Berechnung des Pflichtteils bei Erbschaft bei Firmenanteilen?

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2 Antworten

Für Beteiligungen ist der gemeine Wert anzusetzen, das heißt der Wert,
zu welchem die Beteiligung am Todestag hätte veräußert werden können, 
§ 11 Abs. 2 BewG (Bewertungsgesetz). Üblich ist es, diesen Wert nach der sogenannten Ertragswertmethode zu ermitteln.

Gemäß Unternehmensbewertungsstandard IDW S1 ermittelt sich der Unternehmenswert beim Ertragswertverfahren durch Diskontierung der den Unternehmenseignern zufließenden finanziellen Überschüsse.

Der Kapitalisierungszinssatz besteht aus einem Basiszinssatz einer Alternativanlage (quasi-risikofreie Kapitalmarktanlage, etwa Geldmarktkonto) und es wird ein Risikozuschlag vorgenommen und persönliche Ertragsteuern werden berücksichtigt. Die persönlichen Ertragsteuern werden mit einem typisierten Zinssatz von 25 % (Abgeltungsteuer) angenommen.

All diese Zahlen solte man aus der GuV oder Bilanz der beiden Unternehmen ermitteln und von einem sachkundigen StB berechnen lassen können.

G imager761

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Nun, das ist nicht so einfach - dazu müssen die Bewertungsrichtlinien für Betriebsvermögen/Beteiligungen angewendet werden (äußerst kompliziert).

Durch mehrere Urteile des BVerfG (Bundesverfassungsgericht) und der neu geschaffenen Gesetzeslage kann das aus der Ferne noch nicht einmal im Ansatz seriös beurteilt werden (auch die neue Gesetzeslage enthält nach erster Beurteilung voraussichtlich verfassungswidrige Bestandteile) - hier ist zwingend die Hinzuziehung eines Steuerberaters notwendig.

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Kommentar von DerSchopenhauer
17.09.2016, 03:05

Steuerberater

Ich empfehle, aufgrund der aktuellen Rechtslage bei der Vererbung von Betriebsvermögen/Beteiligungen, einen Steuerberater zu wählen, der ggf. einen Schwerpunkt im Erbschaftsteuerrecht hat (respektive, der in den letzten Jahren häufiger mit Erbfällen zu tun hatte).

Nicht, weil ein anderer Steuerberater das nicht auch könnte, aber wenn ein Steuerberater einen Schwerpunkt im Erbschaftsteuerrecht hat oder damit häufiger zu tun hatte, ist er im aktuellen Thema mehr drin.

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Kommentar von Lulusfrauchen
17.09.2016, 03:42

Ich wollte nicht diese Firmenanteile aufteilen, sonden nur feststellen, was  z.B. ein Anteil, der vor 10 Jahren 10.000 Euro kostete, nun kosten würde, damit ich den Pflichtteil-Erben ihr Geld auszahlen kann. Aber ich schätze, Steuerberater ist dafür wohl richtig, denn die Firmen selbst würden ihre Anteile sicher als wertvoller anpreisen als sie sind...Vielen Dank!

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