Bekomme ich Überstunden vergütet wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmeldet?

5 Antworten

Normal sind aber doch Lohnforderungen das erste, das im Falle einer Insolvenz ausgezahlt wird.

Das stimmt so nicht.

Zu Zeiten der alten Konkursordnung gehörten Lohnforderungen noch zu den bevorrechtigten Forderungen - das ist nicht mehr so.

Wenn ein Unternehmen Insolvenz anmeldet, werden die nächsten drei Monatsgehälter als Insolvenzgeld vom Arbeitsamt gezahlt. Das dient einerseits der materiellen Absicherung der Arbeitnehmer, andererseits zur Erhaltung des Betriebs, damit nicht alle sofort abhauen und die Insolvenzmasse "verdunstet".

Alle Forderungen aus der Zeit vor der Insolvenz (auch nicht gezahlte Löhne) sind gleichberechtigt mit anderen Forderungen, so dass darauf bestenfalls eine Quote bezahlt wird.

Ich schreibe, was ich selbst machen würde. Um sich dabei nicht ins Unrecht zu setzen, würde ich mich aber auf jeden Fall vorher von einem Anwalt beraten lassen.

Ich würde fristlos kündigen und die Forderung über die nicht gezahlten Überstunden bei Insolvenzverwalter anmelden.

Natürlich melde ich mich arbeitslos und kümmere mich zügig um einen neuen Job.

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