Berufs-/Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte, worauf achten?

5 Antworten

bei der echten DU-Klausel ist der Versicherer leistungspflichtig, wenn Dich der Dienstherr aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand schickt. Ansonsten sind natürlich Laufzeit und Rentenhöhe von Bedeutung. Die Problematik mit den 5 Jahren kann man eigentlich nur fachlich richtig lösen, indem man zwei Verträge macht - einen mit Laufzeit bis zum Ruhestand und benötigter DU-Rentenhöhe und einen zweiten Vertrag mit abgekürzter Versicherungsdauer (fünf Jahre) bei Leistungsdauer bis 63-67. Wenn Du aber nur EUR 1.000 versichern möchtest, könntest Du das m.E. auch über einen Vertrag machen, der dann die gewünschte Laufzeit hat. Denn EUR 1.000 erscheinen mir auch auch Dauer für einen Beamten nicht zuviel.

Ich hatte einen Termin bei der Allianz, sie bieten nur einen einzigen Tarif an - mit einer echten DU-Klausel.

Für die nächsten fünf Jahre (bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit) wäre ich mit 1.800€ versichert, anschließend mit 900€. Dort bewegt sich der Beitrag bei rund 43€ monatlich, welcher laut ihnen auch konstant bleibt.

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Vergiss es einfach - und ganz korrekt ist Deine Aussage auch nicht.

Sofern die Dienstunfähigkeit Folge eines Dienstunfalles ist, kann Dir auch vor Ablauf der fünf Jahre ein Unterhaltsbeitrag gewährt werden, so dass das eigentliche Risiko sich auf Krankheit und private Unfälle beschränkt. Und die fünf Jahre sind theoretisch richtig, sofern Du aber noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet sein wirst, folgt in aller Regel trotzdem die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis; die Verbeamtung auf Lebenszeit setzt allerdings den Vorbereitungsdienst, die Absolvierung der Probezeit und eine Mindestdienstzeit voraus, in aller Regel sind das mehr als fünf Jahre.

Sollte es wirklich zum Fall der Fälle kommen, bist Du ohnehin ein armer Schlucker, denn eine Versicherungssumme, die Dich wirklich adäquat versichert, kannst Du prämienseitig gar nicht bezahlen - und lasse Dich nicht von dem Eindruck vermeintlich hoher Leistungen täuschen, als jungem Mann fehlen Dir die Erkenntnisse, wie teuer das Leben in einer eigenen Wohnung ist; über entsprechende Versicherungen freut sich im Ernstfall allenfalls das Sozialamt, weil die Einkünfte angerechnet werden ...

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Danke für deine Einschätzung.

Ich würde keine besonders hohe Summe ansetzen, irgendwo im Rahmen von rund 1.000€ monatlich. Dazu kommt eben die Mindestversorgung (je nachdem, was es passiert, wenn es passiert) und eine geerbte Immobilie. Darauf kommen unter anderen Kapitalerträge, als armer Schlucker würde ich das nicht bezeichnen.

Warum rätst du generell davon ab?

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@MeinCtutW88

Wenn Du tatsächlich die Mindestversorgung erhältst, dann ist das nicht üppig, aber auskömmlich - und wenn Du durch das Raster fällst und nichts bekommst, freut sich, wie bereits beschrieben, nur das Sozialamt. Spare das Geld lieber, wenn Du unbedingt eine Versicherung willst, prüfe eher eine Unfallversicherung, die grenzt das verbleibende Risiko bei wesentlich geringeren Beiträgen noch einmal deutlich ein - aber auch die halte ich für überflüssig.

Die einzige Versicherung, die wirklich ratsam erscheint, ist der Ergänzungstarif zur Beihilfe und evtl. eine Pflegezusatzversicherung.

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@HugoHustensaft

"Die einzige Versicherung, die wirklich ratsam erscheint, ist der Ergänzungstarif zur Beihilfe und evtl. eine Pflegezusatzversicherung." Die habe ich.

Das Problem mit der Unfallversicherung ist, dass Unfälle nur in sehr seltenen Fällen zur BU führen. Wenn man sich die Ursachen für eine BU/DU ansieht, dann sieht man dass nur 9% der berufsunfähigkeiten auf Unfälle zurück zu führen sind.

32% entstehen durch psychische Krankheiten, über 20% durch Schäden am Bewegungsapparat und 15% durch Krebs. Diese deutlich wahrscheinlicheren Vorfälle wären durch eine Unfallversicherung nicht abgedeckt, deshalb sind die Beiträge natürlich auch niedriger.

Wenn ich laut dir "durch das Raster falle" würde ich eben nur die Summe der BU kriegen, welche man bei Versicherern extra für die ersten Jahre höher ansetzen und anschließend senken lassen kann.

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@MeinCtutW88

Und wie häufig entstehen die genannten Krankheiten in jungen Jahren? Klar, kann passieren, ist aber extrem selten.

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@HugoHustensaft

Die Zahlen konnte ich nicht herausfinden, der durchschnittliche Dienstunfähige geht mit 51 Jahren. Im Berufsleben wird jeder Vierte dienstunfähig, also nicht so selten wie man denkt.

Bei der DU-Versicherung ist aber mehr oder minder uninteressant, wann man es wird. Nach 1-2 Jahren hat man nämlich bereits wieder alle Beiträge draußen, sofern es eintrifft.

Selbst mit 25-30 Jahren im Dienst ist die Pension nicht so hoch, als dass es sich nicht lohnen würde eine abzuschließen.

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@MeinCtutW88

Befasse Dich mal etwas mit Versorgungsrecht - Stichwort Zurechnungszeiten. Wer mit 51 so krank ist, dass er in Pension muss, bekommt - länderspezifische Abweichungen sind möglich - 1/3 der verbleibenden Zeit bis zum 60. Geburtstag hinzugerechnet, hier also weitere 3 Jahre. Wer mit 20 angefangen hat, hat also ohnehin schon 31, mit der Zurechnungszeit 34 ruhegehaltfähige Jahre, bekommt also fast 61 % Pension (Maximalsatz sind 71,75 %).

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Sofern die Dienstunfähigkeit Folge eines Dienstunfalles ist, kann Dir auch vor Ablauf der fünf Jahre ein Unterhaltsbeitrag gewährt werden

Für Beamte auf Probe korrekt, für Beamte auf Widerruf nicht, die fliegen raus und werden nachversichert in der DRV.

denn eine Versicherungssumme, die Dich wirklich adäquat versichert, kannst Du prämienseitig gar nicht bezahlen

Bei einer Verwaltungstätigkeit mit dem Einstiegsalter sollte sich eine Absicherung von 1.500,- € problemlos für weniger als 50,- € Monats-Nettobeitrag machen lassen.

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@kevin1905

Bei einem Dienstunfall kann auch Beamten auf Widerruf ein Unterhaltsbeitrag gewährt werden. Und sowohl Beamte auf Widerruf als auch solche auf Probe werden bei Dienstunfähigkeit regelmäßig entlassen.

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@kevin1905

Ich hatte einen Termin bei der Allianz. Sie bieten eine Absicherung 1800€ vor der Verbeamtung auf Lebenszeit an bis zum 65. Lebensjahr, danach sinkt der Betrag auf 900€ monatlich. Ohne Dynamisierung kostet das 42,93€ monatlich.

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Welche weiteren Aspekte sind wichtig?

Dynamik, Nachversicherungsgarantie, Rentenhöhe, Verhältnis Brutto- zu Nettobeitrag, etc.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Würde nicht immer vom Schlimmsten ausgehen und unnötig irgendwelche Versicherungen abschließen.

Verstehe den Gedanken, andererseits muss man sich mal die Statistiken dazu ansehen. Rund jeder Vierte wird in seinem Berufsleben arbeitsunfähig, also schon ein erheblicher Anteil.

Wenn das nun bei einem selbst der Fall ist, steht man finanziell sehr schlecht da. Mit der Mindestversorgung als Beamter (nach fünf Jahren) erhält man rund 1.950€ monatlich, davon geht noch die Krankenversicherung plus Steuern runter. Dann bleiben ca. 1.300€ übrig, also nicht wirklich viel. Wenn man nun mit Ende 20 dienstunfähig wird, müsste man quasi für immer mit diesen paar Kröten auskommen - viel ist da nicht mehr drin im Leben.

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@MeinCtutW88

Denke in Bürojobs und in einem jungen Alter (<40) ist der Prozentanteil deutlich geringer.

Ansonsten ist eine Immobilie eine gute Absicherung. 1300€ wäre Ok wenn man keine Miete zählen müsste. Hängt natürlich von dem Ort ab, ob sowas finanziell machbar ist.

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Nur ist die eigene Arbeitskraft abzusichern nicht unnötig es sei denn man gehört der Fraktion der Berufshartzer an oder ist bereits Nettovermögensmillionär.

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In der Polizeiverwaltung könntest du ja auch mit körperlichen Handycaps arbeiten. Eine Dienstunfähigkeit könnte sich also praktisch "nur" auf psychischen Beeinträchtigungen beziehen. Da ist die Frage, ob eine Dienstunfähigkeitsversicherung ÜBERHAUPT Sinn macht.

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