Berechnung Lohnsteuer auf die Abfindung - zum Auszahlungszeitpunkt?

3 Antworten

Diese Abfindungsrechner sollen (wollen) ja das simulieren, was endgültig erst 1 Jahr später bei der Einkommensteuererklärung festgestellt wird.

Also ist das Ergebnis, so, oder so, nicht wirklich exakt.

Der Steuerpflichtige könnte ja nach seinem Ausscheiden arbeitslos sein und ALG I beziehen. Das ist steuerfrei, aber unterliegt dem Progressiosnvorbehalt.

Er könnte gleich eine neue Stellung finden und bis zum Jahresende 60.000,- brutto verdienen.

Er könnte mit der abfindung in der Tasche eine Weltreise machen udn keine weiteren Einnahmen haben.

Nimm das Szenarion, was Dir als das wahrscheinlichste erscheint. Die richtige Steuerschuld ergibt sich, wenn Du Anfang 2016 die Steuererklärung abgibst.

Der Lohnabzug über den Arbeitgeber wird so berechnet, als würde das Monatsgehalt auch in den verbleibenden Monaten des Jahres gezahlt.

Okay, scheint Plausibel deine Antwort.

Ist nur etwas blöde.... spielen wir mal das Szenario weiter durch und der AN findet keine neue Anstellung; wird ALG-II Empfänger im Feb.2017. Das FA nbraucht ja auch ne Weile mit der EkSt-Erklärung 2016 Berechnung. Das heisst, der AN bekommt ne schöne Rückzahlung aus seiner Abfindung und die ist somit Futsch -> das kassiert gleich das Arbeitsamt ein. Echt toll !!!

Kann man dem entgegenwirken mit einem Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte, denn der muss ja bis Okt.2015 (für 2016) beantragt sein?

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@Struppi26

Was für einen Freibetrag willst Du Dir denn eintragen lassen? Mir würde aus Deinem Sachverhalt nichts eintragbares einfallen.

Ich würde nicht so negativ rechnen, dass Du gleich ab 2017 ALG II Empfänger wirst.

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@wfwbinder

Nehmen wir mal an auf die 3.600,-€ Gehalt werden ca. 560,-€ Lohnsteuer bezahlt und für die Abfindung wird ja auch was abgeführt. Nun kann der AN mit Hilfe eines EkSt-Programmes nachrechnen, was er eigentlich bei dem Lohnsteuerjahresausgleich bekommen würde (Guthaben; zuviel einbehaltene Lohnsteuer gezahlt hat). Und kann sich somit schonmal einen gewissen Teil ergattern; und wenn es nur die 560,-€ sind !! 

Zur heutigen Zeit wird es garantiert schwierig werden, einen so gut bezahlten Job mit 3.600,-€ brutto(monatlich) wieder zu finden -> der AN wird demzufolge zu 90% weniger Einkommen haben.

Realistisch sind doch Löhne/Gehälter im Bereich 1.800,- bis 2.200,-€/brutto

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@wfwbinder

Habe spassenhalber mal beide Varianten durchgerechnet Online:

Dem AN wird das eigentliche zu erwartende Jahreseinkommen für den Lohnsteuerabzug am 31.1.2016 zugrunde gelegt; basierend auf 42.000,-€ Jahresbrutto zzgl. die Abfindung i.H.v. 85.000€.

zu erwartende Netto Auszahlung ca. 50.885,-€ mit Beendigung des Arbeitsverhältnis

AN findet in dem Rest des Jahres keine neue Anstellung und bezieht ALG-I von ca. 1.300,-€, somit würde er nach Einreichung seiner EkST-Erklärung für 2016 -> in 2017 ein Steuerguthaben von ca. 15.500,-€ haben / zurückbekommen.

Selbst wenn er einen neuen Job findet mit ca. 2000,-€/monatlichem Brutto hätte er ein Steuerguthaben von 8000,-€ !!

Gibt es eine Möglichkeit, sich dieses Guthaben anteilig vorher zu sichern/ auszahlen zu lassen ??

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@Struppi26

Du brauchst doch einen Grund für einen Lohnsteuerfreibetrag.

Fahrten zur Arbeit?

Unterstützte Personen (§ 33 a EStG)

Die Eintragung eines Lohnsteuerfreibetrages läuft ja nicht auf Zuruf.

Ausserdem 90 % weniger Einnahmen? Erstmal kommen ja ca. 60 % vom Netto als ALG I

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@Struppi26

den Arbeitgeber fragen, ob er die Abfindung gegen einen kleinen Nachlass schon in 2015 auszahlt.

Aber das ist steuerlich nachteilig, denn weil dann die Progression bei dem höheren Einkommen 2015 negativen Einfluss hat.

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@wfwbinder

Ausserdem würde es ja bedeuten, dass Du die sagen wir ruhig 10.000,- einfach ausgeben würdest (in 2015) bevor Du in 2016 ALG II beantragst. 

Ich würde, weil es für Dich insgesamt günstig ist, erstmal abwarten, ob nicht doch ein adäquater Job zu finden ist.

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@wfwbinder

Lt. Recherche dürfen ja 5% von der Abfindung als Teilbetrag vorher ausgezahlt werden -> natürlich volle Besteuerung auf die 5% und die Fünftelregelung betrifft dann den Rest

Die Anwendung der begünstigten Tarifermäßigung setzt außerdem voraus, dass die Entschädigungsleistungen zusammengeballt in einem Veranlagungszeitraum zufließen (dass also nicht beispielsweise mehrere Teilbeträge in unterschiedlichen Jahren gezahlt werden). Ausnahme: die abweichenden Teilbeträge betragen insgesamt max. 5 Prozent der Hauptleistung. Diese Regelung steht z.Z. auf dem Prüfstand

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@Struppi26

Ich glaube, hier verkürzt Du etwas zu stark im Beispiel. In Deiner ursprünglichen Frage schreibst Du:

"wenn der AN zum Feb. 2016 ausscheidet und somit ja nur eine Gehaltszahlung vorerst erhalten hat und somit ab da Arbeitslos ist (ALG I Empfänger)"

In dem Fall erhält der Arbeitnehmer doch die Abfindung als ALG-I-Empfänger. Bei einer solch hohen Abfindung - wie Du als Beispiel anführst - ist davon auszugehen, dass der Arbeitnehmer auch nicht gleich in ALG II rutscht, sondern bis zu 12 Monaten Arbeitslosengeldanspruch hat. Also wird die Abfindung nicht auf das ALG II angerechnet.

Etwas ganz anderes ist, wieviel Steuern anfallen.

Unabhängig davon bleibt: Für die Eintragung eines Freibetrages müsste mindestens eine Bedingung gem. § 39a EStG erfüllt sein.

Wenn Du Steuern auf die Abfindung senken willst, bieten sich im wesentlichen 3 Wege an - siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-mit-ein-funftelregelung.html#wege

Diese Gestaltungsspielräume kannst Du natürlich nutzen.

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Grundsätzlich versteuern die Arbeitgeber eine Abfindung als laufender Arbeitslohn; die günstigere Besteuerung nach der 5tel-Methode braucht der ArbG nicht anwenden, weil er nicht weiß, welche Einkünfte noch im laufenden Jahr bezogen werden; die 5tel-Regelung wird nur angewendet, wenn es sich um eine Zusammenballung von Einkünften handelt und der Auflösungsvertrag entsprechend gestaltet wurde.

Daher muß i. d. R. die günstigere Besteuerung nachträglich über die Einkommensteuererklärung beantragt werden.

Angesehen von einer möglichen Sperrzeit wegen eines Auflösungsvertrages, wird die Abfindung nur dann (teilweise) auf das ALG-I angerechnet, wenn das Arbeitsverhältnis früher beendet wurde, als es mit einer regulären Kündigungsfrist möglich gewesen wäre - wenn man also bei einem Aufhebungsvertrag die vertragliche/tarifliche Kündigungsfrist einhalten würde, wird die Abfindung nicht angerechnet.

Wendet der ArbG die 5tel-regelung dennoch an, wird die Steuer der Abfindung separat berechnet (Abfindung / 5 = Steuer wird ermittelt und die Steuer wird mit 5 multiliziert).

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@DerSchopenhauer

Der ArbG wendet die 5tel-Regelung an

Ich weise noch darauf hin, daß, wenn sich hinterher herausstellt, daß die 5tel-Regelung nicht angewendet werden kann, es zu erheblichen Steuernachzahlungen kommt.

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@DerSchopenhauer

Noch einkleiner Hinweis:

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Urteil vom 11. November 2009 (Az.: IX R 1/09) entschieden, dass es nicht missbräuchlich ist, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus rein steuerrechtlichen Gründen den Zahlungszeitpunkt auf verschiedene Zeiträume verteilen, also "... den Zeitpunkt des Zuflusses einer Abfindung ... steuerwirksam gestalten". Für Arbeitnehmer, die eine Abfindung erwarten, kann es sich lohnen, den für sie günstigsten Termin der Auszahlung und die jeweilige Größenordnung gemeinsam mit dem Arbeitgeber festzulegen.

Tatsache ist, dass nicht die Fälligkeit eines Anspruchs allein bereits zu steuerbarem Einkommen führt, sondern normalerweise der volle wirtschaftliche Übergang in die Verfügungsmacht des betroffenen Arbeitnehmers. Aus rechtlichen Gründen sollte vorsorglich darauf geachtet werden, dass die Vereinbarung bereits vor dem eigentlich vorgesehenen Auszahlungszeitpunkt bzw. der Fälligkeit getroffen wurde, da sonst vermutlich die steuerlichen Vorteile der individuellen Zahlungsgestaltung nicht steuermindernd anerkannt werden.

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Kündigungsfrist wurde eingehalten ...
Und nach Rückfrage bei der Personalabt. wird die Fünftelregelung angewendet. Da beide Punkte gegeben sind für die Zusammenballung:
a.) die Abfindung im Jahr der Zahlung über dem Betrag liegt, den der Arbeitnehmer bei Weiterbeschäftigung noch bis Jahresende verdient hätte
b.) Der AN aufgrund der Abfindung im Jahr der Auszahlung insgesamt höhere Einkünfte erzielt, als dies bei ungestört fortgesetzten Arbeitsverhältnis – also bei einer fiktiven Weiterbeschäftigung – der Fall gewesen wäre

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@Struppi26

Dann dürfte das in Ordnung gehen - und da die Kündigungsfriust eigehalten wurde, wird das auch nicht beim ALG-I angerechnet...

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"Grundsätzlich versteuern die Arbeitgeber eine Abfindung als laufender Arbeitslohn; die günstigere Besteuerung nach der 5tel-Methode braucht der ArbG nicht anwenden"

So absolut stimmt das nicht!

Gem. § 39b (3) S. 9 EStG hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer bei einem sonstigen Bezug im Sinne des § 34 Absatz 1 und 2 Nummer 2 und 4 - darunter fallen Abfindungen als Entschädigung - nach der Fünftelregelung zu versteuern.

Für den Arbeitgeber sind dabei der Arbeitslohn, die sonstigen Bezüge und die Lohnsteuerabzugsmerkmale verbindlich, die ihm bekannt sind - nicht, was wäre wenn...

Natürlich kann es dabei zu Plus- und Minus-Abweichungen kommen. Welche Wirkungen damit verbunden sind, ist beispielsweise an 2 Beispielen auf http://www.abfindunginfo.de/abfindung-und-zusammenballung-von-einkunften.html erläutert.

"...wird die Abfindung nur dann (teilweise) auf das ALG-I angerechnet, wenn das Arbeitsverhältnis früher beendet wurde, als es mit einer regulären Kündigungsfrist möglich gewesen wäre"

Auch wenn es im ersten Moment wie Haarspalterei aussieht, aber auf das Arbeitslosengeld 1 wird eine Abfindung überhaupt nicht angerechnet - wie hoch sie auch ausfällt.

Etwas ganz anderes ist, dass die Arbeitsagentur eine Ruhezeit oder eine Sperrzeit verhängen kann, wenn die Bedingungen dafür erfüllt sind. Eine Ruhezeit wird verhängt, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird. Eine Sperrzeit droht, wenn der Arbeitnehmer gekündigt hat oder durch sein arbeitsvertragswidriges Verhalten Anlass für die Kündigung durch den Arbeitgeber gegeben hat.

Eine Ruhezeit oder Sperrzeit drohen also selbst dann, wenn gar keine Abfindung geflossen ist. Eine Abfindung kann in dem Fall auch nicht auf das Arbeitslosengeld 1 angerechnet werden.

Weil für diese Zeiten kein Arbeitslosengeld 1 gezahlt wird, kann allerdings der Eindruck entstehen, die Abfindung würde auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Doch Ruhe- und Sperrzeit werden unabhängig von der Höhe der Abfindung nach Wochen verhängt, nicht nach der Höhe der Abfindung. Das wird übrigens ebensfalls auf abfindunginfo.de unter dem Stichwort Arbeitslosengeld erläutert.

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Nachtrag:

AN ist Single hat LSt-Klasse 1 und arbeitet in Berlin

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