Beispiel für Kriteriumsvalidität?

1 Antwort

Hi,- eine statistische Messung / Erfassung z. B. in der Psychologie kennt zwei wichtige Basisbegriffe: >Validität< und >Reliabilität<. Letzteres besagt den Grad der Exaktheit der Meßwerterfassung, Ersters bezieht sich auf die Frage der Feststellung ob auch wirklich und in welchem Maß das gemessen wird was gemessen werden soll.

Zu deinem Beispiel erlaube ich mir einen Hinweis aus dem Netzt anhand dessen du dir dein Thema erschließen kannst:


"Kriteriumsvalidität
Die Kriteriumsvalidität ist ein Gütekriterium psychologischer Tests und ein spezieller Aspekt der Konstruktvalidität. Kriteriumsvalidität liegt vor, wenn die Messungen mit einer anderen konstruktvaliden Messung (dem Kriterium) hoch korrelieren. Wird die Konstruktvalidität nur über die
Kriteriumsvalidität definiert, besteht die Gefahr eines Zirkelschlusses (Test A ist valide, weil er mit Test B korreliert, der mit Test C korreliert, der mit Test A korreliert); betrachtet man es aber so, dass alle Tests konstruktkonform miteinander korrelieren (nomologisches Netzwerk), dann ist dies ein stärkerer Validitätsnachweis als eine paarweise Validierung von Messungen. Ein Test soll Depression messen.
Diesen Test wendet man bei Personen an, die nachweislich eine Depression haben. Dann wird geprüft, wie genau diese Testergebnisse mit anderweitig ermittelten Bewertungen übereinstimmen (z.B. mit der Einschätzung durch Psychotherapeuten).
Üblicherweise werden vier Formen der Kriteriumsvalidität unterschieden:

Konvergente Validität meint, dass bei mehreren alternativen
Kriterien, von denen aber nur einige eine hohe Konstruktvalidität haben,die Messung hoch mit den Kriterien hoher Validität korreliert. Diskriminante Validität meint, dass bei mehreren alternativen Kriterien, von denen nur bestimmte eine hohe Konstruktvalidität haben, die Messung niedrig mit den Kriterien niedriger Validität korreliert und
hoch mit denen hoher Validität.Konkurrente Validität meint, dass Messung und Kriterium gleichzeitig erhoben werden.
Vorhersage-, Prognostische, Prädiktive Validität meint, dass das Kriterium nach der Messung erhoben wird, d.h. die Messung soll das Kriterium vorhersagen. Wenn ein Flugschüler im Flugsimulator sicher ein Flugzeug beherrscht, wird er dies in vielen Fällen dann auch in der Realität können.

„Ein Test weist Kriteriumsvalidität auf, wenn vom Verhalten der
Testperson innerhalb der Testsituation erfolgreich auf ein „Kriterium“, nämlich auf ein Verhalten außerhalb der Testsituation, geschlossen werden kann. Die Enge dieser Beziehung ist das Ausmaß an Kriteriumsvalidität (Korrelationsschluss) (Moosbrugger et. al, 2008, S.
18).
„Kriteriumsvalidität” bezieht sich auf den Zusammenhang zwischen den empirisch gemessenen Ergebnissen des Messinstrumentes und einem anders gemessenen empirischen […] Kriterium“ (Schnell et. al., 200, S. 155).
„Die Kriteriumsvalidität gibt an, inwieweit die zu validierende Messung eines Konstrukts mit der Messung eines externen Kriteriums, dem so genannten Außenkriterium, von dem bekannt ist, dass es das Konstrukt valide erfasst bzw. dass es in einem validen kausalen Zusammenhang mit
dem Konstrukt steht, übereinstimmt.“ (Balderjahn, 2003, S. 131)."

Quelle:
© Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Gruß

Trotz alledem: Der psychologisch-pädagogische Begriff ist ein WEITERES Verbrechen (!!) an der deutschen Sprache !!

pk

0
@paulklaus

Jo,- es gibt viel sprachliches Blendwerk in jeder Sprache, um aus verschiedensten Motiven mehr Inhalt vorzugaukeln als in einer Aussage steckt oder um den einfachen Zugang zur Aussage zu versperren. Auch wird Sprache gerne als Ausweis über die Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppierungen in einer Gesellschaft genutzt und soll deshalb dazu dienen, sich von anderen abzugrenzen indem man diesen anderen durch "Verbalakrobatik" den Zugang verwehrt. Im Zusammenhang mit einem Anspruch auf Zugehörigkeit zu einer Elite ist dies ein besonders beliebtes Spielchen. (Ich nenne das gerne "Vernissagegequatsche"). Das alles ist ein Problem und eine Frage an die zweifelhafte Funktion von Rhetorik in einer Sprache.

In diesem Fall ist es m. E. jedoch anders. Da geht es um kurz-knackige Begriffseffizienz im Rahmen wissenschaftlicher Fragestellungen. Stattdessen eine ellenlange schwammige Beschreibung des Gemeinten einzubauen würde da auch keinem helfen. Und sich die deutsche Fassung zu erschließen dauert max. 2 Minuten: a) "Kriterium" = Unterscheidungsmerkmal (im Ggs. zu "Parameter" = Beschreibungsmerkmal) und b) Validität = Gültigkeit i. S. v. wissenschaftlich-logischer Übereinstimmung von dem was gemessen werden soll mit der Art und Weise (dem Konzept) der Messung.

Diese begriffliche "Sparsamkeit" würde es zum Beispiel auch einfacher machen, kritisch nachzufragen, z. B. ob man eben nicht eher von "Parameter" als von "Kriterium" sprechen sollte.

Gruß 

0

Was möchtest Du wissen?