Beruflich prosituierte, steuern?

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9 Antworten

Das sogenannte "Düsseldorfer Verfahren", bei dem die Prostituierten einen Steuerabschlag (der auch nicht immer genau 30€ beträgt - die Finanzämter haben hier unterschiedliche Beträge ausgehandelt) wird von Clubs, Laufhäusern und Wohnungen, die an diesem Verfahren teilnehmen, als Vorauszahlung auf die Steuerschuld kassiert. Dabei fällt dieser Steuerabschlag natürlich NUR an Tagen an, an denen die Dienstleisterin auch tätig ist. Die Finanzämter haben nämlich mitbekommen, dass viele Dienstleisterinnen (vor allem die aus dem Ausland) gar keine Steuererklärung machen und wollen so zumindest einen Mindestbetrag einziehen. 

Wenn eine Sexworkerin auf eigene Faust tätig ist ohne Eintritt in einen Club, Miete in einem Laufhaus oder Abschlag in einer Wohnung zu zahlen wobei dieser Steuerabschlag mit eingezogen wird, so muss sie ihr Einkommen als "Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit" in der Steuererklärung ganz normal angeben und kann die entstandenen Kosten (Inserate, Betriebsmittel wie Kondome, Reinigungsmittel usw.) gegenrechnen.

Vorsicht allerdings bei Empfängerinnen von Sozialhilfe - wenn hier evtll. bestehende Freigrenzen bezüglich des Zuverdiensts überschritten werden, droht ggf. ein Verfahren wegen Sozialhilfebetrugs. Viele "ganz Schlaue", die einerseits Sozialhilfe bezogen haben und andererseits kräftig Geld im Paysex verdient haben, sind hier schon schwer baden gegangen... . Im Zweifelsfall unbedingt bei Sozialamt und/oder Steuerberater erkundigen, wie hier die Bedingungen sind!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

so muss sie ihr Einkommen als "Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit" inder Steuererklärung ganz normal angeben

Steuerlich sind das Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG).

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@PatrickLassan

Nach Inkrafttreten des ProstG hat sich der Bund-Länder-Ausschuss Gewerberecht am 18./19.06.2002 mit der Frage befasst, ob die Prostitution künftig als Gewerbe einzuordnen ist.

Der Ausschuss hat mehrheitlich (aber nicht einstimmig) entschieden, dass die Tätigkeiten der Prostituierten auch weiterhin nicht als Gewerbe eingestuft werden.

Soweit ich weiss sind sich die Finanzbehörden da nicht wirklich einig. Die meisten Dienstleisterinnen haben ohnehin "nur" ein Gewerbe wie "(Entspannungs-)Massage" oder Tänzerin angemeldet und lassen es dann darüber laufen...

Seid nett aufeinander!

R. Fahren 

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Da Prostitution ein Gewerbe ist, ist man auch steuerpflichtig. Es ist vermutlich vergleichbar mit Selbstständigen (steuerrechtlich!). Die müssen eine Einnahme- und Ausgabebilanz vorlegen. Ich gehe mal davon aus, dass wer da nichts vorlegen kann, steuerlich geschätzt wird.

Wofür 30 €? Auf jeden Fall müssen die Einnahmen versteuert werden und dem JobCenter bekannt gegeben werden. Sehr wahrscheinlich entfällt dann der Anspruch auf das ALG II.

Nun, wenn eine Person beruflich der Prostitution nach geht, liegt es auf der Hand, dass sie entweder angemeldet ist oder es eher illegal macht... Letzteres liegt eigentlich auf der Hand, denn ansonsten würde sie ja wohl kein Hartz4 beziehen... 

Es gibt einige wenige Berufsgruppen, bei denen ein pauschaler Betriebsausgabenabzug beantragt werden kann.

Als vor einigen Jahren die Prostitution aus einigen rechtlichen Schmuddelecken geholt wurde, da hat man im Übergang auch für die Berufsgruppe eine Pauschalierung eingeführt.

Die 30 Euro haben also nichts mit Hartz-4 zu tun. Dort sind die Einnahmen und Ausgaben erst auf dem Schätzungswege vorab mitzuteilen. Das Amt ändert die Zahlen und berechnet den verbleibenden Anspruch.

Nach dem Meldezeitraum von sechs Monaten wird dann kontrolliert ob sich Änderungen im Leistungsbezug ergeben.

Von den 30,00 EUR weiß ich nix. Allerdings muss das Gewerbe beim Gewerbeamt und beim Finanzamt angemeldet werden.

Einnahmen müssen immer versteuert werden und werden dann auch irgendwie mit der Arbeitslosenunterstützung verrechnet.

Arbeiten und Hartz 4 passen nicht zusammen!

Das ist dann Schwarzarbeit.

Arbeiten und Hartz 4 passen nicht zusammen!

Es gibt genug Leute, die aufstockende SGB II Leistungen erhalten.

Das ist dann Schwarzarbeit.

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von einer zahlung pro tag 30 € , hab ich noch nie gehört.. auf jeden fall mußt du deine einnahmen angeben.. sonst ist es betrug !!

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