Berufsefahrung im Ausland sammeln?

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1 Antwort

Ich denke, dass du die Situation schon sehr realistisch einschätzt. In deinen "Traumländer" ist es eigentlich unmöglich, einen Job in der Buchhaltung zu finden. Zum einen sind die Einwanderungsbestimmungen sehr streng und man muss sehr viele Kriterien um eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. (Am einfachsten ist es meiner Meinung nach noch in Kanada, aber selbst dort sollte man einen Bachelorabschluss und gute Sprachkenntnisse in Englisch und Franz. haben.) Ein weiteres Problem wäre, dass die Buchhaltung in diesen Ländern natürlich komplett anders ist, als in Deutschland.

Wenn du Work & Travel machst, wirst du auch keine feste Stelle für ein Jahr bekommen, da laut Visumsbestimmungen der Job nicht der Hauptgrund für den Auslandsaufenthalt sein darf. Das einzige, was du länger machen könntest wäre Farmwork. Mal abgesehen davon bringt einen W&T natürlich persönlich weiter und ist eine tolle Erfahrung. Aber beruflich wird es dich wahrscheinlich nicht unbedingt weiterbringen.

An deiner Stelle würde ich vielleicht mal in Erwägung ziehen ein bezahltes Praktikum zu machen. Denn bei Praktikanten werden im Gegensatz zu Facharbeitern keine super Sprach- und Fachkenntnisse vorausgesetzt. Natürlich würde es während des Prakikums finanziell etwas knapp werden, aber evt. kannst du auch eine Förderung beantragen.... oder du machst das nur ein halbes statt ein ganzes Jahr.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Das habe ich auch gelesen. Leider sind die Bedingungen für die Arbeit in deutschen Unternehmen, die auch im Ausland vertreten sind, ähnlich. Ein Praktikum wäre natürlich eine Alternative, danke erst einmal:) Dort gibt es allerdings vielleicht das Problem, dass man eben keine Arbeiten macht, die von Wert sind (zumindest, wenn es dort so abläuft wie hier). Es muss auch nicht unbedingt für ein ganzes Jahr sein. Ich könnte mir auch ein halbes Jahr oder weniger vorstellen. Es sollte sich nur in einem Rahmen bewegen, in dem sowohl mein zukünftiger Arbeitgeber als auch ich etwas davon haben.

Work&Travel würde mir unglaublich Spaß machen, da bin ich sicher! Andere Kulturen, körperliche Arbeit und sich das Nötigste verdienen - das hat schon was. Ich glaube auch, dass so eine Erfahrung beim Arbeitgeber weiterhelfen könnte, z.B. weil man damit eine gewisse Selbstständigkeit nachweist.

Auch wenn das mit 25 Jahren vielleicht überzogen klingt, könnte ich mir aber vorstellen, dass ich dafür zu alt bin. Immerhin möchte ich mich noch weiterbilden, dafür muss man aber mitunter eine bestimmte Berufserfahrung vorweisen können. Auf der anderen Seite würde es mich vielleicht persönlich weiterbringen, wie du schon sagst. Und sollte ich einmal 90 Jahre alt sein, möchte ich viel Gutes erlebt haben. Das wäre ein Schritt in die Richtung. Aber das ist wieder eine Grundsatzfrage: - Womit kann ich leben? - Was brauche ich, was möchte ich?

Egal, das gehört hier wohl nicht hin.

Vielen Dank:)

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@Timstel

Du hast Recht - Work & Travel kommt bestimmt nicht schlecht an im Lebenslauf, das habe ich falsch ausgedrückt (meinte eher, dass es einen in fachlicher Sicht nicht weiterbringt). Übrigens würde ich nicht sagen, dass du zu alt dafür bist mit 25. In Deutschland machen das zwar inzwischen die meisten direkt nach dem Abi, aber es gibt auch einige, die sich erst nach Ausbildung/ Studium und Arbeitserfahrung dazu entschließen. Ich habe auch Leute getroffen, die sich noch schnell mit 29 das Visum besorgt haben, bevor sie zu alt dafür waren. Und Backpacker aus anderen Ländern sind auch meistens älter. Natürlich wäre es eine Umstellung von der Fach- zur Hilfskraft "abzusteigen", damit muss man sich dann für eine gewisse Zeit abfinden.

Was Auslandspraktika angeht habe ich ziemlich gute Erfahrungen gemacht. In Deutschland ist es tatsächlich so, dass man schnell zur billigen Hilfskraft degradiert ist und den anderen Kaffee holen und Sachen kopieren darf und höchstens einfache Aushilfsarbeiten bekommt. Im Ausland ist das aber oft anders, da wird man nach einer kurzen Einarbeitungszeit voll eingesetzt und ist anderen Mitarbeitern mehr oder weniger gleichgestellt. Vor allem in Brüssel habe ich gute Erfahrungen gemacht und habe auch von anderen Praktikanten viel Gutes gehört. Man wird vergleichsweise noch gut bezahlt und wenn man als Ausländer die Sprache kaum spricht ist es kein Problem, da die Stadt total "Multikulti" ist.

Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg dabei, deinen Weg zu finden. Ich weiß dass das manchmal richtig schwierig ist, muss mich selbst im Moment zwischen noch mehr Auslandserfahrung und "schnellem fachlichen Weiterkommen" in Deutschland entscheiden...

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@LanaXX

Danke:) Das ist schon einmal gut zu wissen. Als "Abstieg" würde ich das für mich zumindest nicht bezeichnen, weil ich weit davon entfernt bin, mich bei irgendetwas für etwas Besseres zu halten;) Manch einem Chef hätte es sicher gut getan:p

Ist schon eine schwierige Entscheidung. Dabei geht es nur um einige Monate (also bis zu zwölf) und das Leben ist normalerweise deutlich länger...Objektiv würde ich jedem sagen, er soll sich spontan entscheiden und es einfach machen! Nur bei einem selbst sieht es immer anders aus:D

Dann werde ich mir eventuelle Praktika noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Dann lernt man vielleicht sogar etwas über Besonderheiten in den Ländern (berufliche Sicht), die einem später vielleicht doch weiterhilft.

Danke, dir auch viel Erfolg! Es ist nicht leicht heutzutage, weil wir eigentlich Möglichkeiten im Überfluss haben;)

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