Berät mein Arzt mich richtig bzgl. Depression?

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8 Antworten

Ein klares NEIN ist die kurze Antwort.

Die lange:

Suche Dir über mehrere Arztbewertungsportale einen Psychiater. Rufe dort an, erkläre dass Du selbstmordgefährdet in hausärztlicher Behandlung bist, mit X Medikament behandelt wirst und bitte um einen Termin.

Parallel gebe in die Suchmaske des Browsers ein

akutklinik burn-out

Lese Dir die jeweiligen Klinikdarstellungen genau durch. Hast Du Fragen wende Dich direkt an die Klinik. Sie werden Dir antworten. Wenn möglich mache einen Termin zur Behandlung. Ein guter Psychiater ist sicherlich bereit Dich dahin zu überweisen. Der Hausarzt sollte sich auf keinen Fall gegen einen Klinikaufenthalt sperren. Er ist nur Hausarzt und kein Fachmensch für Deine schwere Erkrankung. Er sollte seine Grenzen kennen.

Auf das Ansinnen, Du sollst Deine Arbeitsstelle kündigen, würde ich beim HA nicht eingehen. Damit bestrafst Du Dich noch zusätzlich. Ich finde diese Empfehlung mehr als unverschämt. Wenn es Deinem Betrieb nicht passt dass er die Folgen für sein Handeln zu tragen hat kann er Dich kündigen. So bestraft Dich dann auch nicht die ARGE mit einer Leistungssperre. Kündigst Du selbst kann es Dir geschehen dass Du bis zu drei Monate kein Geld bekommst, nicht versichert bist.

Suche Dir übér die Arztbewertungsportale für die Zukunft einen neuen Hausarzt. Einen der seine Grenzen kennt und akzeptiert.

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Schreibe jeden Tag von Hand auf Papier Tagebuch. Das erleichtert Deine Psyche mit der Zeit.

Gehe jeden Tag eine Weile spazieren. Wenn es geht in der Natur. Solltest Du unterwegs Menschen begegnen welche sich wundern dass Du während der Arbeitsunfähigkeit spazieren gehst erkläre ruhig, Du bist arbeitsunfähig geschrieben, nicht gehunfähig. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Stiefel. Lasse Dich auf keine Diskussionen mit solchen Menschen ein. Sie führen nur zu Selbstverletzungen. Und verletzt bist Du schon mehr als genug.

Trinke mindestens drei Liter täglich. Wenn möglich Tees, bestenfalls von Discountern, Wasser, gerne auch Säfte aber nicht diese Zuckerwasser.

Höre Deine Lieblingsmusik. Tanze ruhig dazu. Es wird Licht in Dein Leben bringen.

Erinnerst Du Dich daran dass Du mal ein kreatives Hobby hattest? Fange wieder damit an. Und wenn es nur in sehr kleinen Schritten vorwärts geht.

So beginnst Du langsam Dein Gesicht der positiven Seite des Lebens wieder zuzuwenden.

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Nimm Fakten zur Kenntnis:

Schon in den späten 1960-iger Jahren erschienen die ersten Bücher welche davor warnten, dass unsere Gesellschaft immer asozialer, immer aggressiver werde. Sie zeigten Lösungen auf. Diese wurden von Wirtschaft und Politik verlacht und ignoriert.

Ab den 1980-iger Jahren tauchen dann spätestens Statistiken auf welche nachweisen, dass die Reaktion von Wirtschaft und Politik teuer ist für die Gesellschaft. Aktuell erleidet die deutsche Wirtschaft jährlich einen Verlust von 29 Milliarden Euro durch Mobbing am Arbeitsplatz. So langsam fühlt sich die deutsche Wirtschaft tatsächlich dadurch gestört. Das bedeutet noch lange nicht dass wirksame Reaktionen auch nur angedacht werden. Die verschiedenen Krankenkassen machen seit manchem Jahr auf dieses Thema aufmerksam, die Rentenversicherungsanstalt denn die meisten Frühverrentungen erfolgen durch die Dinge welche Du auch erlebt hast. Der volkswirtschaftliche Schaden wurde noch nicht errechnet welcher dadurch entsteht.

Mache Dir also bewusst:

Die Gesellschaft ist bereit Unmengen an Geld auszugeben für ihr asoziales Verhalten. Dann kann sie auch Deinen Krankenstand bezahlen, einen Klinikaufenthalt für Dich, weitere mit Fachmenschen abgesprochene Maßnahmen. Einem Arzt, der dieses menschenunwürdige System noch unterstützt bist Du keine Rechenschaft schuldig, keine ehrliche Antwort. Du darst Dir mehr wert sein. Fühle Dich dazu berechtigt.

Luke183 11.09.2013, 18:09

Hallo dawala,

vielen, vielen Dank für diese ausführliche, wunderbar geschriebene und hilfreiche Antwort! Damit hast du mir wirklich geholfen. Ich habe mittlerweile geschafft, deinen Rat anzunehmen und habe nun ein Termin bei einem Psychiater, der auch bereit ist mich nach den Gesprächen eine ReHa zu verschreiben. Leider ist dieser Termin erst im November, jedoch werde ich weiter arbeitsunfähig geschrieben.

Danke nochmal, für deine Antwort.

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dawala 11.09.2013, 20:02
@Luke183

Dann hast Du ja reichlich Zeit Dich nach einer Klinik für Dich umzusehen. Nutze sie. Es ist nicht der Arzt der die Klinik aussucht wenn Du die Initiative ergreifst. Setze Dich mit den Kliniken Deiner Wahl auseinander, stelle Fragen, fahre ruhig hin und schaue sie Dir ausführlich an. Ein guter Facharzt freut sich wenn die Patienten bereit sind ihr Leben und die Fürsorge darum so weit als möglich selbst in die Hand zu nehmen. Und es handelt sich um eine gute Therapie gegen Deine Erkrankung, einen guten Einstieg.

Gerne. -:)

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Vielleicht ist er der Meinung, daß dir eine Aufgabe...z.B. die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle oder einer Beschäftigung,die dich interessieren und Spaß machen würde,besser gut tut...als wenn er dich zur Kur schickt...wo du den ganzen Tag mehr oder weniger nur deinen Gedanken nachhängen und spazierengehen kannst. Du hast ja kein "burn out"..sondern fühlst dich jetzt..an deinem Arbeitsplatz nicht wohl! "Beschäftigt " sein und nach Neuem zu suchen...ist vielleicht nicht das Schlechteste??!!Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute und daß es dir bald besser geht!

Zu den Depressionen an sich kann ich mich natürlich per Ferndiagnse nicht äußern. Aber sicher ist es richtig, dass Du die Ursache dafür tunlichst ausschalten solltest, hier also offensichtlich die Arbeitsstelle. Ich halte es jedoch für fahrlässig, zu kündigen, bevor Du etwas Neues hast. Was willst Du machen, wenn Du nicht sofort im Anschluss in ein neues Arbeitsverhältnis übernommen wirst? Hast du finanzielle Grundlagen, um die Zeit zu überbrücken? Womit willst Du Dich dann beschäftigen? Nichtstun, Zuhausesitzen und Grübeln ist auch nicht gut gegen Depressionen.

Es wäre sinnvoll, deinen HAUSarzt zu bitten, dir eine Überweisung zu einem Spezialisten zu geben (Psychiater, Neurologe). Und mit diesem wiederum solltest du über weitere Maßnahmen reden - der könnte dich auch krankschreiben und evtl. ein passenderes Medikament kennen?

Zunächst einmal solltest Du Dir überlegen, ob Du Dich nicht zu einem Facharzt überweisen lässt. Denn dieser kennt sich in der Regel besser mit den verschiedenen Medikamenten und Möglichkeiten aus.

Selbst wenn Du jetzt vielleicht einige Adressen von Therapeuten bekommen hast, wirst Du möglicherweise nicht gleich morgen mit einer Therapie beginnen können. Denn einerseits solltest Du Dir einen Therapeuten suchen, zu dem Du ein Vertrauen aufbauen kannst. Denn nicht jeder Therapeut kennt sich auf allen Gebieten gleich gut aus. Andererseits haben gute Therapeuten u.U. auch Wartezeiten.

Was eine Kur betrifft, so muss diese bei der Krankenkasse beantragt und genehmigt werden. Außerdem haben entsprechende Kurkliniken ebenfalls Wartezeiten. Genauso benötigen meist auch die Medikamente eine gewisse Zeit, bis diese eine positive Wirkung zeien.

Erwarte also bitte nicht, dass Du gleich voll durchstarten und bereits zu Beginn große Erfolge erzielen kannst.

Luke183 03.09.2013, 11:37

Ja genau das wollte ich ja sagen. Der Arzt möchte aber daß ich mir jetzt einen neuen Job suche, ich fühle mich aber noch gar nicht in der Lage selbst nur ruhig und mit Selbstvertrauen zu einem Bewerbungsgespräch zu gehen...

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wenn man in einer psychischen erkrankung sitzt. ist es nicht günstig stabile eckpfeiler abzubrechen, ohne klare zukunftsperspektive. dein artzt kann dich vielleicht nicht weiter krank schreiben, aber wenn du dich in eine psychologische behandlung bei einem niedergelassenen therapeuten begibst, kannst du hier auch weiter krank geschrieben werden. ausserdem kann man auch immer mal den arzt wechseln.oder sich auch in eine psychatrie einweisen lassen( bei suizidgedanken immer möglich) es sollte zunächst einmal geklärt werden, ob die arbeit hier wirklich das problem ist. oder nur die ursache. und das kann nur ein fachmann. auf keinen fall kündigen ohne neu perspektive. vermutlich erfolgt nach langanhaltender krankheit die kündigung sowieso von der gegenseite. dann hast du zumindest ersteinmal die absicherung über das arbeitslosengeld.

Nicht mit dem hausarzt über sowas reden, sondern mit dem Psychologen!

du bist nach 2 (!!) sitzungen erst am anfang einer recht langen therapiezeit.. du musst jetzt geuld an den tag legen.. deine depression brauchte mehr als 2 tage, sich zu entwickeln, also kannst du jetzt nicht erwarten, dass sie nach 2 tagen schon wieder weg ist.........

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