Beinahe Unfall mit Fahrradfahrer - Unfallflucht?

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7 Antworten

Unfallflucht setzt natürlich voraus, dass es zu einem Unfall kam. Das ist nicht der Fall wenn der Fahrradfahrer keine Verletzungen davon trug und sein Fahrrad beim Sturz auch nicht beschädigt wurde. Die Latte hierfür ist allerdings sehr gering anzusetzen. Bereits Kratzer können als Verletzungen ausreichen. Beim Fahrrad ist ein Schaden von 20€ ausreichend.

Hat der Fahrradfahrer sich verletzt, kommt neben der Strafbarkeit aus § 142 StGB noch an eine fahrlässige Körperverletzung sowie eine fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs in Betracht.

Bei Verletzungen oder Schäden ist zudem eine Schmerzensgeld- bzw. Schadensersatzklage zu befürchten, ersteres aber nur in geringem Umfang. Hier wäre dem Fahrradfahrer zudem ein erhebliches Mitverschulden anzurechnen.

Hier wäre dem Fahrradfahrer zudem ein erhebliches Mitverschulden anzurechnen.

Wie kommst Du darauf?

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Danke für Deine Antwort - könntest Du Deine Einschätzung eines erheblichen Mitverschuldens des Radfahrers näher erläutern?

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@gmfrank

Geschwindigkeit des Radfahrers + Kopfhörer, vorausgesetzt natürlich beides ist beweisbar. In Anbetracht dessen halte ich eine Verteilung von 70:30 bis 80:20 für vertretbar.

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Hallo,

nur kurz..

Rechts vor Links gilt hier nicht, wenn der Radfahrer Grade aus Fährt, hat er vorfahrt wenn du den Radweg kreuzt beim abbiegen.

Zumal dem du beim Abbiegen vorfahrt achten musst.

D.h. wenn du um eine Kurve fährst und an einer Verkehrsinsel oder an der Kreuzung ein Fußgänger steht, müsstest du diesen normalerweise auch drüber lassen da dieser Vorrang hätte.

Macht aber fast keiner mehr...

Das mit dem Zeuge ist auch eher schlecht für dich.

Du hast dich strafbar gemacht, ich denke das wird sich auf Unachtsamkeit im Straßenverkehr und/oder eben Unfall mit Fahrerflucht oder so was herausziehen.

Das mit den Kopfhörern wird dem Radfahrer evtl. zum Verhängnis werden, hat aber an sich nichts mit dem Unfall zu tun...

Zu schnell unterwegs gewesen, das müsstest du auch erst mal beweisen.

Hast du den Radfahrer beim Schulterblick nicht gesehen? Also beim Schulterblick vor dem abbiegen?

Ich versteh leider aber auch nicht warum du links abbiegst und dadurch einen Radweg kreuzt, auf dem ein Radfahrer von hinten kommt?!?

In Deutschland gilt ja das allgemein Rechtsfahrgebot, demnach hätte der Radfahrer entweder von vorne kommen müssen wenn du links abbiegst.

Wäre er auf der rechten Seite gefahren, wäre beim links abbiegen nichts passiert, oder handelt es sich hier um einen beidseitigen Radweg der für beide Richtungen gedacht ist?

Naja, trotzdem alles Gute dir =)

Grüße,

iMPerFekTioN

Zu schnell unterwegs gewesen, das müsstest du auch erst mal beweisen.

Wann ist denn ein Radfahrer "zu schnell" unterwegs?

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@RobertLiebling

Keine Ahnung, das solltest du den Fragensteller Fragen, hat er ja schließlich geschrieben! Deswegen sag ich ja, das müsste er erst mal beweisen

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@iMPerFekTioN

Nee, er schrieb nur "muss sehr schnell unterwegs" gewesen sein. Das "zu" hab ich bei Dir erstmals gelesen. ;-)

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@iMPerFekTioN

Danke für eure Antworten - es ist ein beidseitiger Radweg. Meine Einschätzung eines sehr schnellen Fahrens seitens des Radfahrers rührt daher, dass der Radweg sehr breit ist und ich mit dem Auto vielleicht erst ungefähr zu 1/3 des Weges vorgefahren war. Aber beweisen kann ich das natürlich alles nicht.

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@gmfrank

Ja das ist schwierig...

Trotzdem wünsche ich dir alles Gute für die Verhandlungen falls da was ein flattert :)

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Hallo GmFrank ,

1. Auf dem Radweg darf er höchstens 50Km/h schnell fahren , war er schneller müsstest du es beweisen

2.Irrelevant ob du ihn berührst oder nicht , es muss ein Schaden entstanden sein an dem du beteiligt warst, Körper oder Sache

3.darf er , solange er Warnsignale war nimmt

4.Nein , gilt dort nicht

5.Er möge sagen  er war gerade mit CD raussuchen beschäftigt , alles andere würde dich evtl. belasten   

6.leider gab es die nicht , sonst hätte man einiges klären können , zb. Daten austauschen

7. Schlechter für dich , er hat einen Unbeteiligten als Zeugen

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1. Ja du hast dich nach § 142 STGB des Unerlaubten entfernen vom Unfallort schuldig gemacht , in Tateinheit mit § 229 STGB der Fahrlässigen Körperverletzung

2. Nun ja , das hängt immer vom Tatrichter ab ,wie er/sie den Fall einschätzt . Rechne mal mit 30-50 Tagessätzen Geldstrafe sowie ein Fahrverbot von bis zu 3 Monaten .

Allerdings tippe ich eher darauf das dir ein Strafbefehl ins haus flattert wonach das Verfahren gegen dich nach § 153a STPO unter auflagen eingestellt wird .  

3.Hast du Rechtschutz , ja , Rechtsanwalt aufsuchen , Nein, Abwarten was kommt

4. Ja Schmerzensgeld leicht verdient !Wenn er nicht dumm ist , und das scheint er ja nicht zu sein , wird er Schadenersatz und Schmerzensgeld von dir bzw, deiner Versicherung fordern und bekommen .

Danke für Deine Antworten!

Punkt 5 oben: Verstehe ich nicht, mein Beifahrer hat die Situation, dass offensichtlich nichts weiter passiert ist,  genauso eingeschätzt, sonst hätte er mir ja etwas gesagt... - was würde mich da belasten?

Punkt 4 unten: Welche Summen stünden denn da im Raum?

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Dein Beifahrer , überlege mal , er wurde die Situation genau so beschreiben . Der Radfahrer ist gestürzt und du bist letztendlich weitergefahren ohne dich um einen eventuellen Schaden zu kümmern !

Er wäre damit Zeuge deiner Unfallflucht ,

1 Tagessatz ist dein Monatseinkommen : 30

Z.b. Du hast ein Einkommen von 1500 Euro : 30= 50 x 40 Tagessätzen = 2000 Euro Geldstrafe

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@Lkwfahrer1003

Im übrigen KÖNNTE es passieren , solltest du nach § 142 STGB verurteilt werden, das dich deine KFZ Versicherung für den entstandenen schaden in Regress nimmt !

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In 30 Jahren "Vielfahrerei" sollte man schon mal gehört haben, dass bei Grundstücksausfahrten und am Ende von verkehrsberuhigten Bereichen rechts vor links nicht gilt.

Der Radfahrer darf auf dem Radweg schnell fahren - aufpassen muss in diesem Fall der querende Verkehr.

Tatsache ist, dass Du Dich als Unfallverursacher aus dem Staub gemacht hast. Einen Kontakt zwischen den Unfallbeteiligten setzt dies nicht zwingend voraus.

Geh mal davon aus, dass der Radfahrer nach dem Sturz unter Schock stand. Die Schmerzen (und evtl. Schäden am Fahrrad) wird er erst nachträglich bemerkt haben.

Unfallflucht ist immer ganz schlecht und wird nicht so ohne sein was dich da erwartet. Es ist halt ne Straftat und wird entsprechend verfolgt.
Das der Radfahrer zu schnell war wird nicht groß angerechnet werden weil du seinen radweg gekreuzt hast.
Am besten direkt zum Anwalt und beraten lassen.

Du hast dich des unerlaubten Entfernen  vom Unfallort schuldig gemacht. Das wird dich eine Zeit lang den Lappen kosten. Egal wer den Unfall verursacht hat. In jedem Fall müssen die Beteiligten vor Ort bleiben.

§ 142
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

1.zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder2.eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich

1.nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder2.berechtigt oder entschuldigt

vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.

(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.

(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).

(5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.

zu 1.

Kopfhöhrer sind nicht verboten und es gilt kein Rechts vor Link. Du musst schauen bevor du raus fährst...

zu 2.

Keine Ahnung.. das wirst du sehen. Ist das letzte einfach weiter zu fahren.. anstatt auszusteigen und dich zu entschuldigen und Daten auszutauschen, falls was kaputt gegangen ist.

zu4. Nö... er hat ja recht.. .ich hätte dich auch angezeigt, vorallen weil du einfach weitergefahren bist! Hättest du angehalten und dich entschuldigt, hätte ich vlt nicht gemacht

Ja, zumindest aussteigen und fragen, ob alles in Ordnung ist, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Dann wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen.

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@PiaAipPia

Danke für eure ehrlichen Antworten - ja, ich weiß 'saublöd' Verhalten, kann mir das im Nachhinein auch nicht erklären. Irgendwie war das eine Mischung aus Schock, Angst und Erleichterung, dass es nicht zu einem 'richtig schlimmen' Zusammenstoß gekommen ist.

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