Bekomme ich mit 19 bzw 20 jahren, wenn ich 11 monate freiwillig zur bundeswehr gehe noch kindergeld?

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5 Antworten

Ebenso wie beim früheren gesetzlichen Wehr- oder Zivildienst werden Kinder auch beim freiwilligen Wehrdienst steuerlich grundsätzlich nicht berücksichtigt,
denn es handelt sich hierbei nicht um einen Freiwilligendienst gemäß §
32 Abs. 4 Nr. 2d EStG. Anders als beim Bundesfreiwilligendienst oder
beim freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr erhalten die Eltern
für die Dauer der Dienstzeit weder Kindergeld noch die steuerlichen
Freibeträge für das Kind.

Eltern können aber doch während des freiwilligen Wehrdienstes Anspruch Kindergeld oder die steuerlichen Freibeträge haben: Nämlich dann, wenn der freiwillige Wehrdienst als Berufsausbildung zu werten ist (gemäß § 32 Abs. 4 Nr. 2a EStG).

Eine Berufsausbildung ist anzunehmen, wenn das Kind
im Rahmen des freiwilligen Wehrdienstes für einen militärischen Beruf,
z.B. Heranführung an die Offiziers- oder Unteroffizierslaufbahn, oder
für einen zivilen Beruf ausgebildet wird, z.B. zum
Telekommunikationselektroniker, Rettungssanitäter oder Kraftfahrer der Fahrerlaubnisklasse CE (BFH-Urteil vom 3.7.2014, III R 53/13).

Aktuell hat das Finanzgericht Münster entschieden, dass beim freiwilligen Wehrdienst die Grundausbildung als Berufsausbildung
anzusehen ist, wenn sich das Kind als Soldat auf Zeit verpflichtet.
Denn in der Grundausbildung erlernt das Kind Kenntnisse, Fähigkeiten und
Erfahrungen, die die Grundlage für seine Tätigkeit als Soldat auf Zeit
bilden. Dies gilt auch dann, wenn die spätere Tätigkeit lediglich im
Mannschaftsdienstgrad geleistet wird. Also steht den Eltern während der Grundausbildung Kindergeld oder die Kinderfreibeträge zu (FG Münster vom 13.11.2014, 11 K 2284/13 Kg).

Nach Auffassung der Richter ist die allgemeine Grundausbildung Voraussetzung für die spätere dienstliche Verwendung als Soldat
auf Zeit im Mannschaftsdienstgrad. Bestandteile dieser Grundausbildung
sind die Vermittlung von Kenntnissen in den Bereichen Rechte und
Pflichten eines Soldaten, politische Bildung, Gefechtsdienst, Waffen-
und Schießausbildung sowie Sanitäts- und Wachausbildung. Diese
Grundlagen sind für die Ausübung eines bei der Bundeswehr angestrebten
Berufs, und sei es der Beruf des Soldaten auf Zeit, erforderlich.

Somit bekommst du NUR für die Dauer der Grundausbildung noch Kindergeld. Danach ruht es für den Rest der Dienstzeit.

Wenn du nach der Bundeswehr eine ausbildung anfängst, dann bekommst du auch wieder Kindergeld.

https://www.lohnsteuer-kompakt.de/steuerwissen/kindergeld-fuer-die-dauer-der-grundausbildung/

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Kommentar von joshua12451245
02.08.2017, 17:02

danke für die ausführliche Antwort :) du hast geschrieben, dass man nur Kindergeld in der grundausbilung bekommt, wenn man sich als Soldat auf Zeit verpflichtete. und dann ganz unten nochmal, dass ich in der Grundausbildung Kindergeld bekomme. aber ist auf zeit nicht, wenn man sich 6, 8 oder 12 verpflichtet ? oder zählt 11 Monate da auch noch mit rein ?

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Du bekommst immer Kindergeld, solange du Kinder hast. Völlig wurscht, wie alt du bist, oder was du freiwillig machst.

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Nein , die gab es früher beim Wehrdienst auch nicht.

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Nein. In dieser Zeit gibt es kein Kindergeld.

Erst danach wieder, wenn zu zum Beispiel eine Ausbildung machst.

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Die Bundeswehr will keine "Kindersoldaten"

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