Bekommen Chefs einer Zeitarbeitsfirma Geld von meinem Lohn?

5 Antworten

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Also aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass nicht die Chefs Geld von deinem Lohn bekommen, aber die Zeitarbeitsfirma natürlich Geld mit deiner verliehenen Arbeitskraft verdient.

Beispiel:

- Du bekommst bekommst Brutto ein Jahresgehalt von 50 k€

- deine Zeitarbeitsfirma verdient etwa 1/3 deines Bruttolohns mit dir: 16,6 k€

- die Firma an die du verliehen wirst zahlt deiner Zeitarbeitsfirma Bruttogehalt + Verleihgebühr + Sozialabgaben (ca . 1/3 deines Bruttogehaltes): 50 k€ + 16,6 k€ + 16,6 k€ = 83,3 k€.

Das mag viel klingen, aber ist immer noch billiger als jemanden festanzustellen, wenn dieser nur Mutterschaftsvertretung ist o.ä.

Bei Ingenieuren geht es dabei um Projektarbeit und ungelogen, 150 k€ p.a. Projektgehaltskosten für Zeitarbeits-Ingenieure, sind keine Seltenheit.

Ich selbst verstehe es bei den Geldern im Ingenieursbereich nicht; denn damit könnte ich auch 2 Ingenieure anstellen.

Zeitarbeitsfirmen stellen Personen an und zahlen diesen Lohn. Ob einen fixen Betrag oder nach Einsatz, das hängt vom Vertrag ab. Auch müssen sie die üblichen Abgaben abführen. Inkl. der sonstigen Aufwände entstehen also Personalkosten in Höhe von X1 für Person 1, X2 für Person 2 und so weiter. Zusätzlich gibt natürlich auch andere, personenunabhängige Kosten, sei es für Versicherungen, das Büro, das Telefon.

Nun verleihen sie ihre Mitarbeiter an andere Firmen und erhalten für das Engagement von Person P1 und P2 einen Betrag Y, und so weiter. Es ist nun ihre unternehmerische Kalkulation, dass sie mit allen Einnahmen aus dem Verleih (und sonstige Geschäfte), all ihre Aufwände decken können, also alle Personalkosten inkl. die der administrativen Stellen und auch die der Geschäftsleitung.

So nein, der "Chef" bekommt keinen Anteil von "Deinem Lohn", aber anteilig etwas von dem zwischen Zeitarbeitsfirma und Kunde ausgehandelten Tagessätze zu der Arbeit, die alle erbringen.

Von deinem Lohn bekommst nur du etwas, aber von deinen erbrachten Leistungen lebt der Arbeitgeber. :-)

Wie hoch die Marge ist, weiß ich nicht.

Aber natürlich verdient die Zeitarbeitsfirma daran, dich zu vermitteln und zur Verfügung zu stellen. Das ist auch völlig in Ordnung.

was ist daran in ordnung bitte?

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@BoomDMT

Was ist daran nicht in Ordnung? Das Unternehmen muss von den Einnahmen für den Mitarbeiter die komplette Verwaltung, Lohnnebenkosten und auch die Aquise für neie Aufträge finanzieren. Wer soll das sonst bezahlen, wenn nicht der Auftraggeber?

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@Xandros0506

das könnte auch das unternehmen machen wo die arbeitskraft tätig ist, so wie sie es mit den anderen angestellten auch macht. das ganze prinzip finde ich nicht in ordnung, an der vermittlung der abreitskraft verdienen, statt selbst arbeiten zu gehen ist schon moralisch bedenklich

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@BoomDMT
an der vermittlung der abreitskraft verdienen, statt selbst arbeiten zu gehen ist schon moralisch bedenklich

die Vermittlung ist in deinen Augen also keine Arbeit? und die Administration? und die Akquise? Das sind genau jene Leistungen, für die ein Kunde bereit ist, zu zahlen. Ich sehe daran nichts unmoralisches

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@BoomDMT

Naja. Der verliehenen Mitarbeiter verursacht ja weiterhin laufende Kosten. Z. B. muss ja jemand die Lohnkostenabrechnung machen, Weiterbildung etc.

Alles Dinge, die der Mieter der Arbeitskraft nicht mehr machen muss, weil das auch die Zeitarbeitsfirma macht. Und für diese Dienstleistung steht es der Zeitarbeitsfirma selbstverständlich zu eine Gegenleistung zu verlangen.

Zudem trägt die Zeitarbeitsfirma ganz andere Risiken als der Mieter der Arbeitskraft. Der Mieter kann die Arbeitskraft je nach Vereinbarung auch kurzfristig abbestellen. Die Zeitarbeitsfirma hat dagegen durchaus feste Verträge mit ihren Leiharbeitern. Für den Mieter ists also schön bequem. Und auch das lässt sich die Zeitarbeitsfirma bezahlen.

Das du das grundlegende Konzept von Leiharbeit nicht magst ist ok. Ändert aber nicht daran, dass es ein anerkanntes Geschäftsmodell ist, dass offenbar für beide Seiten gut funktioniert.

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@kanimambo

die vermittlung ist überflüssig in meinen augen

gleiche arbeit gleiches geld, eine 2 oder sogar 3 klassen gesellschaft auf arbeit möchten die wenigsten

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@Callidus89

ist mir schon klar, für maximal 3 monate wäre es ja auch noch ok wahrscheinlich

nur ist die arbeitskraft ein mensch und keine sache die man vermieten kann

"Das du das grundlegende Konzept von Leiharbeit nicht magst ist ok. Ändert aber nicht daran, dass es ein anerkanntes Geschäftsmodell ist, dass offenbar für beide Seiten gut funktioniert."

ist mir klar nur sind es ja nicht 2 seiten sondern die arbeiter stellen ja auch mindestens eine seite dar und für die funktioniert es nicht so gut.

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@BoomDMT
die vermittlung ist überflüssig in meinen augen
gleiche arbeit gleiches geld, eine 2 oder sogar 3 klassen gesellschaft auf arbeit möchten die wenigsten

tja, da gibt es eben auch zahlreiche andere Augen, und für die ist es das nicht. Für Generalisten-Profile (also keine Spezialisten) können sowohl die Rekrutierungs- aber auch Verwaltungsaufwände ausgelagert werden. Warum soll ein Gastro-Unternehmen für ein einmaliges großes Event selbständig auf die Suche nach Personal begeben und deren Qualifikation prüfen, wenn jemand anderes das übernehmen kann und bereits einen Pool an Personen hat? und wird das Kind einer Servierkraft kurzfristig krank, kümmert sich der Vermittler um Ersatz und der Gastro-Betrieb konzentriert sich aufs eigene Kerngeschäft.

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@kanimambo

ist mir schon klar, für maximal 3 monate wäre es ja auch noch ok wahrscheinlich

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Das kommt drauf an, wie viel deine Arbeit "wert" ist.

Sprich wieviel der Auftraggeber für dich bezahlt.

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