Bekommt man beim Kirchenaustritt was heimgeschickt? Soll meine Mutter nicht mitbekommen.

22 Antworten

Bei mir kam damals keine Post, nachdem ich mich beim Amtsgericht aus der Kirche habe austragen lassen. Den Pfarrer braucht das gar nicht zu interessieren, da man sich sowieso nicht beim Pfarrer aus der Kirche austragen lässt, sondern erst einmal beim Rathaus oder Amtsgericht nachfragt, wo man dies machen kann, und die schicken, meines Wissens nach, keine Post deshalb nach Hause. Wenn Du irgendwann eine Lohnsteuerkarte bekommst, steht dann aber drauf, dass Du dann (zumindest dem Gesetz nach, sofern Du Dich nicht einer anderen, steuerrechtlich relevanten Religion anschließen willst) konfessionslos bist.

Bei uns ist es das Amtsgericht - und eine Steuerkarte gibt es schon seit 2 Jahren nicht mehr "

0
@quinti

Bei mir war es auch beim Amtsgericht. Was die Lohnsteuerkarte angeht, so habe ich für einen Kumpel neulich eine Kopie machen sollen. Ich habe dabei aber nicht auf das Jahr geschaut. Die ist auch schon älter.

0

Du darfst zu deinem Glauben stehen (auch vor deinen Eltern) und entsprechend dann auch die Kirche verlassen, wenn du denkst und erkannt hast, daß du woanders besser aufgehoben bist und dich wohler fühlst. Ich bin damals auch aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Da habe ich nur einen Zettel mit einem Stempel erhalten und das war es. Es gibt Baptistengemeinden, Brüdergemeinden, Freie evangelische Gemeinden (FeG) und einfach auch Freikirchen die sich "Christliche Gemeinde" nennen. Die sind sich im Grunde biblisch einig, haben aber mitunter andere Prioritäten und manches ist unterschiedlich organisiert. Aber es ist persönlicher und familiärer als in der Kirche. Wichtig ist der Glaube an das Evangelium von Jesus Christus - nicht der Kirchenglaube! Alles Gute.

Mit 14 Jahren ist man in Deutschland religionsmündig, d.h. Du entscheidest selbst und allein über einen Kirchenaustritt oder Übertritt in eine andere Religionsgemeinschaft. Den Austritt hast Du persönlich unter Vorlage von amtlichen Ausweisen auf dem Standesamt der Kommune zu erklären. Eine schriftliche Mitteilung an die Eltern gibt es nicht.

Hallo Vanessa,

auch wenn du meinst 'cool' zu sein, ist so ein Konfessionswechsel schon einige Überlegung wert. Ich möchte gleich vorweg betonen, dass ich auch einer Freikirche angehöre und dir deshalb authentisch berichten kann, WAS es bedeutet dort Mitglied zu sein.

Eine Freikirche besteht mal grundsätzlich aus unvollkommenen Menschen, die ihren Glauben ernst nehmen. Dieses Ernstnehmen des Glaubens, der leider bei vielen Taufscheinmitgliedern der evangelischen Landeskirche fehlt, bedeutet aber einiges. Wenn ich mal von meiner Gemeinde schreibe, dann kann prinzipiell jeder zum Gottesdienst kommen, so lange er sich wie ein normaler Mitteleuropäer verhält, egal ob die Mutter etwas weiß oder nicht. Wenn du aber Mitglied werden willst, dann geht das nicht mehr.

Ich verstehe nicht ganz, was dein Problem ist, es deiner Mutter zu sagen. Mit 15 hatte ich persönlich ganz anderen Krach mit meinem Vater. Deine Mutter ist wahrscheinlich nicht doof und kommt sowieso drauf, wo du zum Gottesdienst hingehst. Es ist auch eine vertrauensbildende Maßnahme zwischen euch beiden, wenn du ihr einfach deine Entscheidung mitteilst. Wenn du wirklich diesen Weg gehen willst, dann ist gegenseitiges Vertrauen das Wichtigste in eurer Beziehung. Deiner Mutter die Unwahrheit zu sagen, halte ich für ziemlich schlimm. Es zerstört nicht nur deine Beziehung zu ihr sondern auch zu deiner neuen Gemeinde.

Wenn du bekannt gibst, um was für eine Gruppe es sich handelt, dann kann ich dir auch genauer schreiben, was in deinem Verhalten besser ist. Ich bin Admin einer Datenbank, die nach letztem Stand 1940 Weltanschauungen beinhaltet. Es gibt zwar geschätzte 400 000, aber die wichtigsten sind schon enthalten.

Als ich aus der Kirche ausgetreten bin hab ich nichts nach Hause bekommen. Aber du solltest dann auf jeden Fall persönlich beim Standesamt vorbeigehen. Die sind dafür zuständig, glaube ich. Dort kannst du auch sagen, dass du alles (falls es da was Schriftliches gibt) gleich persönlich mitnehmen möchtest.

Das sollte also nicht das große Problem sein.

Die Heimlichkeiten am Sonntag sind schon eher eine Schwierigkeit. Auf Dauer wird dir da nix gescheites einfallen und deine Mutter wird irgendwann auch 1 und 1 zusammenzählen können schätze ich. Aber wenn sie Wert auf die Kirchenzugehörigkeit legt kannst du ihr das vielleicht so erklären. Dass du eben lieber in die Freikirche gehen möchtest (ich bin auch in einer) und dich da wohler fühlst. Vielleicht kann auch deine Halbschwester da helfen beim Erklären? Viele Leute wissen nicht, was eine Freikirche ist und denken dann gleich an Sekte.

Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest :-)

Was möchtest Du wissen?