Bekomme keinen urlaub?

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4 Antworten

Zuerst einmal: Das Bundesurlaubsgesetz sieht im § 7 Abs. 2 vor dass Urlaub zusammenhängend zu gewähren ist, es sei denn, dass dringende betriebliche oder in der Person des AN liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein AG dem AN den Urlaub komplett "auf's Auge drücken" darf. Der AG kann bis zu 3/5 des Jahresurlaubs verplanen, muss dies dem AN rechtzeitig (einige Monate im Voraus) mitteilen. Das betrifft z.B. Betriebsferien, Schließung an Brückentagen, Fasching usw.

Was der AG nicht darf: Er darf nicht einseitig den Urlaub des AN festlegen. Nach § 7 Abs. 1  hat der AG die Urlaubswünsche des AN zu berücksichtigen, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer AN, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.

Wenn z.B. Eltern mit schulpflichtigen Kindern während der Schulferien ihren Sommerurlaub bekommen, ist ja vor und nach der Ferienzeit immer noch Platz genug, dass auch Du nicht nur im Winter Urlaub machen kannst.

Prof. Dr. Peter Wedde schreibt zur einseitigen Festlegung des Urlaubszeitpunkts durch den AG im Arbeitsrechtkommentar u.a.:

"Erteilt der AG Urlaub, ohne vorher nach den Urlaubswünschen des AN zu fragen, kann der AN die Annahme der Arbeitsbefreiung verweigern, ohne in Annahmeverzug zu geraten. Er kann einwenden, dass ihm Urlaub zur Unzeit gewährt werden soll. Dabei braucht dem AN kein wichtiger Grund zur Seite stehen. Es ist ausreichend, wenn er auf eine von den Vorstellungen des AG abweichende Urlaubsplanung verweist."

Wenn Du Dich nicht scheust, Dein Recht einzuklagen und auf den Urlaub im Frühjahr/Sommer/Herbst bestehen willst, kannst Du beim Arbeitsgericht eine Leistungsklage auf Gewährung Deines Urlaubs zu einem bestimmten Termin erheben.

Das Arbeitsgericht prüft dann ob Dein Wunsch berechtigt ist und kann die Freistellungserklärung des AG ersetzen.

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Kommentar von Hexle2
09.02.2017, 19:23

Danke fürs Sternchen

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Du hast selbstverständlich deinen Urlaubsanspruch und kannst ihn auch durchsetzen. Wenn das wegen der Personalausstattung nicht funktioniert, muss der Betrieb eben jemand zusätzlich einstellen.

Achtung: der Urlaub aus dem Vorjahr verfällt am 31.3.des Folgejahres.

Wenn du ihn nicht rechtzeitig einforderst, ist er weg

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Kommentar von kleinewanduhr
08.02.2017, 18:16

Genau - wozu gibts Leiharbeiter.

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In erster Linie sollte man sich genau die im Arbeitsvertrag geregelten Richtlinien zum Urlaub ansehen. Sollte sich dein Arbeitgeber hier an diese nicht halten, stellt dies eine Vertragsverletzung dar, welche dir im besten Fall nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) Anspruchsgrundlagen verschafft. 

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Du hast natürlich Anspruch auch im Sommer Urlaub zu bekommen, mußt ja auch nicht 6 Wochen mit einem Male nehmen, 14 Tage stehen Dir auch nicht nur im Winter zu.

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