Benötige Tipps für die Iterpretation?

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1 Antwort

Der Wille eines Einzelnen kann sich nie ohne Grenzen zur Entfaltung bringen, weil der Mensch ein vielseitig limitiertes Wesen ist. Er ist in seiner Körperkraft begrenzt, in seiner Lebenszeit, in seiner Fähigkeit, eine Sache ohne Unterlass zu betreiben, er ist auf regelmäßige Nahrungsaufnahme angewiesen, auf eine angemessene Umgebungstemperatur, auf eine weitgehend angstfreie Umgebung, usw, usw.

Trotzdem kann er von seiner äußeren Freiheit Gebrauch machen, d.h., er hat viele Optionen, die er nach eigenem Gutdünken ergreifen oder zurückweisen kann. Eben weil dem Menschen nun von allen Seiten Begrenzungen entgegenstehen, ist er darauf angewiesen, diese Begrenzungen in ihrer Wirkmächtigkeit zu beurteilen, zu vergleichen, Strategien zu bedenken, wo und wie er die Grenzen für sich einschätzen und bewerten muss, und endlich kann er dann zu Entscheidungen kommen und auf Grund seiner Freiheiten sich auf eine - möglichst günstige - Option festlegen.

Hätte er prinzipiell keine Limitierungen, gäbe es auch keine Entscheidungen zu fällen, weil dann alles in einer Atmosphäre der reinen Willkür erfolgen könnte. Der Urheber des oben genannten Zitates sieht also die Realisierung von Freiheit immer mit einer Bewertung der situativen Größen verknüpft, die eine Abwägung der Gütekriterien und eine abschließende Festlegung auf die auszuführende Handlung nach sich zieht.

Jori123 17.01.2017, 20:07

Kurz gefasst, wenn es keine Fesseln [in dem Fall Grenzen gibt] dann gibt es auch keine Freiheit in dem Sinne wie wir Freiheit verstehen; Ohne Licht kein Schatten.

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