Bekommt mein Ex den Hund?

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4 Antworten

Das wichtigste zuerst. Der Hund gehört nach BGB § 516 Abs 1 dir.
Dies als Diskussionsgrundlage. Nachfolgend noch rechtliche Erläuterungen, welche bei einem verfahren entsprechend zum Zuge kämen. Aber zum Wohle des Hundes, von Dir und von deinem Ex-Freund hoffe ich nicht, dass es soweit kommt.
Der Hund ist vor dem Gesetz eine Sache. Sachen kann man Schenken. Eine Schenkung ist eine Zuwendung, durch die jemand aus seinem eigenen Vermögen einen anderen bereichert und sich beide darüber einig sind, dass diese Zuwendung unentgeldlich erfolgt.
Bei einer Schenkung entsteht ein Schenkungsvertrag. Bei einem Schenkungsversprechen ist die Schenkung nur rechtsgültig, wenn das Versprechen notariell beglaubigt wurde. Wenn die Schenkung allerdings erfolgt, wird die Beglaubigung hinfällig und der mündliche Schenkvertrag ist rechtsgültig. Eine Schenkung ohne Ankündgung (sogenannt handschenkung, vgl z.B. Weihnachtsgeschenke) ist ohne Vereinbarung rechtsgültig. Bei der HAndschenkung ist nur die Einigkeit darüber, dass die Schenkung ohne Gegenleistung erfolgt, notwendig.
Wenn die Schenkung unter einer Auflage gemacht wurde( z.B. wenn du noch zwei jahre mit mir zusammen bist, schenke ich Dir diesen Hund) kann der Schenker zwar die Vollziehung dieser Auflage verlangen, nicht jedoch die Schenkung rückgängig gemacht werden.
Die Schenkung kann nur rückgängig gemacht werden bei Verarmung oder Insolvenz der Schenkers, einer groben Undankbarkeit (rechtlich inkorrektes Verhalten gegenüber dem Schenker. Eine beendete Beziehung ist keine Grobe undankbarkeit) oder bei einer Scheidung.
Der wohl grösste Knackpunkt aus rechtlicher Sicht, ist der mündliche Vertrag. Dort sind Aufzeichnungen aus Whatsapp-Chats, Mails oder Zeugenaussagen hilfreich.
Aber ich wiederhole, lass es nicht so weit kommen.
Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel werfen.

Mein Freund hat mir vor 2 Monaten einen Mops geschenkt.

Was zu beweisen wäre. Denn nur, wenn ihr euch beide einig gewesen sein solltet oder durch Zeugen beweislich wäre, das dies ein Geschenk war, scheitert seinen Forderung nach "Herausgabe des Zugewendeten nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung", § 516 II BGB.

Derzeit hat dein Freund die besseren Karten wenn er behauptet, dir mit einem Gefährten eine Freude gemacht haben zu wollen, es aber eurer Hund ist: Eigentümer einer Sache ist der, der dies durch Kaufvertrag belegen kann - wer die Impfungen und Steuern bezahlt oder sich mehr kümmert, belegt dies gerade nicht :-(

Es ist ja auch nicht stärker deine als seine Wohnung, weil du sie einrichtest, putzt oder einen Kaution dafür hinterlegt hast, wenn er im Vertrag steht :-O

G imager761

Ein Hund ist nach deutschem Recht eine Sache. Er hat ihn dir geschenkt und geschenkt ist geschenkt. Er hat kein Recht, ein Geschenk zurück zu fordern. Ich denke, du wirst genügend Zeugen dafür haben, dass er ihn dir geschenkt hat.... Er hat also keine Chance.... Lass dich nicht verunsichern.

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