Beleidigungen statt Fakten und Sachlichkeit. Warum ist das so? Was denkt ihr?

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12 Antworten

Weil v. a. in der Politik rationale Argumente und so etwas Abstraktes wie ein Parteiprogramm wenig bis gar nichts gelten. Ich meine ernsthaft, liest sich das irgendwer durch? Nein.

Man gewinnt Wahlkämpfe, wenn man die Gefühle und Stimmungen der Wähler anspricht. Emotion ist die höchste Instanz, wenn es ums Häkchen in der Wahlkabine geht. 

Und natürlich bei jedem anderen Streit auch. Ich gewinne einen Streit nicht, indem ich die besseren Argumente habe. Der, der sich von den Vorwürfen oder Beleidigungen des anderen tatsächlich beleidigt fühlt, hat schon verloren.

PS: Das ist auch der Grund, warum Hilary vielleicht von Trump überrannt werden wird.


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Gerade bei den genannten Themen sind die Streitparteien meistens jeweils felsenfest von sich und ihrer Ansicht überzeugt. Da kommt es schnell vor, dass auch differenzierte Meinungen, die aber um eine Nuance (vermeintlich) in die jeweils "falsche" Richtung tendieren, mit plumpen Beleidigungen bedacht werden.

Kurzum: Mangelnde Reflexion und die Weigerung, sich auch nur eine halbe Minute mit den Argumenten von anderen zu beschäftigen, sind meiner Meinung nach Gründe dafür.

Dazu kommt natürlich auch die Anonymität im Netz, die so manche Hemmschwelle verdrängt.

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Kommentar von Deponensvogel
26.05.2016, 13:09

Das mit der Anonymität ist nicht einmal so ein großer Faktor. Auf Facebook fetzen sich die Leute genauso. 

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Wenn man keine Argumente hat oder nur sehr wackelige wird eine Beleidigung als Nachdruck draufgelegt. Dazu kommt, dass auch Sozialisierung, Erziehung, Bildung etc.eine Rolle spielen. Man kann sich aber dennoch ein gewisses Bild verschaffen ohne Lehrbücher auswendig zu lernen, das geht nach einen gewissen Lebensgefühl. Ich kann es schon nachvollziehen, dass die Gemüter hochkochen wenn menschenverachtende Lebenspilosophien auf den Teller gelegt werden die den demokratischen Durchschnittsmenschen im Jahr 2016 zum fremdschämen zwingen. Auch wenn ich zb. hier lese "mit politisch radikalen egal ob rechts oder links kann man nicht diskutieren", das sehe ich zb. nicht so. Es gibt immer solche und solche, sehr junge Menschen die sich selbst noch nicht gefunden haben, Mitläufer und Menschen die ihren ethischen Richtlinien folgen, man identifiziert sich damit.

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Weil man sich bei bestimmten Themen sehr schnell in Rage schreiben kann. Und aufgrund der angenommenen Anonymität rutschen da einem da dann recht schnell Beleidigungen raus. Ich selber bin z.B. ziemlich jähzornig und muss mich auch oft zusammen reißen dass mir nichts raus rutscht. Hat nichts damit zu tun dass ich nicht argumentieren kann, sondern ist einfach so ein Impuls den man nicht immer kontrollieren kann. Temperamentlehre lässt grüßen ... 

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Das ist eine gute Frage, meistens sind ja sogar genug Argumente vorhanden, um ganz normal zu diskutieren. Meine Vermutung ist 1.Die Menschen die sofort beleidigen, haben kaum Charakter und Sachen in Leben, über die sie sich identifizieren können, weshalb sie ihre Meinung zum Charakter machen. Wenn sie nun jemanden sehen, der ihre Meinung anzweifelt, fühlen sie sich persönlich angegriffen. Und die 2. Vermutung : Das typische aufspielen und überlegen spielen. Wenn du auf einen Schulhof gehst wirst du zwischen 2 "Feinden" selten Argumente hören sondern nur Beleidigungen. Das spricht die Menge mehr an und zeigt oft die Überlegenheit von einen der beiden Kontrahenten. Das manche, das noch als Erwachsene in einer politischen Diskussion tun, lässt auf wenig Intelligenz schließen. 

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Kommentar von Kreuzzzfeuer
25.05.2016, 23:39

Beleidigungen drücken ein Empfinden und Ehrlichkeit aus. unter anderem.

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Wo Argumente fehlen, wird's persönlich.
Zuschlagen kann man ja im Internet nicht - also was bleibt dann übrig?

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Ich denke das liegt unteranderem weil man im Internet anonym ist. Menschen die draußen angst davor haben eine andere Meinung als du zu haben, fühlen sich hier im internet sicher. Was nur zeigt das sie sehr feige sind.

Ich würd mir wünschen das auch in Schulen ein korrekter Umgang und korrektes verhalten bezüglich sozialer Medien lernen.

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Als ich jemand ganz sachlich (in GF!) darauf hinweisen wollte, dass das was er/sie schrieb total falsch war durch einen Link mit dem betreffenden Gesetzestext, hieß es in etwa: 

Ich sei ein naiver Gutmensch und wohl noch zu jung, um die Zusammenhänge zu kapieren!

Die "Keule Gutmensch" kommt immer dann, wenn die Argumente ausgegangen sind oder die "tollen" Argumente sachlich widerlegt wurden.

Im Übrigens bin ich so "jung", dass ich schon einen Enkel habe.

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Kommentar von OlliBjoern
26.05.2016, 00:32

Ich kenne das so ähnlich auch. In der Diskussion um die Causa Böhmermann hatte mir mal einer geschrieben (sinngemäß): rein formal habe ich zwar recht, aber das sei irgendwie dennoch irrelevant (und da habe ich gemerkt, wie dann wieder die Emotionen überhand genommen hatten). Der Begriff (Gutmensch) fiel zwar nicht, aber formales Recht wird nicht mehr per se akzeptiert. Wenn man unzufrieden ist, wird die Emotion (z.B. gegen Erdogan) höher als das Recht angesehen.

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Wenn jemand merkt, dass er mit seinen Argumenten nicht weiterkommt (sei es, weil der andere die eigenen Argumente entkräftet oder der andere einfach zu doof ist um es zu verstehen) dann fällt es vielen Leuten aufgrund der Immunität im Internet leicht, mit verbalen Ausdrücken sinnfrei um sich zu werfen.

LG

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Jeder Mensch hat seine Art, jedoch ist es der Fall das man mit Politisch radikalen ob Rechts oder links nicht diskutieren kann.

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Es ist doch einfacher, den anderen als Gruppe anstatt eines Individuums zu betrachten, oder? Vorurteile sind acuh sehr hilfreich, wie ich hörte. Aber pass auf, die Polen klauen dir noch deine Meinung ;)

#meinegeistigenundmoralischenmechanismensindmysteriösundkomplex

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Die Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen.

Es ist einfach der Frust und die letzte Option die gezogen wird.

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