Bekommt man Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld wenn man die Firma im Oktober verlassen hat?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das ist tariflich etwas unterschiedlich geregelt, Urlaubsgeld kriegen manche ja, wenn sie Urlaub nehmen, andere wiederum in einem bestimmten Monat (meist im Mai). Da müsste man im Arbeitsvertrag mal nachsehen, wie lange die Dienstzugehörigkeit danach noch sein muss. 

Beim Weihnachtsgeld ist es meist so, dass man mindestens noch bis Ende Dezember im Betrieb bleiben muss (bei Entlassung oder Rente). Wer selbst kündigt und geht, der muss sogar oft bis März folgenden Jahres geblieben sein. Bei dir dürfte es also wohl keines mehr geben, da du ja schon früher ausgeschieden bist. Anders ist es z.b. wenn man krank ist oder in Erziehungsurlaub, da ist man noch Mitglied des Betriebes und ggf. anteiliges Geld steht einem zu.  

Ich habe war mal im öffentlichen Dienst befristet beschäftigt bis Ende Dezember und bekam Weihnachtsgeld. Dann wurde mein Vertrag um 3 Monate verlängert bis März, ich schied aber zum 1. Februar aus, weil ich eine feste Stelle woanders bekam, es wurde ein Aufhebungsvertrag gemacht. Das Weihnachtsgeld musste ich dann aber zurückzahlen. Mir wurde erklärt, ich hätte es behalten können, wenn ich Ende Dezember ausgeschieden wäre und nicht verlängert hätte, denn dann wäre mein Vertrag ja ausgelaufen (ich hatte ja nicht gekündigt) oder aber, wenn ich bis März geblieben wäre. Aber da ich Ende Januar freiwillig ging, aber bis März hätte bleiben können, musste ich es zurück zahlen.

Urlaubsgeld (zusätzliche Zahlung zum Gehalt/Lohn) bekommt man üblich nur, wenn man den Urlaub (Erholungszeit) auch nimmt. Ausbezahlter Urlaub ist kein Urlaubnehmen, wenn die Leistung im Arbeitsvertrag nur unter dieser Voraussetzung gezahlt wird.

Weihnachtsgeld oder andere Sonderzahlungen (Boni) gibt es nach Gewohnheitsrecht, wenn bis dahin mindestens 3 Jahre hintereinander regelmäßig für alle Arbeitnehmer des Betriebes gezahlt wurde, eine Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag besteht und alle Voraussetzungen des persönlichen Arbeitsvertrages (Länge des bestehenden Arbeitsvertrages zwischen 3, 6, 12 Monate) und diese  persönlichen und übergeordneten Verträge erfüllt sind.

Weihnachtsgeld und evtl. weitere Sonderzahlungen werden zu den bisher üblichen Terminen gezahlt (wenn der Arbeitgeber nicht vorher anderes mitgeteilt hat), auch wenn man als Rentner ausscheidet. In deinem Fall anteilig für 10 Monate.

Anderes mag bei Beendung des Arbeitsvertrages aus anderen Gründen vorliegen. Z. B. Rückforderung überzahlter Weihnachtsgratifikation.

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Urlaubsgeld (zusätzliche Zahlung zum Gehalt/Lohn) bekommt man üblich nur, wenn man den Urlaub (Erholungszeit) auch nimmt. Ausbezahlter Urlaub ist kein Urlaubnehmen, wenn die Leistung im Arbeitsvertrag nur unter dieser Voraussetzung gezahlt wird.

Das gilt aber nur dann, wenn das vertraglich auch so vereinbart ist.

Ohne vertragliche Einschränkung muss Urlaubsgeld gezahlt werden.

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