Bekommt der Täter das Gerichtsurteil auch schriftlich?

7 Antworten

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Da dem Angeklagte (egal ob Täter oder nicht) in der Verhandlung auch das letzte Wort zusteht, wird sein Erscheinen vorausgesetzt, ggf. wird er vorgeführt.

Das schriftliche Urteil ergeht erst Tage bis Wochen später und wird mit der Post zugestellt.

Jeder Prozeßbeteiligte bekommt das Urteil in Schriftform, Prozeßbeteiligter ist selbstverständlich auch der Angeklagte.

Noch was zu irrtümlichen Darstellungen bezüglich der Rechtsmittel. Das schriftliche Urteil bekommt man immer, denn erst dann beginnt die Frist für Rechtsmittel zu laufen. Man kann nicht genen ein Urteil welches man nicht kennt, Rechtsmittel einlegen. Bei einer Berufung geht das eventuell noch einigermaßen, da sie nicht großartig begründet werden muß. Eine Revision ohne vorliegendes Urteil ist unmöglich, wie sollte sie denn auch begründet werden.

Im Ausnahmefall findet eine Verhandlung / Urteilsverkündung auch ohne Anwesenheit des Angeklagten statt. Üblich ist allerdings, dass der Angeklagte anwesend ist.

Das Urteil wird per Post zugesandt, nachdem es rechtskräftig geworden ist. Bei Strafverhandlungen haben nämlich Verteidiger und/oder Staatsanwalt oftmals die Möglichkeit, Revision oder Berufung gegen das Urteil einzulegen. Dazu steht ihnen eine Frist von einer Woche ab Verkündung des Urteils zu.

Das Urteil muss doch nicht rechtskräftig sein. Legt jemand ein Rechtsmittel ein muss das Urteil dennoch schriftlich verfasst werden und dem Angeklagten/Verteidiger zugestellt werden. Bei der Revision wird es zwingend für die Begründung benötigt. Vielleicht meintest das, aber geschrieben hast du es nicht.

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@BSimon91

Hier war in der Frage vom Angeklagten die Rede - und der bekommt das Urteil erst nach Rechtskraft ausgehändigt. Du hast insoweit recht, dass Verteidiger und Staatsanwalt früher Zugriff darauf haben.

Abgesehen davon hört er ja das Urteil - und die Begründung dazu - er kennt es also daher.

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@gri1su

Wenn er keinen Verteidiger hat wird es dem Angeklagten zugestellt und das Urteil muss da auch nicht rechtskräftig sein, da auch ein Angeklagter Rechtsmittel einlegen kann.

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@gri1su

wenn der Betroffene das Urteil erst nach Rechtskraft erhält, könnte ein Betroffener ohne RA nach deiner Aussage kein Rechtsmittel mehr einlegen.

das Urteil wird auch dem Betroffenen zugeschickt. Hat er einen RA KANN es auch diesem zugesandt werden. IdR wird das Urteil sowohl an RA als auch Betroffenen gesendet.

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Das Urteil wird auch ohne Rechtskraft zugestellt. Legt der Angeklagte Rechtsmittel ein, bekommt er ein neues Urteil der nächsten Instanz.

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@archibaldesel

Es ist unerheblich, ob das Urteil in schriftlicher Form vorliegt.

§ 341 STPO
Form und Frist

(1) Die Revision muß bei dem Gericht, dessen Urteil angefochten wird, binnen einer Woche nach Verkündung des Urteils zu Protokoll der Geschäftsstelle oder schriftlich eingelegt werden.

(2) Hat die Verkündung des Urteils nicht in Anwesenheit des Angeklagten stattgefunden, so beginnt für diesen die Frist mit der Zustellung, sofern nicht in den Fällen der §§ 234, 329 Absatz 2, § 387Absatz 1, § 411 Absatz 2 und § 434 Absatz 1 Satz 1 die Verkündung in Anwesenheit des Verteidigers mit nachgewiesener Vertretungsvollmacht stattgefunden hat.



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@gri1su

Für die Einlegung schon. Für die Begründung benötigt man jedoch zwingend ein schriftliches Urteil

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@gri1su

Du unterscheidest nicht sauber zwischen Einlegung und Begründung des Rechtsmittels.

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Schwere Körperverletzung Schöffengericht, Opfer sagt nicht aus?

Anzeige wegen schwere Körperverletzung vorm Schöffengericht.

Täter hat Opfer in Wohnung gelockt und es kam zur Schlägerei mit Stichwaffe. Opfer hat Schnittwunde in der Hand und einige blessuren erlitten.

Opfer kam zur ersten Verhandlung nicht. Aus Angst vorm Täter. Neuer Gerichtstermin ist im November.

Was ist wenn Opfer wieder nicht kommt. Oder Opfer kommt aber verharmlost alles...sagt Unwahrheit um ärger mit Täter zu vermeiden?!

Welche Strafe erwartet Täter? Wenn Opfer nur halbe Wahrheit sagen sollte. ?

Täter ist polizeilich bekannt. Saß mehrfach JVA . wegen Körperverletzung Drogen betrug etc.PP

Derzeit aber keine Bewährung! Täter ist 2015 aus Haft entlassen worden. Er saß bis Endstrafe ab, somit keine Bewährung offen derzeit.

Meint ihr Täter bekommt diesmal nur Bewährung?! Oder doch evtl wieder JVA?

Es laufen gegen Täter noch weitere anzeigen. Aber noch ohne Gericht Termin.

Also, JVA oder Bewährung? Wenn Opfer nicht ALLES vor Gericht sagt?!

Hoffe ja JVA aber in DE weiss man ja nie

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