Berechnung Resturlaub bei Kündigung

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3 Antworten

Ich muss meine erste Antwort korrigierend ergänzen:

"Wann hat der befristetet beschäftigte Arbeitnehmer Anspruch auf den vollen Jahresurlaub?"

Auch wenn Dein Arbeitsverhältnis aufgrund der Befristung am 31.10.2014 enden würde, hast Du dennoch Anspruch auf mindestens der vollen gesetzlichen Urlaub von 24 Werktagen (6-Tage-Woche) bzw. 20 Arbeitstagen (5-Tage-Woche).

Der Gesetzgeber gehe in §§ 4, 5 BUrlG davon aus, dass der Arbeitnehmer den vollen Urlaubsanspruch erwirbt, wenn er nach eıfüllter Wartezeit in der zweiten Hälfte eines Kalenderjahrs ausscheidet. Die arbeitsvertragliche Urlaubsregelung sehe keine Kürzung für das Jahr 2008 vor. Das Gesetz differenziere nicht zwischen befristeten und unbefristeten Arbeitsverhältnissen. Denn § 5 BUrlG unterscheide nur nach dem Beendigurıgszeitpunkt (1. oder 2. Jahreshälfte), nicht aber nach dem Beendigungsgrund (Fristablauf oder Kündigung). Außerdem dürfe ein befristet beschäftigter Arbeitnehmer nicht ohne sachlichen Grund schlechter behandelt werden ais ein vergleichbarer unbefristet Beschäftigter, § 4 Abs. 2 Satz 1 TzBfG. Es gebe aber keinen sachlichen Grund, denjenigen schlechter zu stellen, dessen Arbeitsverhältnis auf Grund einer Befristung in der zweiten Jahreshälfte endet als denjenigen, dessen Arbeitsverhältnis zum selben Zeitpunkt auf Grund einer Kündigung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses endet.

(Quelle: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0CCAQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.brainguide.de%2Fupload%2Fpublication%2F29%2Ftcjc%2Fca107f4026b1440367232227a627fc79_1311535614.pdf&ei=BN6vU7P8AcfROfHEgcAD&usg=AFQjCNEKAr1D0zmPDmcqSwu7juhNg6WC6A&sig2=thik9aLkEb9a17793zCbPw&bvm=bv.69837884,d.bGQ zu einem Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts)

Eine anteilige Berechnung betrifft dann nur einen den gesetzlichen Urlaub übersteigenden zusätzlichen Urlaubsanspruch, wenn für diesen Anteil eine Zwölftelung vereinbart worden ist - insoweit gilt meine ursprüngliche Antwort weiterhin, für die dann nur die Zahlen angepasst werden müssen, weil Du Anspruch auf den vollen Urlaub hast und nicht auf einen verkürzten Aufgrund der Befristung!

Dein aufgrund der Kündigung abzurechnender (Freizeit oder Entgeltung) Urlaubsanspruch beträgt demnach also 24,17 Tage!!

Grundsätzlich: Du hast Anspruch auf den vollen Urlaub von 21 Tagen (das ist der wegen der Befristung bis zum 31.10.2014 anteilige Jahresurlaub).

Der Urlaubsanspruch ist für beide Jahre getrennt zu berechnen.

Für 2013 hast Du Deinen zustehenden Urlaub von 4,17 Tagen genommen.

Für 2014 hast Du bei einem Jahresurlaub von 25 Tagen und einer Beschäftigungsdauer bis zum 31.10. einen anteiligen Jahresurlaub von 21 Tagen (Aufrundung von 20,83 gemäß BUrlG § 5 Abs. 2); 0,83 Tage hast Du bereits im Januar genommen (5 - 4,17), bleibt ein restlicher Anspruch von 20,17 Tagen (eine Abrundung ist vom Gesetz nicht vorgesehen).

Da Du bereits mindestens 6 Monate beschäftigt bist und das Arbeitsverhältnis durch Kündigung in der 2. Jahreshälfte endet, hast Du jetzt aber noch Anspruch auf eben diesen restlichen anteiligen Jahresurlaub von 20,17 Tagen.

Deine Annahme:

Wenn ich im Jahr eine Wartezeit von 6 Monate erfüllt habe und die Kündigung nach dem 30.6 erfolgt habe ich Anspruch auf den Vollen Jahresurlaub.

ist insoweit falsch, als das Bundesurlaubsgesetz BUrlG in § 4 "Wartezeit" nicht vom Anspruch auf "vollen Jahresurlaub" spricht, sondern vom "vollen Urlaubsanspruch" - und der beträgt bei Dir wegen der Befristung zum 31.10. eben nicht 25 Tage, sondern 21 Tage (Aufrundung von 20,83).

Der Anspruch auf den vollen Urlaub unter den genannten Voraussetzungen ergibt sich aus BUrlG § 4 in Verbindung mit § 5 und ist allgemeine Rechtsprechung!

Eine Einschränkung gibt es noch: Der Anspruch auf den vollen Urlaub betrifft mindestens den gesetzlichen Urlaub (in Deinem Fall den entsprechend der Befristung anteiligen gesetzlichen Urlaub); er umfasst den zusätzlich vereinbarten Urlaub dann, wenn es im Arbeits- oder Tarifvertrag keine anderslautende Vereinbarung gibt.

Nein, sondern es heisst. Nach 6 Monaten vollen Urlaubsanspruch. Da du kein volles Jahr hast, so: 25 Tage :12 = 2 Urlaubstage. Da du aber nur 9 Monate dort warst, 2 Urlaubstage X 9 Monate ist 18 Urlaubstage! Das ist der komplette Urlaubsanspruch!

Nach welchen Gesetzt gehst du da? Ich bin bei der Berechnung nach: § 4 Abs. 1 BUrlG => Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben. gegangen.

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Deine Antwort ist von der Berechnung her schon alleine deswegen falsch, da Du außer Acht lässt, dass Du für die Berechnung nicht die Jahre 2013 und 2014 zusammen erfassen darfst.

Urlaubsanspruch besteht für jedes Beschäftigungsjahr getrennt: 2013 hat mit 2014 nichts zu tun!

2013 ist erledigt; 2014 endet das Arbeitsverhältnis durch Kündigung in der 2. Jahreshälfte; da außerdem die "Wartezeit" von 6 Monaten erfüllt ist, besteht Anspruch auf den gesamten anteiligen (wegen der Befristung bis zum 31.10.) Jahresurlaub und nicht nur auf Urlaub für die Zeit vom 01.01. bis 31.07.

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