Berechnung Urlaubstage -HILFE- bei 4 Arbeitstagen, aber Anspruch auf Urlaub auf Basis 5 Tagen

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1 Antwort

Wenn Dein Urlaubsanspruch von 26 Arbeitstagen auf Basis einer 5-Tage-Woche vereinbart ist, musst Du ihn - um Missverständnisse zu vermeiden - auf Deine 4-Tage-Woche umrechnen:

26 betriebliche Urlaubstage : 5 betriebliche Arbeitstage (= 5,2) x 4 individuelle Arbeitstage = 20,8 = 21 individuelle Urlaubstage (Urlaubstage von mindestens 0,5 sind nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 5 Abs. 2 auf volle Tage aufzurunden).

Dein Urlaubsanspruch bei einer 4-Tage-Woche beträgt also 21 Deiner Arbeitstage.

Wenn Du also 1 ganze Woche (Mo - Fr) Urlaub nimmst, sind von Deinen 21 Urlaubstagen 4 Tage abzuziehen, bei einem Urlaub von Mo - einschließlich folgenden Montag 5 Tage, Urlaub vom 15.09. - 26.09. sind 8 Urlaubstage von Deinen 21 ...

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Kann ich noch von dir erfahren, wie viel Urlaub mir dann für 2014 zusteht, wenn Arbeitsbeginn der 14.04.2014 ist? Vielen Dank vorab.

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@kindergebrabbel

Wenn das Arbeitsverhältnis bis Ende 2014 schon länger als 6 Monate (also mindestens 6 Monate und 1 Tag) ununterbrochen besteht, hast Du Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub.

Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 in Verbindung mit § 5.

Zum Anspruch auf den "gesamten Jahresurlaub":

Dieser Anspruch besteht, wenn es keine arbeits - oder evtl tarifvertragliche Regelung zu einer anteiligen Urlaubsgewährung bei unterjähriger Beschäftigung gibt oder wenn in der Urlaubsvereinbarung nicht unterschieden wird zwischen gesetzlichem Urlaub und freiwillig gewährtem Mehrurlaub: dann hast Du Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub von 21 Tagen.

Gibt es eine solche Anteils- oder Unterscheidungsregelung, wird der Urlaub zwar nur anteilig gewährt, darf aber nicht weniger betragen als der gesetzliche Mindesturlaub (in Deinem Fall beträgt der 16 Tage).

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@Familiengerd

Ergänzung:

Bist Du im Jahr 6 Monate oder weniger beschäftigt, erhältst Du für jeden vollen Monat 1/12 Deines gesamten Jahresurlaubs.

"Voller Monat" meint nicht "Kalendermonat" (also z.B. 01.08.-31.08.), sondern Monat generell als "Zeiteinheit", also - wenn Du etwa "mittendrin" begonnen hast - z.B. 15.07.-14.08.

Für einen "angebrochenen" Monat (angebrochener Kalendermonat oder angebrochener Zeitmonat) erwirbt man also keinen Urlaubsanspruch. Beispiel: Für eine Beschäftigung vom 15.07.-31.12. (5 volle Monate, 1 "angebrochener", der nicht berücksichtigt wird) beträgt der Urlaubsanspruch 5/12, für eine Beschäftigung vom 01.08.-31.12. ebenfalls (5 volle Monate), auch für eine Zeit z.B. vom 15.07.-14.12. (5 volle Monate).

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@kindergebrabbel

Sorry, habe das Datum zu Deinem Arbeitsbeginn 14.04.2014 leider ungewollt ignoriert.

Du wirst bis Ende des Jahres mehr als 6 Monate gearbeitet haben und hast - wenn es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung gibt - Anspruch auf Deinen vollen Jahresurlaub von 21 Tage.

Falls es eine Vereinbarung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung gibt:

Bei Arbeitsbeginn 14.04. wirst Du bis Ende des Jahres 8 volle Monate gearbeitet haben, was einen anteiligen Urlaub von 14 Tagen ergäbe (21:12x8). Du hast aber Anspruch auf mindestens den gesetzlichen Mindest-Jahresurlaub: der beträgt bei Deinen 4 Wochenarbeitstagen 16 Tage.

Also:

  • Urlaub ohne vereinbarte anteilige Berechnung: 21 Tage
  • Urlaub mit vereinbarter anteiliger Berechnung: 16 Tage
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@Familiengerd

Guten Morgen,

leider stimmt das mit den 16 Tagen für ein Mindesturlaub im Jahr nicht, bei dem was ich gerade gelesen habe. Also hier steht: "Dieser beträgt gemäß § 3 Absatz 1 BUrlG (Text § 3 BUrlG. Externer Link) jährlich mindestens 24 Werktage. Werktage sind die Tage von Montag bis Samstag (= 6-Tage-Woche). Arbeitnehmer haben also - ohne eventuelle Feiertage - einen gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch von 4 Wochen pro Jahr (24 Werktage : 6 Werktage).

Weil die meisten Arbeitnehmer von Montag bis Freitag arbeiten (= 5-Tage-Woche), werden diese Tage als Arbeitstage bezeichnet. Der gesetzliche Mindesturlaub von 24 Werktagen wird bei einer 5-Tage-Woche mit * 20 Arbeitstagen Urlaub** (= 4 Wochen) erfüllt. Die gesetzliche Regelung soll sicherstellen, dass Arbeitnehmer pro Jahr mindestens 4 Wochen Urlaub erhalten.

Also, ausgehend von den 20 Urlaubstagen, die gesetzlich für 5 Tage-Arbeitswoche stehen, liegt folgende Rechnung zugrunde: 20/12=1,6666 dann *8 Monate= 13,33 Tage. Im Grunde ist der gesetzliche Mindesturlaub bei einer 5 Tage-Arbeitswoche 14 Tage Urlaub. Also doch keine 16 Tage Urlaub für mich. Liege ich hier falsch? Über eine Rückantwort freue ich mich.

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@kindergebrabbel
Liege ich hier falsch?

Ja, Du liegst falsch!

Wir sind uns ja wohl einig, dass Dein Urlaubsanspruch - ausgehende von betrieblichen 26 Tagen bei einer 5-Tage-Woche - 21 Tage bei Deiner 4-Tage-Woche beträgt.

Der gesetzliche Mindesturlaub bei einer 4-Tage-Woche beträgt 16 Tage (24 / 6 x 4).

Bis zum Ende des Jahres hast Du - da das Arbeitsverhältnis dann schon 8 volle Monate bestanden hat - Anspruch auf Deinen vollen Jahresurlaub von 21 Tagen - wenn es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Verrechnung gibt.

Wenn anteilig verrechnet wird, hastt Du - aber nur rein rechnerisch - einen Anspruch von 14 Tagen (21 / 12 = 1,75 x 8 = 14); das ist aber weniger als der gesetzliche Mindesturlaub von 16 Tagen bei Dir, auf den Du nach mehr als 6 Monaten Beschäftigung Anspruch hast!!

Also beträgt Dein Anspruch bei eine anteiligen Verrechnung den Mindesturlaub von 16 Tagen (bei einer 4-Tage-Woche).

Mir ist nicht klar, warum Du im letzten Ansatz mit einer 5-Tage-Woche und 20 Urlaubstagen rechnest, wo Du doch eine 4-Tage-Woche mit 21 Urlaubstagen hast!

Aber selbst diese Berechnung ist falsch, da auch bei einer anteiligen Berechnung der Urlaubsanspruch mindestens den gesetzlichen Mindesturlaub beträgt, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate besteht!

Im Grunde ist der gesetzliche Mindesturlaub bei einer 5 Tage-Arbeitswoche 14 Tage Urlaub.

Wie kommst Du denn darauf???

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@Familiengerd

Oh, da habe ich mich verschrieben. Ich meinte bei einer 4-Tage Woche. Mir sagt man, dass ich 14 Tage anrecht hätte, wo kann ich das mit den 16 Tagen bei 6 Monate Beschäftigung nachlesen? Ich möchte darauf hinweisen können.

Nochmals DANKE.

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@kindergebrabbel

Das ergibt sich aus der Anwendung des Bundesurlaubsgesetzes BUrlG § 4 mit Beachtung von § 5.

§ 4 "Wartezeit":

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

§ 5 "Teilurlaub" regelt die Fälle, wann anteiliger Urlaub zu gewähren ist:

(1) Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer a) für Zeiten eines Kalenderjahrs, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt; b) wenn er vor erfüllter Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet; c) wenn er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte eines Kalenderjahrs aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet.

Da alle Punkte a) bis c) in § 5 für die Gewährung lediglich von Teilurlaub auf Deinen Fall nicht zutreffen, bleibt nur die Anwendung von § 4: Anspruch auf den vollen Urlaub.

Nur die Urlaubstage, die Du - bei einer eventuell gegebenen Vorbeschäftigung - im Anspruchsjahr (also vom 01.01. bis 13.04.2014) bei einem vorherigen Arbeitgeber erhalten hast, werden nach § 6 "Ausschluß von Doppelansprüchen" von Deinem Urlaubsanspruch beim neuen Arbeitgeber abgezogen.

Im Übrigen ist das allgemeine Rechtsauffassung durchgängige Rechtsprechung bis zum höchsten Gericht (Bundesarbeitsgericht).

Wie sollen sich denn diese 14 Tage (die übrigens nicht stimmen!) errechnen??

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@Familiengerd

Korrektur:

Wie sollen sich denn diese 14 Tage (die übrigens nicht stimmen!) errechnen??

Ja klar!

Das ist ja der anteilige Urlaubsanspruch, den Du hättest, wenn man 8 Monate zugrunde legen und nicht berücksichtigen würde, dass der anteilige Urlaub nicht geringer sein darf als der gesetzliche Mindesturlaub !

Nochmal § 4:

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Und das ist bei Dir der Fall !!!

Und die Aussage dieses Paragraphen ist doch eindeutig und zweifelsfrei: Nach 6 Monaten besteht Anspruch auf den vollen Urlaub - mindestens aber auf den gesetzlichen, wenn es eine Vereinbarung zu einer anteiligen Verrechnung gibt !

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@Familiengerd

Familiengerd, herzlichen Dank für die tolle Erklärung! So werde ich dann auch vortragen. Schließlich sind das zwei Urlaubstage, um die es geht!

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