Bekomme ich Schmerzensgeld nach einem Auffahrunfall und wie/wo beantrage ich es?

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7 Antworten

Schwerzensgeld kannst über eine Privatklage anstrengen - damit ist alles abgegolten - für einzelne Posten gibt´s Geld

fürs Auto gibt´s ne Nutzungsausfallentschädigung - wenn du kein Fahrzeug benötigst - oder ein Leihwagen

Sicherlich habe ich keine große Verletzung aber die Schmerzen sind sehr
nervig und auch die Krankmeldung bedrückt mich,da ich ja meine Kollegen
im Betrieb mehr belaste.

Klar, die Krankmeldung bedrückt dich. Wir sind nicht in den USA, dass diese Aussage zieht ;)

Ich möchte das nicht gerichtlich regeln da es hier sicherlich um einen
so genannten Bagatellfall handelt, trotzdem möchte ich zumindest den
Versuch machen eine kleine Entschädigung zu erhalten

Du wirst ohne Gericht nichts machen können, denn Schmerzensgeld beantragt man nicht, man muss es schon einklagen.

Ich möchte das nicht gerichtlich regeln da es hier sicherlich um einen
so genannten Bagatellfall handelt, trotzdem möchte ich zumindest den
Versuch machen eine kleine Entschädigung zu erhalten

Dann kannst Du lediglich den Unfallversursacher "bitten", Dir Geld zu geben.

Über die Zahlung von Schmerzensgeld wird in einem Zivilprozess entschieden.

Es ist sogar üblich, dass man nach so einem "Schleudertrauma" erst paar Stunden später Schmerzen bekommt.

Wende dich an die Versicherung des Unfallgegner und teilen denen mit, dass es doch zu Schmerzen kam, ein Attest vom Arzt ist dazu sehr hilfreich. Das kann zwar kosten, aber die Versicherung ersetzt es.

Noch ein Tipp: So wie du es schreibst, bist du absolut unschuldig an dem Unfall. Daher kann das Einschalten eines Anwalts durchaus sinnvoll sein, die Kosten des Anwalts muss dann die gegnerische Versicherung zahlen.

Hast Du eine Rechtschutzversicherung? Schmerzensgeld erhältst Du vom Verursacher und so ein Schleudertrauma bemerkt man meistens erst Stunden später und Du solltest bei der Polizei anrufen und dort angeben, dass Du dann doch noch zum Arzt musstest und nun eine Krankschreibung hättest. 

Dann handelt es sich um eine fahrlässige Körperverletzung und wird strafrechtlich verfolgt, auch wenn da nun keine hohen Strafen ausgesprochen werden. 

Als nächstes würde ich mich an die Versicherung des Unfallverursachers wenden, denn z.B. Dein Arbeitgeber hat Anspruch auf den Ersatz der Lohnfortzahlung und sonstige Kosten, die durch den Unfall entstanden sind. Dann kommen noch die Behandlungskosten hinzu, denn Du warst beim Arzt und Du musst nun nicht davon ausgehen, dass in ein paar Tagen Du wieder voll auf dem Damm bist und vielleicht musst Du noch länger Zuhause bleiben. 

Schmerzensgeld ist eine zivilrechtliche Angelegenheit und dafür musst Du Dein Recht geltend machen und natürlich kann man sich auch außergerichtlich einigen und für Deine Verletzung wird es eine Art Listenpreis geben und auch dafür wird die Versicherung Deines Unfallverursachers aufkommen müssen oder zumindest in Vorleistung treten. 

Lasse mal völlig außer Acht, ob der Verursacher Probleme bekommt, denn Du trägst ja keine Schuld und hast den Schaden und der wird versichert sein. Jedoch informiere die Polizei, lasse Dir attestieren, dass Du ein Schädeltrauma hast und wenn Du dem so richtig einen pinnen willst, dann wirst Du recht lange arbeitsunfähig sein, jedoch fände ich das nicht fair, denn Dein Gegner wollte Dich nicht mit Absicht verletzen und Dein Auto schrotten und wahrscheinlich war der selber so geschockt, dass er nicht normal reagiert hat oder der ist immer als Ar  sch  lo ch unterwegs. 

Überlege einfach, was Du für richtig und angemessen halten würdest, wenn Du auf der anderen Seite stehen würdest und einem anderen Verkehrsteilnehmer so mit Schmackes in den Kofferraum geknallt wärest. Behandlungskosten, Lohnfortzahlungserstattung oder sonstige finanzielle Belastungen von Dir oder Dritten ist wohl das Minimum und Du hattest Schmerzen und einige Tage von Deiner Lebenszeit sind nicht toll gewesen und Du leidest. Aus heutiger Sicht nicht weiter tragisch und Du hast und wirst es weiterhin überleben, doch am Ende Deines Lebens hast Du einige Tage nicht unbeschwert oder schmerzfrei leben können und hast Behandlungen und Medikamente benötigt und im Wartezimmer rumgesessen. 

Darum habe kein schlechtes Gewissen, wenn Du Dein gutes Recht einforderst und nehme Dir einen Anwalt, wenn Du mit der Versicherung nicht klar kommst und informiere die Polizei, dass es doch einen Personenschaden gegeben hat.

Ich würde mal bei (d)einem Anwalt die Situation schildern, und den über die Chancen befragen.

Merke, und alle anderen Mitleser auch, gestehe nie deine Schuld ein am Unfallort, ja hast du nicht gemacht, und auf die Frage nach Personenschäden tätige nie die Aussage, dass es dir gut geht.

Ob du Schmerzensgeld erhältst, kann ich dir nicht beantworten. Für deine Umtriebe bestimmt nicht.

Welfenfee 08.08.2017, 09:08

Welche Umtriebe? Und wenn man augenscheinlich Schuld hat, dann sollte man auch dazu stehen und bei einem Auffahrunfall ist es meistens recht eindeutig und vor einem Zebrastreifen erst recht.

Rechtlich gesehen ist man schuldig, auch wenn man nicht mit Absicht oder eben Vorsatz gehandelt hat. Dann kommt noch hinzu, dass die meisten Menschen erstmal unter Schock stehen und natürlich auch im Nachhinein doch eine Aussage treffen können.

Gerade ein Schleudertrauma macht sich erst Stunden nach dem Ereignis bemerkbar und das ist auch bekannt.

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Welfenfee 08.08.2017, 09:31
@mrDoctor

Welche Umtriebe denn bitteschön? Was man immer beachten sollte ist, dass die Polizei einen Unfall aufnehmen sollte, auch wenn augenscheinlich kein großer Schaden entstanden ist. So kann man auch als Verursacher dann später überrascht sein, wenn eine kleine Beule mit einem Mal die ganze Karosse verzogen hat und es sich um einen Totalschaden handelt.

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