Bei grob fahrlässiger Verletzung einer Mitwirkungspflicht sind wir berechtigt, unsere Leistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis zu kürzen. Die Ansprüche aus der Zusatzversicherung bleiben jedoch bestehen, soweit die Verletzung der Mitwirkungspflicht weder für den Eintritt oder die Feststellung des Versicherungsfalls noch für die Feststellung oder den Umfang unserer Leistungspflicht ursächlich ist.". Wie ist das zu interpretieren?

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@DerNasse
  1. ist eindeutig, Du musst den Versicherer informieren
  2. ohne Mitteilung wird sich der Versicherer aus der Leistungspflicht verabschieden wollen. Die Formulierung ist so schwammig, dass man nachher viele Argumente darüber austauschen kann, in wie weit sich eine Verletzung der Mitwirkungspflicht nachteilig für den Versicherer ausgewirkt hätte. Ohne Anwalt wird es dann wieder mühsam.
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Das hängt immer von den Bedingungen ab, es wäre also Interessant, welcher Tarif welchen Anbieters aus welchen Jahr das ist. Viele Anbieter schreiben rein, dass die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit zu den Meldepflichten gehört und bei Nichterledigen Kürzungen passieren können. Andere verzichten drauf.

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