Beobachtungsaufgabe Astronomie mit anderen Mitteln lösen?

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2 Antworten

Hallo,

stell Dich in Gedanken nach draußen.

Der Himmel ist klar, die Sonne geht gerade unter.

Es ist Neumond, Du kannst den Mond also nicht sehen, weil er in Richtung Sonne steht (irgendwo unterhalb oder oberhalb von ihr, denn stünde er genau vor ihr, hätten wie eine Sonnenfinsternis).

An diesem Abend hast Du also nichts vom Mond gesehen.

Am nächsten Abend stellst Du Dich wieder an die alte Stelle mit dem Blick nach Süden.

Rechts von Dir, im Westen, geht wieder die Sonne unter, doch diesmal hat sich der Mond ein Stück von ihr wegbewegt, und zwar in Deine Richtung, nach links. Du siehst nun auf der rechten Seite des Mondes eine sehr schmale Sichel. Es ist zunehmender Mond. Kurz nach der Sonne geht er unter.

Am nächsten Abend ist die Sichel auf der rechten Seite des Mondes etwas breiter geworden. Sein Abstand von der Sonne ist deutlicher geworden. Nun geht er schon eine ganze Weile nach der Sonne unter und nicht mehr kurz nach ihr wie am Abend zuvor oder gleichzeitig mit ihr wie bei Neumond.

Am 7. Abend ist der Mond so weit von der Sonne entfernt (natürlich nur auf den Winkelabstand bezogen, nicht auf die tatsächliche Entfernung Sonne - Mond), daß er - geht die Sonne unter - genau im Süden steht. Nun ist seine rechte Hälfte beleuchtet, es ist Halbmond. Sonne und Mond bilden mit der Erde als Scheitel einen rechten Winkel. Erst um Mitternacht wird der Mond untergehen.

Ab jetzt zeigt der Mond keine Sichel mehr, sondern bekommt eine bauchige Form und wird immer kreisförmiger (beleuchteter Teil).

Nach zwei Wochen von Beobachtungsbeginn steht der Mond der Sonne genau gegenüber. Es ist Vollmond. Der Mond geht jetzt im Osten auf, wenn die Sonne im Westen untergeht. Er ist die ganze Nacht lang sichtbar und geht erst bei Sonnenaufgang unter.

Von jetzt an bewegt sich der Mond nicht mehr von der untergehenden Sonne weg, sondern auf die aufgehende Sonne zu. Bald ist er nicht mehr als Scheibe zu sehen, sondern er hat wieder diese bauchige Form. Diesmal aber wird er nicht mehr von rechts beschienen, also von der untergehenden Sonne, sondern von links, von der aufgehenden Sonne.

Bald mußt Du bis Mitternacht warten, um den Mond aufgehen zu sehen. Es ist wieder Halbmond - aber jetzt ist die linke Seite beleuchtet.

In den Tagen darauf zeigt der Mond wieder eine Sichel, die von Tag zu Tag schmaler wird und auf der linken Seite ist. Der Mond geht nun immer mehr zum Morgen hin auf. Am Ende der Beobachtungszeit nach etwa vier Wochen zeigt er nur noch eine ganz schmale Sichel, die kurz vor der Sonne im Osten aufgeht.

Du siehst also den zunehmenden Mond am Abendhimmel, den Vollmond die ganze Nacht hindurch, den abnehmenden Mond am Morgenhimmel.

Seine Bewegung in Relation zur Sonne geht von West nach Ost. Dennoch folgt er der täglichen scheinbaren Bewegung des Sternenhimmels von Ost nach West. Die Ost-West-Bewegung, die für einen Umlauf einen Tag benötigt, geht auf die Rotation der Erde um sich selbst zurück, während die West-Ost Bewegung des Mondes, die etwa 28 bis 29 mal so lange für einen Umlauf benötigt, auf die Eigenbewegung des Mondes um die Erde zurückzuführen ist.

Herzliche Grüße,

Willy

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Kommentar von brainfucking
22.11.2016, 21:01

Wow. Vielen Dank für diese umfangreiche Erläuterung!

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Hallo brainfucking,

eine Möglichkeit gäbe es schon noch, die nicht gemachte Hausaufgabe selbst nachzuholen...

Lade Dir das Programm "Stellarium" herunter. Das gibt es kostenlos auf www.stellarium.org.

Dann musst Du Deinen Wohnort als Beobachtungsort festlegen.... und los geht die Himmelsbeobachtung.

Stellarium zeigt Dir wie eine Zeitmaschine den Anblick des Himmels an jedem von Dir wählbaren Tag zu jeder einstellbaren Uhrzeit. Damit kannst Du also, was Du in "echt" nicht kannst: Dir den Himmelsanblick von vor 2 Wochen gönnen. Du könntest sogar Screenshots zur Illustration Deiner Aufgabe machen.

Stellarium auf dem PC zu haben ist eh praktisch: Wenn man sich mal bei einem hellen Objekt fragt, was man da beobachtet, kriegt man das mit Stellarium im Nu raus.

Grüße

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