Bekannter Schuldet mir 60€ - Er Zahlt Sie mir nicht zurück (ohne vertrag)

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7 Antworten

Grundsätzlich ist die Schriftform immer einer mündlichen Vereinbarung vorzuziehen, weil der Beweis besser erbracht werden kann. Allerdings ist auch jeder Vertrag mündlich gültig, wenn die Schriftform nicht ausdrücklich vom Gesetzgeber verlangt wird (z.B. beim Grundstückskauf). Es ist eine falsche Annahme, dass kein Vertrag bestände, wenn schriftlich nichts vereinbart wurde. Auch in eurem Fall handelt es sich um einen Vertrag im rechtlichen Sinne. Und den kannst du einklagen. Schwierig wird es ihn zu beweisen, falls du keine Zeugen hast. Allerdings würde ich folgendes empfehlen. Fordere den offenen Betrag mit einer kalendermäßig bestimmbaren Fristsetzung (also ein genauens Datum und keine allgemeinen Formulierungen wie "schnellstens", "umgehend" usw., denn das hat rechtlich keine Bedeutung!) und drohe ihm an, anderenfalls einen gerichtlichen Mahnbescheid zu erwirken. Sende diesen Brief per Einschreiben mit Rückschein und hebe die Quittungen gut auf. Die Kosten dafür hat er später zu tragen. Reagiert er bis zu dem von dir genannten Termin nicht, dann würde ich tatsächlich einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Die Kosten sind gering und richten sich nach der Höhe der Forderung. Diese Kosten hat auch er zu tragen. Das Gericht prüft nicht, ob die Forderung zu Recht besteht. Auch deine Auslagen und Mahngebühren kannst du hierbei einfordern. In der Regel wird jetzt gezahlt, denn auf den Mahnbescheid muss der Beklagte (also der Schuldner) innerhalb von zwei Wochen bei Gericht antworten und erklären, dass die Forderung nicht zu Recht besteht. Dann liegt es an dir, ob du klagst. Reagiert er nicht auf den Mahnbescheid, hast du praktisch schon gewonnen, denn nun kannst du klagen und wirst an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Prozess gewinnen und einen Titel bekommen. Dieser hat dreißig Jahre Gültigkeit und du kannst damit auch eine Pfändung einleiten lassen. Sollte er dir auf dein Schreiben eine Teilzahlung anbieten, so wäre das natürlich super für dich, denn es unterbricht die Verjährung und ist als Schuldeingeständnis zu werten. Dann kann er nicht mehr behaupten, die Vereinbarung zwischen euch wäre nie getroffen. Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Viel Erfolg!

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Kommentar von Matzko
11.10.2011, 15:02

Danke für den Stern und Daumen hoch. Ich freue mich wenn ich helfen konnte!

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Na ja - bei dem Betrag und dann mündlich kannst Du wenig machen außer ihn zu nerven ;-)

Und falls Du ihm mit etwas drohen willst: das funzt nur, wenn Du es auch umsetzt - eine Klage beim Amtsgericht wird für diesen Betrag kaum angenommen und ein Inkassounternehmen nimmt saftige Gebühren

Im Ernstfall parke es unter "Erfahrungen" ;-)

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Kommentar von terrortippse
09.10.2011, 21:35

naja das Gericht würde ihn auf das gerichtliche Mahnverfahren hinweisen. Wir haben auch schon Mitgliedsbeiträge von 3,50 € gerichtlich geltend gemacht ;) Aber hast recht, ich würde es privat auch nie machen bei so einem niedrigen Betrag!

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Nun, wenn du die anfaenglichen Zahlungen belegen kannst, hast du schon mal einen ersten Anscheinsbeweis fuer die Existenz eures muendlichen Vertrages. Der Schuldner muesste nun glaubhaft darlegen koennen, dass diese Zahlungen aus einem voellig anderen Grund erfolgten und die von dir behauptete Vereinbarung nie bestanden hat oder zum Zeitpunkt seiner Zahlungseinstellung bereits beendet war. Dies duerfte ihm aber vor Gericht wahrscheinlich nicht gelingen.

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das ist immer schlecht. Bei Geld immer alles schriftlich festhalten. Du kannst also weder nachweisen, dass du ihm überhaupt Geld gegeben hast, noch wieiel er dir zurückgegeben hat oder auch nicht, noch dass du ihn "gemahnt" hast! Die Forderung ist also theoretisch nicht mal fällig.

Aber mal grundsätzlich: Wenn dein Freund dir Geld schuldet kannst du ihn nochmal schriftlich auffordern. Greift das nicht könntest du ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Aber mal ehrlich, da zahlst du nachher fast mehr Gebühren als es wert ist ;)

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Kommentar von thommy12
10.10.2011, 17:14

Bei den ersten Schritten im Mahnverfahren braucht es zwar keine Nachweise, aber wenn der Bekannte nicht ganz doof ist, widerspricht er jedesmal und dann ist das rausgeworfenes Geld. Ich denke, die 60 € sind Lehrgeld!

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Wenn du nicht irgendwo einen schriftlichen Beweis für eure Vereinabrung hast, dann kannst du leider nichts machen, denn der Vertrag läuft auf deinen Namen, sch*eiße...

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Erstens selber schuld wenn du 6 Monate lang wartest und zweitens: Nichts kannste machen.

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Wegen 60 € würde ich mich nicht aufregen wenn es jetzt 500 € oder mehr wären dann schon .

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