Benötige ich zum Hausneubau unbedingt einen Bausachverständigen?

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10 Antworten

Wenn Du einen Bauplan, einen Bauträger usw. hast kann ich Dir nur zwei Dinge dringend ans Herz legen: Geh vor Unterschrift zu einem Anwalt und laß dich beraten. Die Verträge sind in der Regel so gefaßt, daß der Bauherr in die Röhre schaut. Laß Dir vom Anwalt sagen, was n i c h t im Vertrag steht. Außerdem ist es angeraten einen externen Bauleiter zu nehmen. Das Geld ist macht bei den Preisen das Kraut nicht fett. Du kannst aber locker 15- 20000,-- drauflegen. Wir haben mit einem Bauträger gebaut der in Südthüringen ansässig ist und auch in Franken baut.Sie haben uns mit so viel über den Tisch gezogen. Zig Nachträge und wenn Du nicht unterschreibst, bauen Sie einfach nicht weiter. Sie machen immer Versuche die Bauherrn irgendwie über den Tisch zu ziehen. Da kannst Du hingehen, wo Du willst. Alles von Anfang an schriftlich. Alle extra ausgehandelten Sachen dann vor Unterschrift schriftlich fixieren, denn Du kannst nicht alles im Blick haben. Vor alllen Dingen weiß keiner mehr was von den Abmachungen. Vor allem unterschreibe nix, wo Du Mehrleistungen nur über den Bauträger laufen lassen mußt. Meistens sind die Ausstattungen ziemlich mickrig, in Richtung Baumarkt. Wenn Du was schönes willst, mußt Du es natürlich mit Aufpreis bezahlen. Wenn Dir es dann der Generalunternehmer anbietet, oder der Bauleiter firmenseits, dann kannst Du evtl. mit 100% Aufschlag rechnen. Wenn Du einen externen Bauleiter hast, der dich berät, kann der auch die Kosten schätzen. Also viel Glück beim Hausbau, und laß Dich nicht übern Tisch ziehen!

Hallo,

es ist sicher ratsam spätestens vor der Übergabe einen Sachverständigen zu Rate zu ziehen. Ein Experte sieht unter Umständen Mängel, an die man selbst eben einfach nicht denkt. Als wir vor 3 Jahren unser Haus in der Nähe von Hamburg gebaut haben, haben wir uns an Herrn Golunski (http://www.golunksi.de) gewandt, er hat dann den Bau entsprechend begleitet. Ich sehe das so: Die Kosten für ein Gutachten liegen etwa im 3-stelligen Bereich (je nach Umfang). Spart man sich dieses Geld und entsteht ein Mangel über die Jahre, ist die Behebung von diesem oft um ein vielfaches teurer.

Grüße Dufftown

Entschuldigung, ich sehe gerade, dass der Link nicht funktioniert. Richtig muss es heißen: http://www.golunski.de

Grüße Dufftown

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...da Du ja einen Antrag auf Baugenehmigung stellen musst, ist es erforderlich diesen von einem Architekten stellen zu lassen - es müssen ja hierfür zahlreiche Bauunterlagen erstellt werden und der Architekt versichert mit seiner Unterschrift, dass er sämtliche baurechtlichen Vorgaben eingehalten hat - somit muss der "Architekt" eine Bauvorlagenberechtigung nach LBO (Landesbauordnung) besitzen...wenn Du diese natürlich selbst besitzen solltest kannst Du auf den Architekten verzichten

Der Bausachverständige ist ja eher dafür da, um zu kontrollieren, dass beim Bau dann z.B. die Fenster richtig eingebaut werden.

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@Reservist

...wenn Du einen bauleitenden Architekten hast, macht dieser das... und die Bauherrenfunktion die solltest doch lieber Du machen....

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Zweifellos: Das Übergabeprotokoll durch einen Bausachverständigen erstellen zu lassen, kostet Geld, ist aber eine Sicherheit und in Anbetracht der Immobilienkosten und in Anbetracht möglicher hoher Schadenskosten eine sehr vertretbare Risikoprämie.

Das Geld für den Sachverständigen ist gut angelegt, denn er prüft und dokumentiert den Zustand der Immobilie im Zeitpunkt der Übergabe durch den Bauträger an den Immobilienkäufer. Dieses Übergabeprotokoll ist eine wichtige Verhandlungsgrundlage für den Immobilienkäufer, um die Ansprüche gegen den Bauträger zur Mängelbeseitigung durchzusetzen. Sinnvoll ist es insbesondere dann, wenn die Bezahlung der letzten Rate daran geknüpft ist.

Treten allerdings im nachhinein Mängel auf, so ist dies wesentlich aufwändiger zu regeln. Die Bauträgerhaftung beträgt 5 Jahre.

Am besten man versucht es zunächst mit dem Bauträger und Handwerker einvernehmlich zu regeln und die Mängelbeseitigung zu ermöglichen.

Ist hier keine Kooperationsbereitschaft zu erkennen, dann ist ein Anwalt, ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren, ein gerichtlich vereidigter Sachverständiger einzubeziehen. Hier kommt man schnell in höhere Summen (z.B. ein Schaden von 3.000 EUR an einem TG-Tor, Schadenbeseitigungskosten 5.000 EUR, Gerichtskosten 10.000 EUR, Anwaltskosten). Der geschädigte Eigentümer war in diesem Fall erfolgreich. Der Bauträger musste alle Kosten übernehmen, da das Gutachten des gerichtlichen Sachverständigen eindeutig war.

Ich würde den Einbezug eines Bausachverständigen empfehlen. Es hat sich für mich bei 2 Immobilien ausgezahlt.

Üblich ist das nicht, denn Sachverständige werden für bestimmte Fragen hinzugezogen: Holzschutzgutachter, Baugrundsachveständige, Schallschutzexperten, Baubiologen. Was du brauchst ist ein guter und zuverlässiger Architekt, der die Baueingabe macht und während des Baus die Objektüberwachung ordentlich macht. Und da kannst du dir über die Architektenkammer einen empfehlen lassen oder suchst dir einen mit Referenzen. Was du meinst, ist ja praktisch ein Projektsteuerer. den braucht man bei großen Vorhaben. Aber selbst da stockt der Bau, siehe Elbphilarmonie Hamburg Soll von vornherein Misstrauen und Streit entstehen, dann nimm ruhig einen ;-)

Das ist alles richtig bis auf die Anfrage bei der Architektenkammer. Die werden sich hüten, einen Architekten anderen vorzuziehen. Besser ist es, bei bestehenden Gebäuden, die einem gefallen, nachzufragen, wer der Architekt war!

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@Seehausen

....oder suchst dir einen mit Referenzen...

das hatte ich auch geschrieben. Wer sehr viel Geld hat, sucht sich ohnehin einen mit Rang und Namen und lässt sich für 15 Mill. eine Villa hinsetzen. ;-))

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Rausgeschmissenes Geld ist es nicht unbedingt - untergräbt für meine Begriffe aber das Verhältnis Architekt/Bauleiter/Bauherr. Muss jeder selbst entscheiden ob er das Risiko eingeht...

Natürlich nicht, aber fragen Sie doch zunächst einmal andere Bauherren, die bereits eingezogen sind, welche Erfahrungen die wiederum gemacht haben und ob das wirklich erforderlich ist. 

Und wenn, bitte genau hinschauen und einen vereidigten Sachverständigen nehmen oder eine der großen Prüforganisationen, die Spezialbereiche dafür vorhalten und Experten ausbilden.

Einen "bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser" braucht ihr nach Landesbauordnung sowieso. Erst wenn ihr ein fertiges Haus oder Eigentumswohnung kauft oder ein wenn die Abnahme eines Fertighauses ansteht ist ein öffentlich- bestellter Sachverständiger zu empfehlen.

Es kommt also auf die Kaufverträge an!

Ja, in dem Falle ist das richtig, damit du nicht die Katze im Sack kaufst. Bei einem Neubau, wo du siehst, was eingebaut wird und wie die Leute arbeiten, habe ich untenstehende Meinung.

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Die finden immer was... und dann kommt es oft zu unnötigen Prozessen.

Schau Dich lieber im Kollegen- und Freundeskreis um und mache FOTOS, je mehr je besser.

Ich würde mir lieber von den Unternehmern Referenzen geben lassen.

Erst wenn es zum Streit kommen sollte, kann man immer noch einen Bausachverständigen ...oder nur einen Kundigen suchen und beim Streit nutzt einem der eigene Sachverständige wenig.

Ein harmonischer Bauablauf ist immer noch das Beste..

Ich würde das Geld investieren, damit der unabhängig kontrollieren kann ob das Bauunternehmen Mist baut.

Das sehe ich genau so

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Das trifft nur für den Erwerb von Fertighäusern oder Eigentumswohnungen zu; bei Neubauten ist sowieso ein Entwurfsverfasser nötig!

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@Seehausen

Ich denke es geht hier nicht um die Planung, sondern um den tatsächlichen Bau. Ein unabhängiger Gutachter, der währen des Baus das Bauunternehmen überwacht, ob da nicht gepfuscht wird (ob absichtlich oder unabsichtlich ist ja erstmal egal).

Wenn man dann nachher schiefe Wände und krumme Fenster hat, dann ist es zu spät.

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