Beratungen zuhause, Vermieter fragen bzw. Vertraglich festhalten? (selbstständig)

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11 Antworten

Für die Frage einer Nutzung für die beabsichtigte berufliche Tätigkeit ist ausschlaggebend, ob dies „nach außen tritt".

Konkret ist also zu fragen, ob du deine private Adresse als Geschäftsadresse angeben darfst, viel Laufkundschaft haben wirst oder Kunden und Geschäftspartner in der Wohnung empfangen oder gar Mitarbeiter in der Wohnung beschäftigen darfst.

Hier wäre es ratsam, den Vermieter zu informieren, um etwaige Bedenken gegen häufiges, Klingeln, Türsummer, Türschlagen etc. durch die Kundschaft zu zertreuen, ruhige Gesprächsabläufe in Zimmerlaustärke und Einhaltung der Ruhezeiten zuzusichern.

Unterscheidet sich nämlich die gewerbliche Beratungstätigkeit in nichts von normalen Privatbesuchen, braucht er dem nicht zuzustimmen, da sich dies nicht von vertragsgemäßem Gebrauch der Mietsache unterscheidet :-)

Und kann bei Beschwerden im Einzelfall gelassen reagieren :-)

Den Empfang von Geschäftspost und geringen Publikumsverkehr muss er dulden.

Einer Mietvertrgsänderung bedarf es dann nicht.

G imager761

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Zulässige Tätigkeiten:

Zu Wohnzwecken vermietete Räume dienen dem Wohnen und grundsätzlich nicht der gewerblichen Tätigkeit. Das bedeutet aber selbstverständlich nicht, dass der Mieter keinerlei berufliche Tätigkeit in seinen Räumen ausüben darf. Das Merkmal „vertragsgemäßer Gebrauch“ wurde von der Rechtsprechung dem Wandel der Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie der technischen Entwicklung angepasst.Der Mieter kann normale, gelegentliche Büroarbeiten oder geschäftliche Besprechungen in seiner Wohnung vornehmen, soweit der Charakter einer Wohnraumnutzung erhalten bleibt (Einrichtung eines "Arbeitszimmers"). Insbesondere ist gegen die gewerbliche Nutzung eines Telefax und eines Computers regelmäßig nichts einzuwenden. Daher werden auch Heimarbeitsplätze am Computer durch den vertragsgemäßen Gebrauch als Wohnraum gedeckt oder auch Tätigkeiten, die ausschließlich die Durchführung von Telefonaten zum Inhalt haben.

Die geschäftliche Aktivität darf jedoch nicht nach außen in Erscheinung treten (BGH, Urteil vom 10.04.2013 Aktenzeichen: VIII ZR 213/12).

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/g1/gewerbl_nutzung.htm

Auch wenn Du kein Firmenschild anbringst, der "Publikumsverkehr" wird ja nicht verborgen bleiben. Um Ärger zu vermeiden und/oder den Verdacht eines "gewissen" Gewerbes zu entkräften würde ich den Vermieter informieren.

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Vielleicht kann mir hier jemand helfen zu klären ob ich meinen Vermieter (Mietshaus) um Erlaubniss fragen muss, wenn ich mich zuhause als psychologische Lebensberaterin selbstständig mache. Es gibt kein Firmenschild etc. lediglich kommen regelmäßig Einzelpersonen zu mir nach Hause.

Bei Kundenverkehr musst Du den Vermieter um Erlaubnis fragen.

Schau mal hier rein:

http://www.immobilienscout24.de/gewerbe/gewerberecht/aktuelle-urteile/teilgewerbliche-nutzung-mietwohnung.html

MfG

Johnny

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Wenn du Publikumsverkehr hast, geht das nicht ohne Einwilligung des Vermieters. Das ist dann eine gewerbliche Nutzung von Wohnraum. Da kann er sogar eine höhere Miete fordern.

Das ist in manchen Stadtteilen sogar ordnungsamtlich verboten.

Sorry, aber das könnte dann ja sogar ein illegaler Puff sein.

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Sieh mal hier:Zweischneidiges BGH-Urteil Für Aufsehen hat vor einiger Zeit ein Urteil des Bundesgerichtshofs (Az.: VIII ZR 165/08, PDF, 88 KB) gesorgt: Demnach darf ein Vermieter bei nicht vereinbarter geschäftlicher Nutzung einer Mietwohnung im Einzelfall durchaus kündigen: Er müsse "geschäftliche Aktivitäten des Mieters freiberuflicher oder gewerblicher Art, die nach außen hin in Erscheinung treten", ohne entsprechende Vereinbarung nicht in Mietwohnungen dulden.

Gleichzeitig entschieden die BGH-Richter jedoch, dass der Vermieter "nach Treu und Glauben" verpflichtet sein kann, die Erlaubnis zur teilgewerblichen Nutzung zu erteilen. Voraussetzung: Es handelt sich um eine Tätigkeit

ohne Mitarbeiter und.

ohne ins Gewicht fallenden Kundenverkehr..

Das muss der Mieter nach dem Willen des BGH im Zweifel allerdings glaubhaft machen können.

Du schreibst ja selbst, dass Du dann Kundenverkehr hast. Demnach würde ich auf jeden Fall eine Zusatzklausel im Mietvertrag aufnehmen. Du möchtest Deine Beratung ja sicherlich auch publik machen und musst im Internet und Zeitungen die Adresse angeben. Ich als Vermieter käme mir hintergangen vor, wenn ich nicht darüber informiert werden würde. Du vergiftest damit das Mietverhältnis. Sprich es offen an und Du bist auf der sicheren Seite, und wenn Du ihm es als 'Zubrot' verkaufst.

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Wenn du eine Wohnung als Geweberäume umwidmes muß du die Genehmigung des Vermieters und in vielen Gemeinden auch die Genehmigung durch das Bauamt haben. Besser gleich eine Gewerbeimmobilie mieten.

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Ich würde es zumindest mitteilen, dass du das vor hast, weil du das Haus ja nun auch gewerblich nutzt. Ob und inwieweit er dir das untersagen kann, weiß ich jetzt nicht aber wenn du es wenigstens schriftlich mitteilst, bist du auf der sicheren Seite.

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Ob Firmenschild oder nicht, das Betreiben eines Gewerbes in einer Mietswohnung muss vom Vermieter erlaubt werden.

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Kommentar von anitari
03.07.2014, 08:37

Nicht zwingend

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Die Ausübung eines Berufes oder Gewerbes in der Mietwohnung ist grundsätzlich nur mit Zustimmung des Vermieters zulässig, da die gemieteten Räume dem Mieter nur als Wohnung überlassen werden. Die Grenze der Wohnnutzung wird nicht überschritten, wenn lediglich ein Teil der Wohnung als Arbeitszimmer genutzt wird. Eine darüber hinausgehende intensivere Nutzung der Räume zu beruflichen Zwecken ist zustimmungspflichtig. Allerdings ist der Vermieter zur Duldung einer beruflichen Tätigkeit in der Wohnung verpflichtet, wenn keine Schädigung der Wohnung oder der Zugänge und keine unzumutbare Belästigungen der Mitmieter zu befürchten sind. Geringer Kundenbesuch, höchstens 2 Personen täglich hält sich in den Grenzen des Erlaubten.

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Kommentar von 1001N8
03.07.2014, 11:00

"höchstens 2 Personen täglich"

ja wenns hochkommt.

habe in unserem großen Wohnzimmer eine "Beratungsecke" eingerichtet und paken kann man auf der Straße

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also das würde ich aber schon abklären und ein Schild anbringen dürfen.

Könnte sonst vielleicht von anderen Mietern falsch umgesetzt werden, wenn da dauernd andere Leute ein und aus gehen.

Und dann wirst du Probleme bekommen.

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Es kommt darauf an, ob die Wohnung in einem Gewerbegebiet bzw. einem Mischgebiet liegt, in dem Gewerbebetreibung erlaubt ist. Wenn du in einem reinen Wohngebiet lebst, dann kann dein Vermieter zustimmen was er will, dann ist das NICHT erlaubt.

P.S. leicht ergooglebar!

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Kommentar von annafelix
03.07.2014, 08:30

.... hatte falsch gelesen :D Jetzt kann ich den Kommentar nicht mehr ganz löschen. Sorry.

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