Berufe in Richtung Raumfahrt?

6 Antworten

Hallo, 

ohne ein Ingenieurs- oder Wissenschaftsstudium (Physik, Astronomie, Chemie, Biologie, Medizin) wird es schwierig. Natürlich kannst Du z. B. neben Luft- und Raumfahrttechnik auch Flugzeugbau, Fahrzeugbau oder, noch allgemeiner, Maschinenbau studieren. Oder Nachrichten- und Steuerungstechnik, Werkstoffkunde, Bauingenieurwesen etc. Raumfahrt braucht die ganz Spannbreite vorhandenen Wissens und Könnens. 

Ein Ingenieur soll ja Naturgesetze in praxistaugliche Lösungen umsetzen und er ist ein Problemlöser; da spielt die Fachrichtung weniger eine Rolle, vielmehr die Fähigkeit, sich in Probleme hineinzudenken, sie von allen Seiten zu betrachten und dann eine Idee zu haben, um das Problem - auch unter Zeitdruck - zu beheben. Und das lernst Du in jedem Ingenieursstudium. 

Als Architekt kannst Du Dich mit dem Entwurf und dem Bau von Raumstationen, Mondbasen oder "Städten im All" beschäftigen, als Raumfahrtmediziner oder Psychologe mit den medizinischen, psychologischen, soziologischen Auswirkungen von auf engstem Raum lebenden heterogen zusammengesetzten Gruppen. Gebrauchsdesign für leicht handhabbare Gräte (denk mal an Luigi Colani und womit der sich alles beschäftigt hat - Teeserservice, Autos, Motorräder, Flugzeuge (Doppeldecker, Nurflügler), Kugelschreiber, Gläser ...). 

Wie kann man die Mensch-Maschine-Schnittstellen verbessern, gegen Bedienungsfehler absichern usw. Datenaufbereitung und-verarbeitung im Gehirn, Visualisierung. 

Das wäre also die nahezu unerschöpfliche praktische Seite. Natürlich bietet Raumfahrt aber auch viele Möglichkeiten, sich als Naturwissenschaftlicher einen Namen zu machen, sei es als Astrophysiker, als Astronom, als Geologe (wie nennt man das Äquivalent eines "Geo"logen für "außerhalb" der Erde? Planetologen?). 

Vorschlag: Schau mal beim DLR, bei der ESA, den Max-Planck-Instituten oder der Fraunhofergesellschaft auf deren Karriereseiten nach, welche Jobs geboten und welche Voraussetzungen dafür verlangt werden. Ich denke, dann kristallisiert sich schon eine Richtung heraus. 

Mach eine (handschriftliche) Liste und in einer zusätzlichen Spalte trägst Du Deine Fähig- und Fertigkeiten ein. Dann checkst Du, wo Du besser oder gleich bist und wo Du noch Nachholbedarf an Können und Wissen hast. 

Zum Schluss streichst Du dann die Berufe, die auf gar keinen Fall infrage kommen. Dann bleibt eine Schnittmenge von wenigen Jobs übrig, die Du näher betrachten kannst. 


Danke für eine solch ausführliche Antwort, ich hätte dazu auch noch eine Frage. 

Um beispielsweise als Weltraumarchitekt zuarbeiten, muss man dafür ein normales Architekturstudium absolvieren?

Weil es ist  doch ein extremer Unterschied was der Bau im Weltraum und der Bau auf dem Boden betrifft. 

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@deit123

Sorry, das weiß ich nicht. 

Such' doch mal nach "Kolonien im Weltraum", z. B. nach den Ideen von Hermann Oberth und Gerard O'Neill. Und es muss ja kein Architekturstudium sein, Bauingenieur ist ja sicher auch nicht verkehrt, um die dort gewonnene Erfahrung mit Großprojekten, wie Tunnelbau oder dem Bau von Bohrinseln, also großen, komplizierten Strukturen, im All oder auf anderen Planeten umzusetzen. 

https://de.wikipedia.org/wiki/O’Neill-Kolonien

Und selbst im Weltall kann man vorgefertigte Betonteile zu einm Habitat zusammensetzen - und Stahl- und Aluminiumstrukturen sowieso, siehe ISS. 

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Wenn Du ohne Leidenschaft für Technik, Mathematik und Physik eine Tätigkeit im Bereich Raumfahrt anstrebst, dann hast Du nur ein romantisches Verhältnis zur Raumfahrt, ohne realistische Berufsperspektive. 

Alexander Gerst ist Astrophysiker, Thomas Reiter ist Jetpilot, Ulf Merbold ist Physiker, Reinhold Ewald ist Physiker, Sigmund Jähn ist Jagdflieger, Ulrich Walter ist Physiker, Hans Wilhelm Schlegel ist Fallschirmjäger ... Das alles waren Astronauten / Komsmonauten... Mathe, Physik sind also wichtig, um in der Branche zu arbeiten.

Das ist mir klar aber gibt es nicht noch Berufe bei dem man auch mehr auf die Kreativität etc. achtet.. :$

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Dann werde Architekt und übe erstmal auf der Erde....

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Schlegel ist auch Physiker

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