Belichtungszeit, Verschlusszeit und was macht die Blende?

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4 Antworten

Hallo,

Belichtungszeit und die Verschlusszeit sind das selbe. Belichtet wird solange der Verschluss (Shutter) der Kamera offen ist.

Bewegt sich ein Motiv schnell will man eine schnelle Belichtungszeit wählen, da es sonst durch die Bewegung unscharf wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bewegungsunsch%C3%A4rfe

Nun kann man sich die Zeit die es braucht um ein Foto zu machen nicht willkürlich aussuchen. Zu lange belichtet wird das Bild zu hell, zu kurz wird es zu dunkel.

Mit der Blende kann man den Lichteinfall regulieren. Sie ist wie der Trichter, von dem du gehört hast. Ist die Blende offen kann viel Licht durch sie hindurch an den Film oder Sensor gelangen. Ist die Blende geschlossen bleibt nur noch ein kleines Loch durch das weniger Licht gelangt.

Die Blende hat aber noch einen anderen Einfluss. Ist sie offen wird alles was vom Objektiv nicht scharfgestellt wurde Unscharf. Das ist ein beliebter Effekt, um z.B. bei Portraits das Subjekt vom Hintergrund zu trennen.

Wird die Blende weiter geschlossen vorgrößert sich der Bereich in dem Objekte im Bild scharf erscheinen.

Würde man die Blende immer weiter schließen, hätte man am Ende eine Lochkamera. Bei einer Lochkamera ist es egal wie weit oder nah ein Objekt entfernt ist, es ist immer alles gleich scharf.

Iso bezeichnet die Empfindlichkeit des Sensors oder des Films. Ein höherer ISO Wert benötigt weniger Zeit um genügend Licht für eine optimale Aufnahme zu sammeln.

Allerdings bemerkt man bei einer höheren Empfindlichkeit des Sensors ein Rauschen bzw ein Filmkorn bei Filmen.

Das beste Bild würde theoretisch mit einer sehr niedrigen Empfindlichkeit gelingen.

In der Photographie ist es immer so; Für eine Verbesserung auf der einen Seite nimmt man eine Verschlechterung auf der anderen Seite in kauf.

Falls dein Englisch es zulässt lann ich dir Ted Forbes mit seinem YouTube-Kanal "The Art of Photography" empfehlen.

Das war das, was ich brauchte! Super erklärt, danke

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Auf Laienniveau:

Du kannst mit allen drei Faktoren - Blende, Verschlusszeit, ISO - die Bildhelligkeit beeinflussen. Bei Bildern ohne bewegte Motive wäre dies über die Verschlusszeit mittels Stativ meist am sinnvollsten.

 ISO hoch: Bild wird heller, aber auch "körniger". ISO runter: Bild wird dunkler bei besserer Bidlqualität. Je höher die ISO, desto heller das Bild, desto schlechter die Bildqualität. Mache mal im dunklen Flur ein Bild mit höchster ISO, dann siehst du, was mit der BQ passiert.

Blende: Beeinflusst neben der Bildhelligkeit vor allem die Schärfeebene. 

Blende weitgehend geschlossen: Das ganze Bild wird scharf. Dies macht dann vor allem in hellen Setting (Sommer, draußen) bei Landschaftsaufnahmen etc. Sinn. 

Blende weitgehend offen, besonders bei Objektiven mit großer Blende = kleiner Blendenzahl (f 2,8 bis f 1,8 oder f 1,2 - wobei letztere meist schon recht teuer sind): Das Bild wird nur im fokussierten Bereich scharf, der Rest ist "verschwommen". Die Art, wie das Verschwommene aussieht, nennt man Bokeh (vergleich mal die Bilder z.B. bei amazon oder in Flickr-Gruppen für diese Objektive von Nikon 50/1,8 mit eher cremigem Bokeh und Nikon 35/1,8 mit "Ostereierbokeh" - da sieht man im unfokussierten Bereich viele Kreise, die man auch als Gestaltungsmittel nehmen kann).

Diese Möglichkeit nutzt man nun meistens nicht, um das Bild heller zu bekommen, sondern gezielt, wenn man nicht alles im Bild scharf haben möchte, weil ein Motiv hervorgehoben werden soll. Man kennt das von Makros oder auch manchen Stillleben oder Portraitfotos (Kopf scharf, Hintergrund unscharf).

Regel:

ISO so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig.

Verschlusszeit beim aus der Hand-Fotografieren so kurz wie möglich, so lang wie nötig. 

Verschlusszeit vom Stativ aus: Gerne länger, so lang wie nötig, damit das Bild hell und die Bereiche, die scharf werden sollen, scharf sind. Z.B. lange Verschlusszeit abends oder mit ND-Filter ergibt "verwischtes Wasser". Lange Verschlusszeit auf belebter Straße ergibt verwischte Menschen oder gar keine Menschen mehr, wenn die Verschlusszeit lang genug war. Lange Verschlusszeit bei spielenden Kindern oder Portraits ergibt verwischte Gesichter/ Kinder, was man in dem Fall natürlich nicht erreichen möchte!

Blende: Offen oder geschlossen je nachdem, was scharf werden soll, so offen wie nötig (für Helligkeit im Extrem), so geschlossen wie möglich (um z.B. noch die gewünschten Bildteile scharfgestellt zu bekommen).

Technische Hintergründe kann ich aber nicht liefern....

Die Technik interessiert mich nicht ^^, ich will nur Fotos machen, danke! 

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Es wurde schon viel geschrieben, ich für noch ein Video auf Englisch hinzu, das ich für Anfänger sehr nützlich finde: 

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