Bemerken viele Menschen nicht, wie sie ihr eigener Glaube einengt? Wie er ihr Leben diktiert und sie zu geistigen Sklaven macht?

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11 Antworten

Doch. Sie bemerken es ziemlich schnell, wenn sie sich der Realität stellen müssen.

Nehmen wir einmal mulano. Dieser Herr ist in keinster Weise im Internet referenziert. Nicht, dass ich ihm nachstellen würde, aber: Im Schutze der Anonymität lässt sich so mancher Unsinn posten und auch Leute beleidigen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Er hat keinen Grund seine Position zu ändern, weil ihn keiner kennt und er damit anderen den direkten Zugriff auf sich verwährt.

Ähnlich gelagert, aber durch die Gemeinschaft erzwungen, passiert dies zum Beispiel bei den Zeugen Jehovas. Diese Gemeinschaft schottet ihre Mitglieder von der Außenwelt ab. Es wird nur der Umgang mit Gleichgesinnten erlaubt. Diese Isolation führt zum einen zu einer sozialen Abhängigkeit zur Gemeinschaft, aber auch zu einem absolut verzerrtem Weltbild.

Isolation ist ein großes Problem. Denn man muss sich nicht unbedingt isoliert fühlen. Denn letzendlich hat man ja womöglich Menschen um einen herum, die genauso denken. Man merkt also ersteinmal nicht, dass man so einem Problem unterliegt und sieht dementsprechend auch keinen Handlungsbedarf. VIel schlimmer noch: Durch die Indoktrination wird diese Isolation auch noch gegen Eindringlinge verteidigt. Schließlich würden diese das "vollständig verstandene Weltbild" nur kaputt machen wollen.

Leider gibt es auch Menschen, die innerhalb der Realität zum Beispiel als Führungsperson agieren. Ich empfehle JEDEM, der bei solchen Menschen auch nur den Hauch von religiöse Indoktrination verspürt, sofort das Weite zu suchen. Solche Personen sind ein garant dafür, dass man nach ein paar Jahren reif für die Klappse ist. Sie reagieren nicht nur grundsätzlich unangenehm auf Kritik, sondern sind von ihrer Position aus in der Lage, einem das Leben zur Qual zu machen. Macht, die eigenen Gedanken durchzusetzen, wird konsequent eingesetzt.

Also: Entweder man publiziert Unsinn anonym, oder man ist Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten oder man hat aufgrund seiner Position im Leben keine großen Widerworte zu erwarten. Dass sind die Gründe dafür, dass man sich nicht der Realität stellen muss und damit die Einengung effektiv nicht fühlt. In dem einen Fall können mir die anderen den Buckel runterrutschen, im zweiten Fall ist alles gut, weil alle eh so denken wie ich und im dritten Fall "designe" ich halt mein Umfeld so, wie ich es mir wünsche, und Störenfriede werden klein gehalten oder eliminiert.

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Toastybeef 04.10.2017, 20:15

Manchmal denke ich, es gibt wieder etwas mehr Hoffnung für die Menschheit, wenn ich Antworten wie diese lese.

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Der Glaube an Jesus Christus ist für mich und für jeden Christen kein Grund, um nicht neugierig zu sein und Dinge verstehen zu wollen.

Allerdings gibt es Grenzen. Ich muss zum Beispiel NICHT wissen, wie es in einem Bordell zugeht oder wie es ist, besoffen zu sein oder Drogen zu nehmen. 

 "Nicht die Sichtbare, vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche; sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre. Da es aber Geist an sich nicht geben kann und jeder Geist einem Wesen zugehört, so müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selbst sein können, sondern geschaffen worden sein müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer so zu nennen, wie ihn alle alten Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott. Zwischen Religion und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch. Sie schließen sich nicht aus, wie manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Wohl den unmittelbarsten Beweis für die Verträglichkeit von Religion und Naturwissenschaft auch bei gründlich-kritischer Betrachtung bildet die historische Tatsache, daß gerade die größten Naturforscher aller Zeiten, Männer wie Kepler, Newton, Leibniz von tiefer Religiosität durchdrungen waren."  

Max Planck (1858 - 1947), Nobelpreisträger für Physik und Begründer der Quantentheorie

"... den größten Respekt und die größte Bewunderung für alle Ingenieure, besonders für den größten unter ihnen: GOTT!" Thomas Edison (1847-1931), amerikanischer Erfinder, über 2000 Patente

"Die gelegentlich gehörte Meinung, daß wir im Zeitalter der Weltraumfahrt so viel über die Natur wissen, daß wir es nicht mehr nötig haben, an Gott zu glauben, ist durch nichts zu rechtfertigen. Nur ein erneuter Glaube an Gott kann die Wandlung herbeiführen, die unsere Welt vor der Katastrophe retten könnte. Wissenschaft und Religion sind dabei Geschwister, keine Gegensätze!" Wernher von Braun (1912-1977) deutsch-amerikan. Physiker und Raketeningenieur

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Der Mesch ist biologisch darauf ausgelegt, neugierig zu sein und Dinge verstehen zu wollen.

Welche Dinge meinst Du? 

Man kann sich auch als gläubiger Mensch mit Naturwissenschaften  beschäftigen. Glaube und Wissenschaft müssen sich nicht immer
widersprechen. So hat zum Beispiel Mendel, ein katholischer Mönch, wichtige
Entdeckungen bei der Genetik gemacht. Der Mensch, der die Urknalltheorie
aufgestellt hat, war katholischer Priester. Auch gibt es die Meinung, dass für den Urknall ein Eingreifen von Gott nötig ist.

Laut der katholischen Kirche ist die Evolutionstheorie mit dem Glauben vereinbar.

Wenn mich etwas interessiert, dann versuche ich es in der Regel auch zu verstehen. Mein Glaube steht mir da nicht im Weg.

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"Der Mesch ist biologisch darauf ausgelegt, neugierig zu sein und Dinge verstehen zu wollen."

Und inwiefern verträgt sich das nicht mit dem Konzept des Glaubens? Oder anders gesagt, was verstehst du unter "Glauben"? Warum kannst du dir nicht vorstellen zu "glauben"?

Für mich ist Glauben gleichbedeutend mit Vertrauen in Gott, und damit, eine Beziehung zu ihm zu haben. Das engt weder ein noch wird mir etwas diktiert und ein geistiger Sklave bin ich ebensowenig. Im Gegenteil, ich bin freier als vorher, da ich weniger davon abhängig bin was andere über mich denken. Gott liebt mich bedinungslos, das genügt.

Alle Menschen haben eine Weltanschauung, befinden sich in einem System oft ohne sich dessen bewusst zu sein. Jeder Mensch hat seine Wertvorstellung, die er sich aber oft zurechtbiegt wie es ihm so passt.

Das ist bei mir nicht so - meine Maßstäbe richten sich nach Gott, zumindest versuche ich es, und es ist nicht einengend. Es funktioniert, weil es von Gott kommt, nicht von Menschen gemacht ist.

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Es kommt auf die Sichtweise des Betrachters an.

Wer realisiert, dass Satan eine reale und gefährliche Geistperson ist, wird sich vor ihm schützen wollen:

„Bleibt besonnen, seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht [jemand] zu verschlingen.“ (1. Pe. 5:8)

Wie schützt man sich vor ihm?:

„Legt die vollständige Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Machenschaften des Teufels standhalten könnt;“ (Eph. 6:11)

Für den, der das ernst nimmt, ist die „Waffenrüstung Gottes“ keine Einengung, sondern ein Schutz. 

Wer sich aber wie in einem Käfig gefangen fühlt, der darf seinen Schutzbereich verlassen — aber Vorsicht: das Mietzekätzchen wartet ...

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Nein, habe ich nicht bemerkt. Wenn es so wäre, hätte ich meinen Glauben nicht bewusst so gewählt. Ich bin ja da nicht reingeboren. Und wenn ich erst mit der Zeit festgestellt hätte, wäre ich sicher nicht dabei geblieben.
Ja, manchmal können Regeln und Beschränkungen auch anstrengend sein, ohne Frage, aber das Paradies gibt es nun mal nicht umsonst. Alles hat seinen Preis. Das Leben ist kurz und man kann auch mal etwas aushalten, wenn man den Lohn für eine Sache kennt. Lieber eine kurze Zeit etwas entbehren, als für alle Ewigkeit in der Hölle leiden.

Außerdem gibt es bestimmte Dinge, die einen durch die Religion viel freier machen. Bestimmte gesellschaftliche Zwänge fallen weg und man ist nicht mehr so sehr fixiert auf die Meinungen der Leute.
Religion lehrt einen viele Dinge. Man wird sehr geduldig. Man denkt größtenteils nur noch positiv. Man ist gelassen und zufrieden. Man geht besser mit Menschen um. Man sieht Schicksalsschläge mit anderen Augen und kann viel besser damit umgehen. Man gewinnt jeder Situation etwas positives ab. Religion stärkt das Selbstbewusstsein sein. Man lebt bewusster.

Wir sind Gottes Sklaven, ja, aber das ist unsäglich viele Male besser, als Sklave eines Menschen zu sein oder Sklave der eigenen Gelüste. Wie will das aber jemand verstehen, der nichts darüber weiß....

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SlowPhil 04.10.2017, 21:35

Lieber eine kurze Zeit etwas entbehren, als für alle Ewigkeit in der Hölle leiden.

Ob christlich oder muslimisch, Höllentheologie ist eigentlich Gotteslästerung. Es unterstellt Gott, so ähnlich wie Stalin zu sein. Natürlich ist es angenehmer, an Stalins Tischen zu sitzen als in seinen Lagern.

Die Begründung mit der Hölle wiederum ist wenig vertrauenserweckend. Wenn Dir jemand ein Auto verkaufen will und sagt, Du musst es kaufen, und wenn nicht, werden Dir später sämtliche Knochen gebrochen - würdest Du dann annehmen, dass Du Qualität kaufst?

Ich glaube kaum.

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OhNobody 05.10.2017, 08:09
@SlowPhil

Zudem kommt die Qualhölle in der Bibel überhaupt nicht vor — im Koran schon.

Die Höllenlehre ist unbiblisch und entehrt Gott.

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mein Glaube schränkt mich nicht ein und als Sklave fühle ich mich nicht .Wie kommst Du darauf`?

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Toastybeef 04.10.2017, 22:13

Natürlich weiß ich nicht wie sehr du an Gott glaubst, wie du erzogen wurdest und wie nachdrücklich du dies auslebst. Es folgen deshalb lediglich Annahmen, da ich deine Frage sonst nicht beantworten kann.

- Dir wird vorgeschrieben, dass du zu beten hast.

- Dir wird vorgeschrieben in die Kirche zu gehen.

- Dir wird vorgeschrieben wie du über das Entstehen des Lebens nachdenken sollst und wie du deine Kinder erziehen sollst.

- Dir wird vorgeschrieben an eine nicht beweisbare Macht zu glauben, ohne Indizien, ohne Zweifel, mit absolutem Gehorsam dieser Macht gegenüber.

Das waren jetzt lediglich einige wenige Punkte...

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Sternfunzel 04.10.2017, 22:17
@Toastybeef

Du kannst mal über meine Beiträge lesen und Dir selbst ein Bild über mich machen :-) lieben Gruß 

ich gehe nicht in die Kirche.  

lieben Gruß

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Mal eine indiskrete Frage: welchen merkwürdigen "Glauben" hattest du in der Familie, so daß du so verquere, kruse Ansichten über Glauben hast? 

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Toastybeef 04.10.2017, 20:10

Mein familiärer "Glaube", war die Freiheit die mir meine Eltern zugestanden haben. Ich konnte in die Kirche musste aber nicht, sie haben mir außerdem nicht ihre vorgefertigte Meinung über Religionen ins Gehirn gezwängt.

Als ich älter wurde, und erfahren habe wie die Welt funktioniert, habe ich verstanden, dass das ein Glück war wie es nicht jeder erfahren kann - wie man es hier so oft sieht.

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Menschen, die sich von ihrem Glauben einengen lassen, sind meistens zu dumm, um zu kapieren, dass ihr kranker Glaube sie einengt.

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Der eigene Glaube wird uns nur dann zur Zwangsjacke, wenn wir nicht bereit sind, uns immer wieder zu fragen, ob wir seine Kernaussagen nicht in allzu naiver Weise interpretieren und verstehen.

Lies auch https://www.gutefrage.net/frage/kathol-kirche#answer-261105827 .


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grtgrt 04.10.2017, 20:39

Wenn uns was zu geistigen Sklaven macht, dann ist das am ehesten der naive Glaube, schon zu wissen, wie sich das mit Gott verhält - in welcher Richtung auch immer: als naiv Gläubiger oder als naiv Ungläubiger.

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grtgrt 04.10.2017, 21:02
@grtgrt

Glaube (ebenso wie entschiedener Unglaube) ist etwas, das sich dieser oder jener Ereignisse in unserem Leben wegen bildet. Wir sollten nicht glauben, damit die Wirklichkeit zu kennen - unsere Aufgabe kann nur sein, ständig zu fragen und zu hinterfragen. Eben das scheint der Zweck unseres Lebens zu sein. Der Weg hin zur Wahrheit ist ein unendlich weiter ... 

Nur wenn wir glauben, schon angekommen zu sein (d.h. die letzte Wahrheit zu kennen), wird aus diesem Weg eine Sackgasse.

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Für viele ist er befreiend, weil er Lösungen bietet, wo Nichtgläubige Probleme sehen.

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