Bereich Medizin. Schock

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2 Antworten

Sorry, aber ich erkenne die eigentliche Frage nicht...

Zuerst mal Glückwunsch, Du hast ein wesentliches Prinzip begriffen, nämlich das mit dem relativem und absolutem Blutmangel. :)

Wenn Du wissen willst, welche Schockart Dein Patient hatte, dann überlege Dir mal den Zusammenhang zwischen Weite der Blutgefäße und relativem Blutvolumen, sowie dem vegetativen Nervensystem inkl. Einfluss von Schmerz etc. u.a auf die Weitung der Blutgefäße. Dabei nicht vergessen, dass der Schock ein komplexes und auch zeitabhängiges Geschehen ist.

Für Dein Fallbeispiel ganz einfach erklärt (Fachleute bitte wegsehen):

  1. Fraktur = Schmerz (und noch biochemisch einiges mehr, aber das lassen wir mal weg),

  2. Körper reagiert zunächst mit allem, was er für Angriff oder Flucht braucht (vegetatives Nervensystem, jahrmillionenaltes Programm!), das heisst: Puls hoch, Schmerz weg, Gefäße stellen sich eng (Blutdruck hoch!), Muskeln spannen sich an etc.

  3. Körper erkennt, dass Flucht oder Angriff nicht hilft: Gefäße werden wieder weit, Schmerzempfinden setzt ein

  4. Körper erkennt, dass das wahnsinnig weh tut und regt sich auf, aber er hat nun keine echte Strategie mehr - gegen das gebrochene Bein kann er erstmal nichts tun. Die Gefäße bleiben weit, der Blutdruck sinkt. Der Puls bleibt oben (Aufregung), das hilft eine Weile sogar auch gegen niedrigen Blutdruck. Die Atmung ist tendetiell auch erhöht (Aufregung).

  5. Körper erkennt, dass nun langsam der Blutdruck ein Problem wird und setzt den Herzschlag weiter herauf. Möglicherweise hilft das trotzdem nicht. So langsam entgleist dann das ganze, als eine der letzten Regel-Maßnahmen wird die Blutversorgung auf wichtige Organe beschränkt, es kann zum Vollbild eines akut lebensbedrohlichen Schocks kommen. Das ist im beschriebenen Fallbeispiel zwar eher selten, aber durchaus möglich.

Somit hast Du eine Erklärung für den hohen aber schwachen Puls und den niedrigen Blutdruck. Das ist ein relativer hypovolämischer Schock, der hier schon ziemlich ausgeprägt zu sein scheint.

Wenn Du wissen willst, was man machen kann bzw. noch hätte machen können, hängt das natürlich von Deiner Ausbildung und den Möglichkeiten ab (hier: Schulsani?). Die Basics kann man in jedem Erste-Hilfe-Leitfaden nachlesen und wer mehr kann, weiss das auch selbst, deshalb erzähle ich das hier nicht in allen Einzelheiten.

Was Du aber möglicherweise vergessen hast, wenn Du nur "nur" eine Decke übergelegt und bei der i.v.-Volumengabe assistiert hast (oder du hast nur einfach nicht alles erzählt)

  • für Ruhe sorgen, Patienten betreuen/beruhigen
  • Wärmeerhalt = Decke von oben UND von unten (vorsichtig, nur falls das ohne weiteren Schmerz möglich ist)
  • laufend Vitalfunktionen kontrollieren (Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Bewußtseinszustand, ggf. EKG nicht nur initial sondern alle paar Minuten erfassen und dokumentieren)
  • Schmerz reduzieren: Ruhigstellung des verletzten Beines, Medikamentengabe (vorbereiten)
  • Notruf 112 bzw. saubere Rückmeldung

Bitte für Deinen konkreten Fall einfach die Ausbilder/Prüfer fragen, keine Angst, dafür sind sie da.

Die Schocklage (bitte immer nur eine gering erhöhte Lagerung der Beine) ist übrigens im Fallbeispiel vermutlich kontraindiziert, weil man durch Mitbewegung des verletzten Beines Schmerz auslösen könnte, was man gar nicht haben will -> das ist immer der wesentliche Punkt bei diesem typischen Fallbeispiel ("Schock bei Fußverletzung"). :)

Wichtig und ganz gut, dass Du das anscheinend machst: Üben, üben, üben!

Viel Erfolg weiterhin!

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dass ist ein hypovolämischer Schock ein schock ist lebensbedrohlich und kann später auch in lebensgefahr einhergehen

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