beim Singen keine Zeit mehr zum Luftholen o.O

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Das Singen langer Passagen ist bezüglich der Atmung nicht "mal eben so" zu schaffen, "Read all about it" ist hier ein gutes Beispiel für eine "Herausforderung". Wenn Du keinen Gesangsunterricht hast und nur hobbymäßig und nach "Bauchgefühl" singst, fehlt Dir hier sicher einiges, um die Strophen oder auch die Übergänge von Refrain-Ende in die nächste Strophe zu meistern, ohne dass Du zu kurz atmest oder Text verloren geht. Das ist absolut nachvollziehbar, denn Du singst hier Stücke von Profis nach, deren Technik und Kondition Du als Hobbysängerin gar nicht haben kannst.

Was Dir hier unter anderem geraten wird (Du sollst zwischendurch irgendwie atmen) ist nicht sinnvoll und führt auch zu keinem schönen Ergebnis. Die Zeilen sollten schon durchgesungen werden, auch aus "technischen" Gründen ist dies sinnvoll - mit der Atmung solltest Du dabei klarkommen. Emilie singt einmal auch zwei Zeilen durch und kommt dabei auch noch aus einem Refrain heraus, der am Ende schon kaum Platz für ein kräftiges Einatmen lässt, bevor die erste Zeile der Strophe beginnt. HIer würde ich an Deiner Stelle nicht zwei Zeilen durchzusingen versuchen, denn das geht wirklich nur, wenn man das entsprechende Training hat.

Ich würde Dir raten, am Anfang jeder Zeile zu atmen, aber nicht mittendrin. Das würde unschön, der Song ist so konzipiert, es würde die Textaussagen "zerschneiden" und auch den Ausdruck verändern. Auch ist das kurze Zwischenatmen an Stellen, die nicht fürs Atmen gedacht sind, immer auch ein Risiko, hier dann die Stütze abzubauen - und dann reicht die Luft auch trotz Zwischenatmung nicht bis zum Ende der Zeile und die Töne rutschen Dir dort dann womöglich unschön nach unten weg. An dem Singen auf einer brauchbaren "Luftsäule", die nicht abreißt, hängt auch die Sauberkeit der Töne.

Bei derart langen Zeilen, die besonders dadurch anspruchsvoll werden, weil sie zusätzlich voll mit Text sind, der deutlich artikuliert und dabei auch noch gut intoniert sein will, ist eine gute Atemsstütze besonders wichtig. Diese lernst Du am Besten im Gesangsunterricht, denn dies sollte man nicht dem Zufall überlassen - es gibt hier besondere Techniken, die gezeigt, demonstriert und beim Üben über lange Zeiträume angeleitet werden müssen. Hierzu muss sich konkrete Muskulatur ausbilden und dies geschieht nur durch konsequentes, korrektes und regelmäßiges Training.

Dazu kommen dann die Aussprache und die wechselnden Vokale und Konsonanten, auch diese hängen an Technik, die mit Stütze und Gesangstechnik kombiniert werden muss. Auch hier gibt es Technik zu lernen, die zu einer deutlichen Aussprache verhilft, ohne dass man sich hier gesanglich bei manchen Lauten blockiert, schwächer wird oder der Luftstrom, auf dem die Töne fließen, sozusagen abreißt - denn für jede neue Stabilisierung benötigt man wieder zusätzlichen Sauerstoff bzw. er geht während der fehlenden Stütze in Sekunden verloren. Hobbysänger verlieren an diesen Stellen dann schnell mal die optimale Stütze, so dass ihnen plötzlich die noch verbleibende Luft innerhalb der nächsten 4 Silben vollständig "flöten" geht, bevor die Zeile zuende ist. Vorher bereits in Atemnot gekommen reicht dann oft das kurze Einatmen vor der nächsten Zeile nicht und das Luft-Defizit baut sich von Zeile zu Zeile mehr auf.

Dies sind einige der wichtigsten Punkte, die für das Singen langer Passagen ohne Zwischenatmung gegeben sein müssten:

1) Textsicherheit - damit man sich 100%ig auf die Atmung konzentrieren kann und der Text dabei automatisch kommt

2) Eine sinnvolle Aussprache nach technischen Gesichtspunkten - um sich nicht selbst auszubremsen, um alles miteinander in Fluß zu halten, den Stimmsitz zu behalten und letztlich die Stütze nicht zu verlieren

3) Eine gute, stabile Atemstütze bis über das Ende jeder Zeile hinweg und ein Halten dieser Stütze auch in den kurzen Pausen vor den nächsten Zeilen oder Abschnitten. Wenn Du eine Stütze erst noch aufbaust, während die Zeile bereits begonnen hat, hast Du keine Chance, die Zeile gut zuende zu bringen - die Stütze muss vor dem ersten Ton bereits da sein. Dies ist 1. angeleitete Übung, mit der vorhandenen Luft gut und gleichmäßig verteilt hinzukommen und 2. sportliches Training / Kondition.

4) Das Üben einer sogenannten Schnappatmung, die nur ganz kurz (und ohne den Anfangston und -Text der nächsten Zeile zu verpassen) nötigste Luft am Ende der Zeile automatisch über das Zwerchfell "einschnappt", um damit dann die nächste Zeile zu schaffen. Das ist Technik und Training und muss über Monate aufgebaut werden. Für den Emilia-Song ist diese Schnappatmung nötig.

Allein ein professionelles Einsingen, bei dem auch auf den Aufbau von Volumen und eine gute Luftverteilung geachtet wird, würde hier bereits eher erste Erfolge bringen - aber was Dir hierzu fehlt, kann nur "life" und mit unmittelbarer Anleitung und Korrektur vermittelt werden. Ein Gesangspädagoge wäre hier hilfreich, da es hier viele gezeilte Übungen gibt, die Anleitung und Korrektur erfordern....

... und auch nicht schriftlich zu beschreiben sind, da dabei auf vieles gleichzeitig geachtet werden müsste, das aber ebenfalls erklärt und demonstriert werden müsste.

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@MissMarplesGown

Ist nicht schlimm, mir ist es wichtiger, dass du dir die Zeit genommen hast, da schaue ich nicht auf solche Kleinigkeiten wie Rechtschreibfehler. ;-)

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Noch eine Frage: Ich habe beim Singen manchmal ein Druckgefühl im Hals, so als wäre der ganze Kehkopfbereich total verspannt. Es macht dann auch überhaupt keinen Spaß, zu singen. An manchen Tage ist mein Stimme aber total unverspannt und auch voller und lauter. Mein Tonumfang ist dann auch größer. Kann das auch an der fehlenden Stütze liegen?

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@Hallemachallema

Auch das ist im weiteren Sinn Technik, Stimmsitz, Zusammenspiel von Muskelarbeit und Entspannung. Hals- und Kehlkopfmuskulatur können an manchen Tagen tatsächlich angespannter sein als sonst - das fühlst Du dann nicht nur beim Singen, es ist auch hörbar, indem die Stimme einfach nicht "voll da" ist. Sie kann bei Druck und Anspannung nicht frei schwingen und gewinnt keine Brillianz und Kraft.

Ein guter Stimmsitz und eine enspannte Halsmuskulatur beim Singen sind ebenfalls erlernbar. Wenn Kehlkopf und Halsmuskulatur zu sehr unter Druck sind, geht das nach einiger Zeit auf die Stimme, sie hat keinen Klang, ist matt und leise, sie "strahlt" nicht und in Höhen und Tiefen gibt es Probleme. Atmung, Stütze, Stimmsitz und Entspannung arbeiten miteinander - und behindern einander auch entsprechend, wenn das Eine oder Andere nicht so "fit" ist.

Du bemerkst den Unterschied auch besonders daran, wie leicht und mühelos Du sauber in die Höhe singen kannst, wenn Du hier einen guten Tag hast. Dies ist bereits instinktiv angewandte Technik. ;-) Besser ist es aber, wenn Du gelernt hast, wie es sein muss, wie es klingen und sich anfühlen muss und was Du konkret dafür tun kannst, damit Du diese Situation technisch enstehen lässt. Auch ein gezieltes Einsingen, das bereits in diese Techniken einstimmt und dem Zwerchfell die richtigen Impulse gibt, ist wesentlich für gutes Singen und eine freie, flexible und gut gestützte Stimme.

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Du musst öfter atmen - da, wo es passt, also vom Sinn des Textes her. Und dann musst du schnell atmen, aber nicht zu viel. Denn das dauert erstens zu lang und zweitens hast du dann zu viel Luft in der Lunge. Kannst dich ja mal beim Sprechen beobachten. Dann wirst du merken, wie oft du auch mitten in den Sätzen atmest. Und so kannst du das beim Singen auch.

Die Atempausen der Sängerin werden beim Mischen der Platte herausgenommen. Technik ist auch da alles. :-)

Ah, danke - jetzt klappt es besser. :-)

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Das kann man mit bestimmten Gesangsübungen trainieren. Am besten Gesangsunterricht nehmen.

muss immer tief einatmen, kann nicht richtig einatmen normal

Ich kann manchmal nicht richtig einatmen. Es fühlt sich an als wäre mir der Oberkörper zugeschnürt und ich muss unbedingt tief Luft holen weil ich das Gefühl habe fast zu ersticken. Mein Kopf fühlt sich dann immer so an, als würde ich zu wenig Sauerstoff bekommen und ich habe Angst das mir schwindelig wird oder ich umkippe (ist aber noch nie vorgekommen). Ich hol ständig tief Luft. Aber auch nicht immer, nur wenn ich so eine "Phase" habe. Besonders in den letzten Tagen ist das schlimm. Ich bin weiblich und werde fast 19.

Zu mir noch kurz so allgemein: hab momentan viel Stress und kann mich auch gar nicht konzentrieren (auf nichts). Viele Gedanken und mir kommt mein Leben auch nicht wirklich real vor irgendwie. Bin auch Dauer-müde

Kann sowas irgendwie mit hyperventilieren zu tun haben? Bitte um Antwort. Danke!

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